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Freie Liste fordert Videoüberwachung an Unnas Schulen

Vandalismus, Brandlegungen und Einbrüche an und in Unnas Innenstadtschulen: Längere Zeit herrschte relative Ruhe, seit ca. zwei Wochen nehmen die Fälle wieder sprunghaft zu. Zuletzt am Wochenende am Ernst-Barlach-Gymnasium (EBG) und am Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) – wir berichteten. Die Freie Liste Unna (FLU) fordert deshalb jetzt professionelle Videoüberwachung.

Geschätzte Kosten: 30.000 Euro pro Schule. Genau deshalb wurde ein entsprechender Vorstoß des früheren GSG-Schulleiters vor 6 Jahren abgelehnt.

Doch so geht es nicht weiter, merkt die FLU alarmiert mit Blick auf die jüngsten Polizeimeldungen an. „Das unmittelbare Umfeld der Schulen wird insbesondere an Wochenenden immer wieder Ziel mutwilliger Zerstörung“, stellt Fraktionschef Klaus Göldner fest. „Schulbereiche unterliegen in unterrichtsfreien Zeiten nahezu keiner sozialen Kontrolle. Das eröffnet Vandalen die Möglichkeit, immense Schäden an städtischem Eigentum anzurichten.“ Meist werden die Täter nicht erwischt, da die Polizei auf zufällige Zeugen angewiesen ist, weiß Göldner als (frisch) pensionierter Polizeibeamter nur zu gut aus eigener Erfahrung.

„Die Kosten für die Beseitigung von Vandalismus- und Einbruchsschäden belasten den Stadtetat und somit auch alle Steuerzahler“, betont Göldner. Und erinnert an eine ähnliche Situation vor ca. 6 Jahren: Damals gab es eine Serie von Straftaten insbesondere am Schulzentrum Nord und im Folgenden einen „Brandbrief“ des damaligen GSG-Schulleiters Michael Strobel.

Dieser forderte mehrfach eindringlich die Einführung einer Videoüberwachung für das GSG. Die Überwachung hätte nach damaliger Schätzung knapp 30.000 Euro gekostet. „Aus Kostengründen lehnte die Stadtverwaltung ab“, erinnert der FLU-Fraktionschef.

Am falschen Ende gespart, findet er: „Eine professionelle Videoüberwachung ist dazu geeignet, die Kriminalitätsbrennpunkte an Schulen zu entschärfen. Die offene Überwachung wirkt vorbeugend, sie schreckt mögliche Täter ab. Wer dennoch zuschlägt, kann viel leichter ermittelt werden.“

Viele andere Kommunen, auch mehrere im Kreis Unna, hätten sich genau deswegen für Videoüberwachung entschieden, wirbt Göldner für seinen Vorstoß. „Wir sollten Erfahrungsberichte anfordern und auswerten.“Um dann alsbald zu handeln, empfiehlt er. Bevor die Schäden ins Unermessliche wachsen. Rechtlich ist die Stadt als Schulträgerin und Eigentümerin der Schulgebäude dazu befugt, eine Videoüberwachung unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften einzurichten.

Die FLU fordert mit vorliegedem Antrag die professionelle Videoüberwachung, zunächst fürs EBG und GSG. Die Schulleitungen sollen von Anfang an beteiligt werden. „Die Kosten für die technische Überwachung einer Schule in Höhe von ca. 30.000 Euro sind den Kosten für die Beseitigung von Vandalismus- und Einbruchsschäden gegenüberzustellen. Sollten die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel im laufenden Haushalt nicht ausreichend sein, bitten wir zunächst die Schule auszustatten, an der die größten Schäden entstanden sind. Vielleicht kann mit einer einschlägigen Firma die probeweise Installation einer Anlage (mit Aussicht auf einen späteren Auftrag) verhandelt werden.“ Schon jetzt soll Geld für die Videoüberwachung der Unnaer Schulen in den nächsten Doppelhaushalt (2017/18) eingestellt werden.

Kommentare (9)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Für mich Unverständlich, daß das deutsche Gesetz so Krampfhaft umgeht mit Videoüberwachung. Hier werden ganze Straßenzüge überwacht im Stadtzentrum.

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  • Kerstin Kuhz via Facebook

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    Ich hätte auch nichts dagegen wenn mehr Öffentliche Plätze etc. Videoüberwacht werden, erstens sollte das den ein oder anderen Kriminellen abschrecken, zweitens wäre es evtl. einfacher Straftaten aufzuklären und drittens sollte es denen die nichts auf dem Kerbholz haben ja nicht stören 😉

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  • Mike

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    Ist ja irgendwie putzig, wir haben eine massive PKW Einbruchsdiebstahlsserie von Navis und Airbags, wir haben eine massive Hauseinbruchsserie, kaum passiert zweimal etwas an Schulen wird sofort Grossalarm und Videoüberwachung gerufen ? Mal wieder typisch, wenn es ans Geld des Staates geht werden Aktionen gefordert, wenn es um das Hab und Gut des Bürgers geht passiert sogut wie nichts erkennbares.
    Auch in der Unnaer Innenstadt kämpfen Geschäftsinhaber nun schon sehr lange mit immer wiederkehrenden Zerstörungen, komischerweise ruft da keiner Videoüberwachung…

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    • Freie Liste Unna

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      Es sind zwei unterschiedliche Rechtsbereiche. Eine evtl Überwachung an Schulen betrifft das Hausrecht der Stadt, da sich Schulen im städtischen Eigentum befinden. Deshalb fordert die FLU als Unnaer „Stadtpartei“ eine solche Überwachung.
      Auf öffentlichen Wegen und Plätzen ist die Rechtslage erheblich komplizierter. Der Einsatz von Videoüberwachung wird dort nicht von Kommunalpolitik entschieden.

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    • Mike

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      In beiden Fällen ist hier die Polizei gefordert, Präsenz zeigen, geeignete Maßnahmen ergreifen, ob nun städtisches Eigentum oder privates Eigentum.

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  • Marcus Stadel via Facebook

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    Kostspielig ? Geht auch günstig…

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  • Moni Logo via Facebook

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    Big brother is watching you…
    Wird wohl bald keine Utopie mehr sein .

    Mehr Polizei und dort keine Einsparungen beim Personal,dieses finde ich besser als
    permanente Videoüberwachung!

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  • Ernst Weber

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    Wenn Du mehr Polizei haben willst, wende Dich vertrauensvoll an Hannelore Kraft in Düsseldorf….

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  • Frank K.

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    Was habt ihr gegen Videoüberwachung? Sie soll nicht anstatt Polizei, sondern zündeten Entlastung/Unterstützung eingerichtet werden. Man erinnere sich: Fast alle spektakulären Staftaten der jüngeren Vergangenheit wurden entweder nicht, oder mit Hilfe von Überwachungskameras aufgeklärt. Und diese sinnfreie Angstmacherei vor Dauerübetwachung des Staates ist Unsinn (Den Staat interessiert doch gar nicht, was Sie machen!)und spielt nur den Tätern in die Hände. Nur um die geht es, ok?!

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