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Flink flitzten die Fledermäuse: Uriges Freiluft-Kino bei Fröndenbergs Kanuten

Das war schon urig, wie die Fledermäuse flink vor der Leinwand hin- und herflitzten, wie der fast volle Mond blinzelnd durch die Wolken und durchs dichte Baumlaub auf die nächtliche Cineasten-Szenerie schien. Dazu Stockbrot vom prasselnden Lagerfeuer, zischendes Pils und knisternde Popcorntüten – es hatte was! Und so sprach, nein schwärmte Anna Fantel von der Film- und Medienstiftung denn auch in den höchsten Tönen von diesem besondersten aller diesjährigen „FilmSchauPlätze“: „Dieses Gelände hier ist die tollste Örtlichkeit, die wir in diesem Jahr dabei haben!“

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Das heißt was, denn der diesjährige Open-Air-Kinosommer der NRW-Stiftung hat Freiluft-Filme an 18 besonderen Orten aufgeboten und bietet noch bis zum 10. August weitere auf. Burgschlösser, historische Marktplätze, vorige Woche den Förderturm Bönen… „Ja, das war alles toll“, stimmte Anna Fantel gestern am Kanutenheim am Ruhrufer auch zu. „Doch dieser Platz hier“ – sie kletterte lachend ins Kanu, das malerisch auf der Wiese auf dem Trockenen lag, und schwang temperamentvoll das Paddel – „das ist hier nicht einfach ,schick´! Das ist malerisch, urig! Diese urwüchsige Note…“

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Einfach was Besonderes, stimmte ihr Hubert Salamon vom Fröndenberg-Markting höchst erbaut zu, und beide waren sich zuprostend mit den Kanu-Club-Aktiven einig: „Dieser Platz hier muss nächsten Sommer wieder FilmSchauPlatz werden!“ Sieben Mal war die Film-Stiftung bereits in Fröndenberg zu Gast, mal vor der Kettenschmiede, mal am Golfclub, mal im Freibad Dellwig. Diesmal also beim Kanu-Club an der Ruhrstraße.

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Dabei hatten die Kanusportler eine enge Termintaktung zu schultern. „Der halbe Verein war bis Sonntag in Kanada“, berichtete Wolf Schmidt von der Thekencrew, insofern war es keine wirklich große Tragik, dass für Dienstagabend keine Hochsommerverhältnisse in Aussicht standen und denn auch eher Herbstfrische über die Wiese pustete.

„Bei 30 Grad wäre das mit 300 Besuchern eine logistische Herausforderung geworden“, bestätigte Schmidt, gab sich gleichwohl tiefenentspannt: „Bei mehr Besuchern hätten wir eben kurzfristig mehr Helfer abgestellt. Die Getränke sind auf Kommission besorgt, wenn Würstchen übrig bleiben, nehmen wir die mit nach Hause. Alles gut!“

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Eifrig brieten die Kanuten Steaks und Würstchen, schaufelten Popcorn in Papiertütchen, salzig und süß, rollten Pizzateig auf lange Stockbrotspieße… Brot und Popcorn gab´s sogar kostenlos, das Übrige volkstümlich preiswert, und ein besonders feiner Zug, freute sich Anna Fantel mit Blick auf die vielen Kinder, die auf der Wiese herumsprangen: „Flüchtingsfamilien sind heute Abend zu allem eingeladen. Das finde ich ganz toll.“ Und zur großen Freude der doch leicht fröstelnden Freiluft-Cineasten schenkten die Gastgeber vorausschauend sogar heißen Apfelsaft aus – mit Amaretto zum wärmenden Punsch aufgepeppt…

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Der Film tat sein Übriges zum Warmwerden dazu: „Wir sind die Millers“, eine Warner Bros.-Produktion von 2013 über eine skurrile Drogenkurierfahrt im Wohnmobil, ist eine derart rabenschwarz-schräge Komödie, dass mancher Zuschauer vor Lachen aus seiner Wolldecke rutschte. Zuvor der Kurzfílm „Komparsen“ – fünf Minuten schon mal zum Warmlachen. Herrliches Open Air-Kinovergnügen trotz Herbstfrische.

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