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Flöße selbst gebaut – und die können sogar schwimmen: Kulturcamp am Ruhrufer gestartet

Ein paar Holzpaletten, ein paar Holzlatten, ein paar Wasserkanister. Werkzeug: Akkuschrauber, Säge, fester Bindfaden. „Dann sollen sie man machen“, meint Detlef Steinbach und beoachtet mit verschränkten Armen vergnügt, wie strukturiert die 15 Mädels und Jungs zu Werke gehen. „Die stellen sich sehr geschickt an. Besonders die Mädchen organisieren sich gut“, lobt der Tischlermerister die Jugendlichen, die sich an der Attraktion des diesjährigen Kulturcamps am Ruhrufer versuchen: Flöße selbstgebaut.

Die sollen natürlich anschließend auch schwimmen können, mitsamt ihrer quicklebendigen Fracht ein kurzes Stück vom Himmelmannpark zum Kanuclub Fröndenberg hinunter, sanft gewiegt von den Wellen der Ruhr. Ebenso wie die vorherigen drei Kulturcamps für Jugendliche aus Fröndenberg und Menden hat auch das am Montag gestartete wieder Neuerungen und Attraktionen zu bieten. Dieser Floß-Eigenbau gehört zweifellos dazu. „Der Kurs war sofort ausgebucht“, berichten Birgit Mescher von der Stadt Fröndenberg und Stefan Voss vom Jugendamt Menden, die das diesjährige Kulturcamp gemeinsam betreuen.

Kulturcamp Ruhr Floßbau

Birgit Mescher (Stadt Fröndenberg) und Stefan Voss (Jugendamt Menden) lassen probeweise zwei Floß-Miniaturen zu Wasser, die zum Start des Kurses gestern als Prototypen gebaut wurden. Tim und Jannik (beide 9) im Planschbecken stellen fest: die schwimmen, die Dinger. Beste Voraussetzungen für den Ernstfall also.


Leiterin des kreativen Handwerkervergnügens ist Hanna Rohde, frisch gebackene junge Tischlermeisterin, die in Unna an der Iserlohner Straße eine Kinder Kunst Werkstatt betreibt. Ihr Kollege Detlef Steinbach marschiert eifrig zwischen den sägenden, akkurat ausmessenden und emsig akkurschraubenden Jungs und Mädchen umher und hält das Werden der Flöße in Bildern fest. Hat eines der Mädels vorher schon einmal einen Akkuschrauber in der Hand gehalten? „Nö!“, meinen die jungen Mädchen und schütteln unbekümmert die Köpfe, dass die langen Haare nur so fliegen. „Das kriegen wir schon hin!“

Hanna Rohde und Detlef Steinbach helfen, nicht zuviel, damit Jugend experimentiert und aus eigenen Fehlern lernen kann: Dieser pädagogische Ansatz ist also schon mal gegeben. Den Kontakt zur Kinder Kunst Werkstatt knüpfte Birgit Mescher übrigens beim Fröndenberger Sommerfest. „Hanna Rohde bot dort einen Akkuschrauberkurs an, und ich fand, das wäre doch was für unser Ferienkulturcamp“, erzählt sie. Gedacht, getan. Und damit´s nicht nur beim Phantomschrauben blieb, entschloss sich die junge Tischlermeisterin zum Bau von Flößen – naheliegend, wenn man einen Steinwurf vom Ruhrufer entfernt sein Camp aufschlägt.

Am Donnerstag- und Freitagnachmittag heißt es Floß Ahoi, und Daumen drücken, dass man auf den 50 bis 100 Metern bis zum rettenden Ufer des Kanuclubs nicht kläglich Schiffbruch erleidet. Keine Sorge, dass ein Floß untergeht? „Nö“, meint Stefan Voss unbekümmert. Und Birgit Mescher ergänzt ebenso sorglos: „Dann müsen die alle schwimmen. So kalt ist die Ruhr nicht.“ Untergehen kann ohnehin keiner: Der Kanuclub Fröndenberg leiht freigebig seine Schwimmwesten aus.

Das diesjährige Kulturcamp am Ruhrufer bietet im Himmelmannpark wieder zwei Wochen lang – vom Montag, 20. 7., bis Freitag, 31. 7. – kreative, handwerkliche, sportliche und musische Betätigungen für Kinder und Jugendliche aus Fröndenberg und Menden. Zwei Drittel der Teilnehmer kommen jedes Jahr aus Menden, die Zahl der Mädchen übersteigt jedes Jahr deutlich die der Jungen. Bei einer Abschlussgala stellen die Jugendlichen ihre kreativen Ergebnisse am Freitag, 31. Juli, vor und in der Kulturschmiede vor.

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