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Flüchtlingshaus angezündet „aus Angst vor Flüchtlingen“

Das Motiv für die Brandstiftung an einem Haus mit Flüchtlingen soll „Angst vor Flüchtlingen“ gewesen sein. So sagte heute vor dem Landgericht Hagen der angeklagte 25jährige Feuerwehrmann aus Altena aus. Der Prozess gegen ihn und den zweiten angeklagten jungen Mann hat vor dem Schwurgericht begonnen. Bei dem Brandanschlag am Tag der Deutschen Einheit (3. 10.) voriges Jahr auf ein Wohnhaus konnte die siebenköpfige syrische Flüchtlingsfamilie unverletzt entkommen.

Laut einem Bericht des WDR Südwestfalen ließ sich der 25jährige Angeklagte heute mit der Erklärung ein: „Ich habe Angst gehabt vor Einbrüchen, Diebstählen, Gewalttaten und auch vor sexuellen Übergriffen.“ Er habe den Geflüchteten aber keine körperliches Leid antun wollen.

 Der Feuerwehrmann wohnte mit seiner Familie direkt gegenüber dem Haus, in das die siebenköpfige syrische Familie gerade frisch eingezogen war. Die Entscheidung, das Gebäude anzuzünden, habe er am 2. Oktober ganz spontan getroffen, sagte der Mann aus Altena. Er habe sich gedacht: „Jetzt oder nie“, bevor noch mehr Menschen einziehen und ein Feuer sie gefährden könnte. So seien die beiden in das Haus eingebrochen und hätten auf dem Dachboden Feuer gelegt. Bei den Löscharbeiten halfen sie als aktive Feuerwehrmänner selbst noch mit.

Klägeranwalt Daimagüler stellte die Erklärungsversuche der Angeklagten in Abrede: Seiner Ansicht nach wollen sich die beiden jungen Männer als Opfer darstellen – „… aber wenn sie nur das Haus hätten beschädigen wollen, hätten sie die Menschen nach dem Brandlegen und bevor sie flüchteten, warnen können“, zitiert der WDR den Anwalt.

Das Hagener Schwurgericht wird an den folgenden Verhandlungstagen die grundsätzliche Frage zu klären haben, ob es „nur“ schwere Brandstiftung oder Mordversuch war.

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