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Eine Stimme, die süchtig macht wie samtiger Rotwein: Cristin Claas und ihre Liebesbeziehung zu Fröndenberg

Mit ihrer Stimme, die so samtig klingt wie guter, nein wie sehr guter Rotwein schmeckt, begrüßt Cristin Claas sich und ihre beiden Musiker einmal mehr als Gäste unter Freunden. Sie summt vor sich hin, strahlt dabei so hinreißend ins Publikum, dass sie gar nicht erst anfangen müsste zu singen, denn sie hat ihre Fröndenberger jetzt schon, von dem Moment an, in dem sie die Bühne betritt.

Cristin Claas und das Kulturschmiedepublikum, das ist eine Liebesbeziehung mit Marmor-Stein-und-Eisengarantie. Seit 13 Jahren macht die zierliche Cristin nun schon gemeinsam mit ihren kongenialen Musikerkollegen Christoph Reuter und Stephan Bormann unerhört gute Musik, und fast genauso lange begeistern die drei im Jahresrhythmus ihr Fröndenberger Publikum.

Viel Stammpublikum darunter, so auch am Samstag wieder in fast ausverkaufter Schmiede, und als wahrscheinlich größter bekennender Cristin Claas-Fan lehnt Kultur für Uns-Vorsitzender Frank Schröer hinten an der Tür und lauscht dem Klang dieser enorm wandelbaren Stimme mit glänzenden Augen hinterher.

Cristin Claas 3

Sie singt mal allein, mal mit ihren brillanten Musikern zusammen, mal singt sie auch gar nicht, überlässt Gitarrist und Keyboarder als Duo die Bühne. Schier unglaublich, wie virtuos beide ihr jeweiliges Instrument beherrschen – wenn Christoph Reuter sich mit geschlossenen Augen selbst vergisst und hemmungslos loslegt, scheint sein Keyboard regelrecht mitzuhüpfen und die Bühne zu erzittern. Ähnlich atemlos Stephan Bormann, man könnte meinen, dort säßen drei Gitarristen – es sitzt dort aber nur einer. Cristin Claas bietet ihrerseits alle Facetten ihrer faszinierenden, unverwechselbaren Stimme auf.

Cristin Claas 2

Über stilistische Grenzen hat sich das Trio stets nonchalant hinweggesetzt, ihre Musik ist ein wilder Mix von allem, was geht und scheinbar gar nicht zusammengeht: Jazz, Songwriting, tonlos gehauchter Sprechgesang zu pianissimo gestreicheltem Piano oder einer einzelnen, kaum hörbar vibrierenden Gitarrensaite. Tempo, Rhythmus, Rock, Pop und Klassik mit Westernstyle zusammengerührt: Aus jeder Schublade hüpfen die drei gleich wieder grinsend heraus und drehen Stilpuristen die Nase.

„Diese Stimme macht süchtig“, flüstert eine Erst-Cristin-Claas-Hörerin vor der letzten Zugabe, dem ultimativ letzten Song dieses herrlichen Abends, aber auch nur dieses Abends, denn sie werden wiederkommen, diese Drei, keine Sorge. Denn Cristin Claas und ihre Band machen süchtig wie verdammt guter Rotwein. Und mit Fröndenberg verbindet sie schließlich eine Langzeit-Liebesbeziehung.

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