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Flüchtlinge beenden Protestcamp mit Unterschriftenübergabe – Amt will 15 „Härtefälle“ schnell regeln

Das Protestcamp syrischer Flüchtlinge in Dortmund ist nach zwei Monaten beendet. Rund 200 der Protestierenden zogen heute Morgen von ihrem Camp in der Dortmunder Innenstadt zum Migrationsamt und übergaben dort eine Liste mit 5000 Unterschriften. Ihr Anliegen – wir berichteten wiederholt darüber: Die Menschen möchten, dass ihre Asylanträge zügiger bearbeitet werden (bisher dauert das durchschnittlich 5 Monate), da sie nur dann ihre vom Tod bedrohten Familien aus den Kriegsgebieten zu sich holen können.

Das Bundesamt machte den Syrern heute bei der Entgegennahme der Unterschriften ein Angebot: Sie könnten ihnen 15 besonders schwerwiegende und dringende Fälle nennen, die dann sofort und unbürokratisch bearbeitet werden könnten. Bisher hatte das Amt betont, man werde sich vom Protest der geflüchteten Menschen nicht erpressen lassen. Diese wiederum beteuerten, das liege nicht in ihrer Absicht. Sie fürchten aber um das Leben ihrer Angehörigen in Syrien.

Eventuell wollen die Flüchtlinge für ihren Protest nun in eine andere deutsche Großstadt weiterziehen.

Der WDR berichtet heute Abend ausführlich in der Lokalzeit Dortmund – WDR-Fernsehen, ab 19.30 Uhr.

Kommentare (12)

  • Sven Ewald via Facebook

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    Alle abschieben und tschüss!!!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ja, Judith Binias. Wir empfehlen dem Kommentator und den Gefällt mir-Klickern zumindest eine kurze Basisinformation über die Kriegsregion Syrien. Aber das ist wahrscheinlich schon zuviel verlangt.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      … wir wurden eben wieder gebeten, derartige Kommentare zu löschen. Nein, das tun wir nicht. Wir lassen diese Äußerung hier so stehen. Sie spricht kläglich undifferenziert für sich. VG aus der Redaktion.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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  • Elli

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    Ich denke, Herr Ewalds Aussage ist die Kurzfassung von:
    Der Steuerzahler zahlt Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld und ärztliche Versorgung.
    In einigen Städten spricht man schon von kostenlosem Studieren und freiem WLAN in Unterkünften.
    Ist das fair, wenn alle anderen hier Lebenden dafür selbst aufkommen ?!? Und das alles für Zuzügler, die von dem hier geschenkten Taschengeld in dem Herkunftsland einen Monat arbeiten müssen um davon seinen Unterhalt zu finanzieren ?!
    Und der überwiegende Teil nach Abschluss der Verfahren, kein Aufenthaltsrecht haben ?!?
    Es ist nicht richtig ! Und diese Herkunftsstaaten erhalten EU Gelder, um die Verhältnisse zu verbessern.
    Und sie kommen trotzdem zu uns und das ist nicht fair.
    Wir zahlen doppelt und dreifach für Sozialkosten und bei uns verfällt alles….

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Liebe Elli – erstens: derart verkürzte Aussagen, die sich nur auf vier ruppige Wörter beziehen, sind generell problematisch. Zu deinen Aussagen: Wir stimmen absolut in dem Punkt zu, dass die Politik der derzeitigen Siuation hilflos gegenübersteht und es insbesondere in vielen Fällen versäumt (hat), die Bevölkerung „mitzunehmen“ und rechtzeitig zu informieren. Absolut dito. Zugleich bitten wir immer wieder dringend darum, zu differenzieren und sich die Frage zu stellen: Wieso flüchtet z. B. ein zuvor gut verdienender Akademiker oder hoffnungsvoll Studierender buchstäblich bei Nacht und Nebel aus seinem Heimatland, lässt alles dort zurück und kommt in einem fremden Land an mit buchstäblich nur dem Hemd am Leib? Die Ursachen der Flüchtlingsströme sind so vielfältig und schwierig, da verbietet sich einfach ein pauschales, ruppiges Draufdreschen nach dem Motto „bloß alle wieder raus“. Sich mit Aktiven in der Flüchtlingsarbeit zu unterhalten, mal vielleicht eine Einrichtung zu besuchen und mit den Menschen selbst zu reden öffnet wahrlich die Augen. Und freies WLAN in Einrichtungen, in denen Hunderte Menschen aller erdenklchen Nationalitäten wochen- und monatelang aufeinander hocken, ist evtl auch eine Möglichkeit, noch größere Aggressionen zwischen den Menschen dort zu vermeiden. Perspektivlosigkeit plus auf engstem Raum zusammengepfercht zu sein – möchte man wirklich mit diesen Menschen tauschen? Absolut unbestritten gleichzeitig, dass es Bürger zornig machen darf, wenn Politik sie für dumm verkauft und/oder wenn die organisierte Bandenkriminalität aus dem Ausland drastisch ansteigt.

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  • Sven Ewald via Facebook

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    Komisch das paar leute immer gefällt mir drücken was ich schreibe. Viele leute denken so aber sie trauen sich nicht was zu schreiben. Wir deutschen sollen alles so hin nehmen was die bekloppten politiker machen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Sven Ewald, es geht einfach um diese extrem verkürzte pauschalisierte Sichtweise, die wir problematisch finden. Alle abschieben und tschüs. Toll. Egal, was diese Menschen in der Heimat erwartet, Folter, Tod? Eine solche Sichtweise ist herzlos, kaltschnäuzig und zutiefst inhuman. Selbst wenn – wovon wir in den allermeisten Fällen nicht ausgehen! – eine derart mitleidloser Egoismus bei den wenigsten Kommentarschreibern wirklich dahintersteckt, werden wir uns weiterhin deutlich von solchen Äußerungen distanzieren. Auch wenn „viele Leute so denken, aber nicht trauen, was zu schreiben“. VG von der Redaktion, die solche Aussagen auch weiterhin stehen lässt, aber sich bei Bedarf deutlich davon distanziert.

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  • p

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    „Eventuell wollen die Flüchtlinge für ihren Protest nun in eine andere deutsche Großstadt weiterziehen.“
    Bitte, bitte…

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  • Sigrid Degner-Schulte via Facebook

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    Flüchtlinge machen doch in Deutschland was sie wollen.

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  • Anette Kaufmann

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    Ich teile die Ansicht der Redaktion! Das Problem liegt eher bei unseren Politikern hier und weltweit und einer übermächtig gewordenen globalen Wirtschaft!

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