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Filmreife Vorstellung: Verkehrssünder imitiert täuschend echt Ohnmacht – „Flucht“ in Unnaer Krankenhaus

Eine filmreife Vorstellung bot ein Rollerfahrer gestern Polizisten in Dortmund-Aplerbeck: Er spielte so täuschend echt eine Ohnmacht vor, dass die besorgten Beamten ihn tatsächlich eilig ins Krankenhaus nach Unna einliefern ließen. Dort gesundete er abrupt wie durch ein Wunder… und wollte sogar noch im Streifenwagen wieder zurück nach Dortmund chauffiert werden…

Der 44jährige Rollerfahrer geriet gegen 11 Uhr auf der Hauptverkehrsstraße in Aplerbeck mit einem 20-jährigen Pkw-Fahrer in die Haare. Ursache des Streits: Der Rollerfahrer hatte den Autofahrer angeblich überholt. Man stritt zunächst lautstark und ließ dann die Fäuste sprechen. Der Rollerfahrer erlitt durch einen Faustschlag seines Gegners vermutlich einen Nasenbeinbruch. Beim schärferen Hinschauen fiel den herbeigerufenen Polizisten dann auf: Der Verletzte zeigte überhaupt keine Pupillenreaktion. Und er wirkte auffällig nervös und zappelig. Waren da etwa Drogen im Spiel – am Steuer?

Einen Führerschein konnte der Mittvierziger jedenfalls schon mal nicht vorweisen. Also, ab mit zur Wache, Blutprobe. Und dann folgte eine Vorstellung, die selbst langjährig im Dienst befindliche Polizisten so noch nicht erlebt hatten: Kurz nach dem Telefonat mit seinem Anwalt  – die richterlich angeordnete Blutprobe direkt vor Augen – wurde der Rollerfahrer von einer plötzlichen Ohnmacht umnebelt.

Die wirkte sowas von echt. Weder auf Ansprachen durch die Polizisten, Rettungskräfte noch auf eine alarmierte Notärztin reagierte der vermeintlich leblos Daliegende, eine medizinische Erklärung wussten die Rettungskräfte allesamt nicht, also – wurde der Patient tatsächich zunächst in ein Krankenhaus nach Unna gebracht.  Hier, in seinem Krankenbett, erwachte er alsbald wie durch ein Wunder geheilt – offenbar in dem Glauben, der Probe entgangen zu sein. Da allerdings irrte er sich.

Kurz darauf war der 44-Jährige auch schon wieder so fit, dass er die Polizeibeamten unbekümmert fragte, ob er bei ihnen im Streifenwagen denn nun aus Unna wieder mit nach Dortmund fahren dürfte…Trotz der oscarreifen Vorstellung erhielt der Dortmunder natürlich keine Freifahrt im Streifenwagen, was ihn vermutlich nicht unbedingt zu einer Dankesrede an die Polizei motiviert hat. „Wie er den Heimweg angetreten hat“, schreibt die Polizei abschließend, „ist derzeit noch unbekannt.“

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