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Einkaufszentrum in Werne?

Und das, wo die Innenstadt doch eh schon so schlecht besucht ist … Aber von Vorn: In der nächsten Sitzung beschäftigt sich der Stadtentwicklungsausschuss mit der Schaffung neuer Einzelhandelsflächen im nördlichen Stadtgebiet von Werne. Der Verwaltung liegt ein Antrag eines ostfriesischen Unternehmens vor, das im Auftrag der Familie Beckmann ein Bauleitplanverfahren für das Betriebsgelände der Druckerei an der Penningrode einleiten möchte. Das Gelände bietet immerhin eine Fläche von gut 3500 Quadratmetern. Dass es überhaupt dazu kommt, liegt daran, dass sich die Druckerei Beckmann auf einen Teilbereich der Gebäude zurückziehen möchte. Der Betrieb soll modernisiert und den heutigen Anforderungen angepasstwerden, um das Unternehmen langfristig wirtschaftlich zu sichern. Der Antrag sieht vor, dass in den übrigen Gebäuden zwei großzügige Fachmärkte angesiedelt werden sollen. Nach Plänen des ostfriesischen Unternehmens aus Leer soll die Lebensmittelmarktkette „Combi“ mit seinem Vollsortiment auf einer Verkaufsfläche von 2000 Quadratmetern Platz finden. Weitere 900 Quadratmeter sollen an einen Fachmarkt vermietet werden. Ein Drogeriemarkt oder Lebensmitteldiscounter wird da durchaus in erwägung gezogen. Dem Antrag nach, sei auch denkbar, dass es eine Aufteilung mit kleineren Shop-Einheiten mit einem innenstadtverträglichen Sortiment geben könnte. Da steht die Idee mit einer 670 Quadratmeter großen Shopping-Mall mit kleineren Einzelhandelsgeschäften in moderner Architektur im Raum. Neben den 30 Arbeitsplätzen der Druckerei Beckmann, sollen auch bis zu 70 neue dazukommen. So verspricht es zumindest der Investor.

Von der Penningrode aus würde die Zufahrt zu den Parkplätzen für die Kunden führen. Die Anlieferung erfolgt von Bahnofs- bzw. Gutenbergstraße.

Der Antrag des Unternehmens aus Leer geht zunächst einmal ohne Beschlussempfehlung der Verwaltung in die Beratung des Fachausschusses!

Planungsdezernent Ralf Bülte hat zwar Verständnis für das Anliegen der Familie Beckmann,  aber betonte auch, dass es  gegen das Einzelhandelskonzeptes der Stadt verstoße. Dieses wurde in seiner neuen Fassung erst im vergangenen Jahr beschlossen. Das Konzept setzt gezielt auf die Stärkung der Innenstadt, da dort der Zulauf stark abgenommen hat. Das nördliche Stadtgebiet steht dagegen „nur“ als Nahversorgungszentrumauf dem Zettel. Mit dem Aldi-Markt und dem Bäckershop existiert das aber bereits. Es kommt auch noch dazu, dass in Bahnhofsnähe noch zwei leer stehende Ladenlokale zur Verfügung stehen. Wo früher der Drogeriemarkt Schlecker und ein Getränkemarkt waren, herrscht heute gähnende Leere. Vielleicht belegt man ja erstmal diese und diverse andere Verkaufsflächen in der Innenstadt. Dann kann man das nördliche Stadtgebiet immer noch weiter entwickeln.

Die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses findet öffentlich am Donnerstag, dem 25. Februar um 17 Uhr im Stadthaus statt.

 

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