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FLU: Unna muss endlich Katzen-Kastrationspflicht einführen!

Fröndenberg hat sie, Schwerte hat sie, Werl hat sie jetzt auch – wieso hat hingegen Unna immer noch keine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen und Kater? Die Freie Liste Unna (FLU) kann es einfach nicht nachvollziehen. Sie fordert erneut in einem Antrag den Bürgermeister auf, endlich in Sachen Tierschutz rührig zu werden.

„Mittlerweile dürfte allgemein anerkannt sein, dass aus Gründen des Tierschutzes akuter Handlungsbedarf besteht“, betont Fraktionschef Klaus Göldner in seinem Antrag. „Diesen Bedarf haben bislang bundesweit über 350 Kommunen (Stand: 6/2016) erkannt und entsprechend gehandelt.“

Angeregt durch die permanenten Bemühungen von Tierschutzorganisationen (darunter auch der Tierschutzverein Unna) hatte die Freie List bereits vor drei Jahren (!) – am 16 .09. 2013 – einen Antrag zur Kastration und Kennzeichnung freilaufender Katzen in der Kreisstadt Unna vorgelegt. Wir berichteten. „Die Notwendigkeit zum Handeln stand schon damals außer Frage. Eine Umsetzung wurde jedoch aufgeschoben, da eine landesweite Rechtsverordnung in Vorbereitung war, die auch die Zuständigkeiten regeln sollte.“

Die FLU erreichte damals immerhin, dass ein Informationsblatt erarbeitet wurde, welches die Problematik freilaufender Katzen darstellte und zu freiwilligen Maßnahmen der Katzenhalter aufforderte. Mitte Februar 2015 bestätigte die Verwaltung im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung (FSO): Die Zuständigkeitsverordnung  liege jetzt vor. Die Zuständigkeit liege eindeutig bei den Kreisen.

Das schließt jedoch keineswegs eine eigene Verordnung auf Stadtebene aus. Doch weder die Stadt noch der Kreis Unna sind bisher tätig geworden. Dabei gingen die  Kreistagsgrünen erst am 22. Juli energisch in die Offensive, forderten eine umfassende Katzenschutzverordnung fürs gesamte Kreisgebiet. Beschlossen werden  soll eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht für den gesamten Kreis.

Katze Knut gähnt

Ursual Horn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Unna, attestiert der Stadtverwaltung schlicht Unwillen.

Von den Behörden wird nötige Kontrolle gern als Ausrede benutzt (kein Geld für Personal). Geld ist aber für vieles andere da, Beispiel für Kontrolle der Anzahl der Hunde, die evtl. nicht zur Steuer angemeldet sind, Parksünder usw.
Durch eine registrierte Kennzeichnung der Tiere könnten die Tierheime durch verstärkte Rückführung der Fundtiere stark entlastet werden. Die freiwillig den Kampf gegen das Elend, Leiden und Sterben freilebender Katzen kämpfenden Tierschutzvereine würden schon durch die Gesetzestreue der meisten Menschen entlastet. Der Tierarzt Ralf Lang vom als Vorreiter der geforderten Kastrationspflcht für freilebende Katzen agierenden Kreisveterinäramt Paderborn beurteilt die Aussrede, der Erfolg der Maßnahme ließe sich nicht gesichert belegen, wie folgt:
Resignieren ist für die Paderborner Kreisveterinäre aber keine Option. „Jede kastrierte Katze hilft“, betont Tierarzt Dr. Lang. „Ohne solche Programme wären sowohl die Leiden der Tiere als auch die negativen Folgen für Bürger, Kommunen und Steuerzahler noch größer. Sie streichen ja auch nicht das Alkoholverbot aus der Straßenverkehrsordnung, nur weil sie nicht alle Alkohol-Sünder erwischen.“ ……………………………………………………………………………………………………… Im Interesse der unschuldigen Tiere: Möge es noch mehr solcher sachkundigen Menschen und Politiker geben, damit der von unserem Verein nun beim Kreis Unna eingereichte Antrag Erfolg hat und Leiden, Schmerzen und Sterben der unschuldigen Kreatur ein Ende nimmt.

Katzen Streunerhilfe Frö (13)

Denn: Tierheim und Katzenstation quollen im Sommer  über mit Fundkatzen (oftmals krank) und winzigen, pflegebedürftigen Katzenbabys. Anfang Juli war das Kreistierheim gezwungen, die Türen für Besucher zu schließen: die Versorgung und Pflege der zahlreichen abgegebenen Fundkatzen und Flaschenaufzuchten fordert die Mitarbeiter über Gebühr. Wir berichteten.+

Die Freie Liste Unna drängt jetzt massiv auf Handeln: Der Bürgermeister soll über das Ergebnis der Prüfung der Sachlage im nächsten Haupt- und Finanzausschuss berichten. „Gegebenenfalls wird die FLU einen erneuten Antrag zur Problemlösung stellen. Es darf nicht sein, dass durch Kompetenz- und Zuständigkeitsgerangel wichtige Bereiche des Tierschutzes ungeregelt bleiben.“


Zur Rechtslage: Seit Anfang 2015 erleichtert eine neue Verordnung Kommunen in NRW die Einführung einer Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für „Freigängerkatzen“.

Kreise und kreisfreie Städte können in Zukunft bei Bedarf Gebiete ausweisen, in denen regelmäßig frei laufende Hauskatzen kastriert oder gekennzeichnet werden müssen. Die Tierschutz-Zuständigkeitsverordnung in NRW wurde diesbezüglich geändert. Bislang regelten die Kommunen die Kastrations- oder Kennzeichnungspflicht über eine örtliche Satzung. Aber ganz genau waren die Zuständigkeiten beim Problem mit einer überhöhten Zahl verwilderter Hauskatzen nicht geklärt. Die neue Verordnung stellt eine Erleichterung des Verfahrens dar. Wer seine Katze in den ausgewiesenen Gebieten nicht kastriert, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit Ordnungsgeldern rechnen.

Kommentare (5)

  • Burkhard

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    Sollte für jeden Tierfreund eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, seine Katze kastrieren zu lassen!

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    • Silvia Rinke

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      Absolut! Auch Nichtfreigängerkatzen!

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  • Tobi

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    Ich schätze verantwortungsvolle Tierbesitzer !
    Wer ein Tier kauft, übernimmt Verantwortung für Pflege des Tieres und muss dafür sorgen, dass das Tier keinen Schaden anrichtet.
    Diejenigen, die einfach die Haustüre aufmachen und sich nicht drum scheren, was die Tiere beim Streunen anrichten oder diese einfach aussetzen, wenn sie keinen Bock mehr haben, sich drum zu kümmern, handeln höchst unsozial. Tiere kaufen und den Nachwuchs per Internet, ebay oder facebook dann zu verschenken, ist auch nicht toll. Da sollte jeder drüber nachdenken. Kaufe ich aus dem Tierheim, erwerbe ich gut gepflegte und versorgte Tiere.

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    • Silvia Rinke

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      Super Kommentar!

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  • Erich

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    Kein Mensch braucht die vielen streunenden Katzenviecher. Sie richten überall in der Natur eine Menge Schaden an. Deshalb werden sie, trotz Verbot, von Jägern abgeschossen und unauffällig beseitigt. Und das ist gut so.

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