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Erneut handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Rechten und Linken

Wieder sind in Dortmund Rechte und Linke aneinandergeraten. Vor dem anarchistischen Buchladen „Black Pigeon“ in der Dortmunder Nordstadt hat es gestern Abend eine handfeste Auseinandersetzung mit vermutlich politischem Hintergrund gegeben: Kurz zusammengefasst sollen zwei junge Männer aus dem linken Spektrum von drei betrunkenen Rechten erst angepöbelt, dann attackiert worden sein und wehrten sich dann ihrerseits mit Reizgas.

Erst vor wenigen Tagen hatte es einen brutalen Überfall nach einer rechten Versammlung gegeben, bei der eine 53jährige Frau schwer und ein 42jähriger Mann leicht verletzt wurden. Zudem war die Frau beraubt worden (wir berichteten).

Hier die Informationen, die die Polizei als gesichert an die Presse gibt:

Laut eigenen Angaben verließen zwei junge Männer (23, 24) gegen 21.50 Uhr gerade den anarchistischen Buchladen an der Scharnhorststraße, als sie am Kiosk gegenüber drei Personen bemerkten. Diese sollen sofort angefangen haben, sie zu beleidigen. Kurz darauf soll eine Person aus der Gruppe eine Bierflasche gegen den 23Jährigen geschleudert haben. Nach weiteren verbalen Beleidigungen zückte der 23Jährige Reizgas und setzte es gegen die Kontrahenten ein.

Kurz darauf trafen die alarmierten Polizeibeamten ein. „Diese trafen in der Dreiergruppe vor dem Kiosk auf wenig kooperative Personen“, schreibt die Pressestelle. Die zwei Männer (48 und 66) sowie eine Frau (54, alle aus Dortmund) waren zudem offenbar teils stark alkoholisiert, was freiwillige Atemalkoholtests belegten.

Zur Verhinderung weiterer Straftaten mussten der 48-Jährige und die 54-Jährige den Weg ins Polizeigewahrsam antreten. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie von dort wieder entlassen. Der 66-Jährige Rechte wurde ebenso wie der 23jährige Linke nach Personalienfeststellung, Gefährderansprache und Platzverweis vor Ort entlassen.

Weil ein politischer Hintergrund der Auseinandersetzung nicht auszuschließen ist, hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Diese dauern an.

Kommentare (5)

  • Dagobert

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    In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an den Antifaschisten, der vor einigen Tagen angeblich von Rechtsradikalen angegriffen wurde. Gibt es schon eine rechtsmedizinische Untersuchung der mutmaßlichen Messerstichverletzung ?

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Dagobert, wir können unmöglich jedem einzelnen Fall, über den wir hier berichten, bis zur evtl. Urteilssprechung nachgehen. Ein angebliches Foto des angeblichen Messerstichs ist auf diesem linken Blog eingestellt: https://www.sozialismus.info/2016/08/mordanschlag-auf-antifaschisten-in-dortmund/

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      • Dagobert

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        Mein Frage war nicht als Wunsch nach Recherche gemeint. Sollte der Eindruck entstanden sein, bitte ich vielmals um Verzeihung. In jedem Fall danke für den Link, Frau Rinke :-). Im Studium und im Beruf durfte ich leider schon einige „eingeritzte Hakenkreuze“ und „Messerschnitte“ sehen, die immer eine dramatische Pressemeldung waren und sich nachher (ohne Pressemeldung) als sogenannte „selbst zugefügte Verletzung“ herausstellten(letzter Fall: Die Linke-Politiker Julian Kinzel). Die Rechtsmedizin ist bei mir zwar schon einige Jahre her, aber auf dem ersten Blick passen die Spuren im Hemd nicht zu den Verletzungen am Bauch. Das Hemd wurde mit einem spitzen Gegenstand zerstört, die Bauchverletzung sieht eher nach einem stumpfen Trauma aus, ich kann mich aber auch irren. In jedem Fall bin ich gespannt, wie die Sache ausgeht und ob wir etwas von der rechtsmedizinischen Untersuchung erfahren. Auf mich wirkt die Sache unglaubwürdig.

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        • Silvia Rinke

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          Dann habe ich das falsch verstanden, alles klar, Dagobert.

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  • Helmut Brune

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    Immer wieder Rechte gegen Linke oder Linke gegen Rechte. Wenn da ein wenig Intelligenz und Bereitwilligkeit vorhanden ist, sollte man den güldenen Mittelweg wählen.

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