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Fröndenbergs extremer Flüchtlingsdruck erzwingt Schützenheim-Beschluss im Turbotempo

Fröndenberg hat Druck. Ganz extremen Druck, die unablässig weiter strömenden Flüchtlinge unterzubringen. „Und deswegen stand unser Verein unter extremen Zeitdruck“, betont Schützenmajor Ulrich Schmidt (im Bild).

Denn die Stadt braucht jeden Unterbringungsplatz. dessen sie habhaft werden kann, weil jede Woche ca. 15 weitere Asylsuchende neu hinzukommen. „Und deswegen musste es mit dem Marineschützenheim so rasend schnell gehen“, erklärte der Vorsitzende des Bürgerschützenvereins heute Nachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Am späten gestrigen Abend hatten wir über den just zuvor gefällten Entschluss des BSV berichtet, das Schützenheim an der Graf-Adolf-Straße 62 in Westick für drei Jahre an die Stadt zu vermieten zur Flüchtlingsunterbringung.

Und es geht Schlag auf Schlag weiter, berichtet der Major: „Die Verhandlungen sind bereits abgeschlossen, Mittwoch werden die Umbauplanungen beginnen.“ Sobald das Schützendomizil seinen neuen Erfordernissen entsprechend umgebaut ist, kann die Stadt dort Flüchtlinge unterbringen, zwischen 20 und 30, ausschließlich junge Männer, soviel steht bereits fest.

Marine-Schützenheim Fröndenberg II

Im Turbotempo war der Plan zur Reife gediehen, zwischen dem ersten Angebot der Bürgerschützen und dem ersten Gespräch mit der Stadt lagen keine 24 Stunden. Bis zur turnusmäßigen Hauptversammlung am 13. Februar konnte die Stadt nicht mehr warten. „Deswegen beriefen wir für diesen Montagabend kürzestfristig eine außerordentliche Generalversammlung ein“, berichtet Ulrich Schmidt weiter. Der Vorstand hätte auch allein entscheiden können, die Satzung lässt das zu. Schmidt: „Uns lag aber daran, alle mitzunehmen.“ Alle zu überzeugen gelang der Vereinsführung gleichwohl deutlich nicht. In Zahlen: 24 Ja zur Vermietung, 9 Nein, 5 Enthaltungen.

Für den BSV-Geschäftsführer ist der Handel mit der Stadt eine pragmatische Entscheidung, geboten aus zwingender Notwendigkeit. „Wir machen das nicht wegen finanzieller Probleme. Damit das hier ganz deutlich wird“, unterstreicht Ulrich Schmidt. „Es lief schwierig mit der Vermietung des Schützenhauses für Veranstaltungen, da wegen der Anwohner eben ab 22 Uhr Ruhe sein muss. Aber unserem Verein geht es wirtschaftlich sehr gut! Künftig wird es uns noch ein bisschen besser gehen.“

Gleichwohl gab es für den Entschluss, sich – temporär – vom Schützendomizil zu trennen, laut Schmidt nur einen einzigen Grund: „Wir haben ein leeres Schützenheim – und die Stadt sucht dringend Unterbringungen. Dieser gesellschaftlichen Verantwortung stellen wir uns. Es nützt ja nichts, die Augen zu verschließen.“

Für bereits gebuchte Veranstaltungen bemüht sich der BSV um unverzüglichen Ersatz. Mit befreundeten Schützenvereinen im Umkreis von 2 bis 3 Kilometern laufen bereits entsprechende Gespräche.


 

Link zum Erstbericht:

http://rundblick-unna.de/marineschuetzenheim-froendenberg-soll-fuer-3-jahre-fluechtlingsunterkunft-werden/

Kommentare (4)

  • Petter Uhlenbusch

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    “ Aber unserem Verein geht es wirtschaftlich sehr gut! Künftig wird es uns noch ein bisschen besser gehen.“
    Das möchte ich doch annehmen. Soviel Selbstlosigkeit muss ja belohnt werden.

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  • Freie meinung

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    Mindestens 4-5 tausend euros miese pro Jahr heißt für mich schon geldprobleme zu besitzen. Das Geld was dabei raus springt macht es aus. Nichts anderes.

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  • Sascha Herrmann via Facebook

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  • Wierumer

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    wenn denn Platz gebraucht wird…
    52000 (zweiundfünfzigtausen) Asylbewerberbungen wurden allein in NRW abgelehnt, 2300 Abschiebungen wurden umgesetzt, der Rest wird nach wie vor geduldet..
    Zitat aus einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers:
    In einer internen Analyse zur Abschiebepraxis in Deutschland vom Frühjahr 2015 klagen Fachleute aus sieben Bundesländern, darunter NRW, und der Bundespolizei über mangelnden Rückhalt aus Politik und Gesellschaft: Abschiebungen würden oft als „Akt des inhumanen staatlichen Handels dargestellt“.
    Politiker neigten dazu das Thema zu tabuisieren.
    Zitat Ende.

    also laden wir doch weiter ein: kommt doch alle zu uns ……

    In dem Zusammenhang passt auch sicher das Gerichtsurteil aus Kassel
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sozialhilfe-fuer-eu-auslaender-seid-umarmt-ihr-rumaenen-kolumne-a-1066611.html

    obwohl wir uns das eigentlich garn nicht leisten können
    Zitat:
    Der künftige Wirtschaftsnobelpreisträger Angus Deaton warnt Deutschland davor, zu viele Flüchtlinge aufzunehmen. Das Land werde bald „das Limit erreichen, das es überfordert“, sagte Deaton der „Welt am Sonntag“. Deutschland habe schon eine „enorme Zahl an Flüchtlingen“ aufgenommen.

    Deaton lobte, EU-Länder wie Deutschland nähmen ihre menschliche Verantwortung sehr ernst und verhielten sich vorbildlich. Trotzdem müsse die EU vorsichtig sein: „Zu viele Einwanderer werden Europa destabilisieren, das ist klar.“
    Zitat Ende

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