Rundblick-Unna » „Ein schwieriger Tag“: Vorläufige Abschlussbilanz des Demo-Samstags in DO

„Ein schwieriger Tag“: Vorläufige Abschlussbilanz des Demo-Samstags in DO

„Ein schwieriger Tag für Dortmund und die Dortmunder Polizei liegt hinter uns.“ So bilanziert die Dortmunder Polizei den Großeinsatz am Samstag mit der Rechten-Kundgebung, friedlichen Gegendemos und linken Krawallen.

– Zu unserem laufenden Bericht vom Tag hier der Link: http://rundblick-unna.de/erste-linksradikale-stoerungen-bei-grossdemo-polizei-setzt-reizgas-ein/


 – Aktuelles Update vorab: Auch Rechtsradikale wurden gewalttätig: http://rundblick-unna.de/rechtsradikale-greifen-polizisten-mit-pfefferspray-und-feuerloescher-an/

Hier die vorläufige Schlussbilanz der Dortmunder Polizei vom Samstagabend.

„Seit dem frühen Nachmittag demonstrierten rund 900 Rechtsextremisten in den Ortsteilen Dorstfeld und Huckarde. Diese Demonstration endete gegen 18.20 Uhr. Im Anschluss wurde durch die Polizei angeordnet, dass die Abreise so schnell wie möglich über den S-Bahnhof Huckarde zu erfolgen hat. Diese verlief dann weitestgehend störungsfrei.

Gegen diesen Aufzug von bundesweiten Rechtsextremisten setzte die Versammlung des Arbeitskreises Dortmund gegen Rechtsextremismus ein friedliches, kreatives und äußerst beeindruckendes Zeichen. Mit in der Spitze bis zu 3.000 Teilnehmern bewegte sich der Aufzug aus Richtung Innenstadt nach Dorstfeld. Hier konnten die Teilnehmer die Rechtsextremisten mit einem gellenden Pfeifkonzert und „Nazi-Raus“-Rufen belegen. Auf dem Wilhelmplatz wurden den Nazis sinnbildlich mit aufblasbaren Würfeln „der Spiegel vorgehalten“.

Dieses können in der Spitze bis zu 3.000 Linksautonome, die über den gesamten Einsatztag polizeiliche Einsatzkräfte attackierten, nicht für sich in Anspruch nehmen. Seit dem frühen Vormittag hatten mehrere hundert Linksautonome versucht, u.a. Sperrstellen der Polizei anzugreifen und zu überrennen. Oft in Kleingruppen wurden die Einsatzkräfte der Polizei zum Teil massiv angegangen und bedrängt.

Die Störer setzten dabei einen Teil der so genannten Spiegelwürfel, Reizgas, Flaschen- und Steinwürfe ein. Mehrere Polizeibeamte wurden durch Widerstandhandlungen im Einsatzverlauf verletzt. Es kam bisher zu 22 freiheitsentziehenden Maßnahmen.

Unter anderem beschädigten Störer mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei direkt an einer Polizeiwache mittels Stein- und Brandsatzwürfen. An den Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.

Viele gesellschaftliche Institutionen hatten gemeinsam mit der Dortmunder Polizei eindringlich zu friedlichem und gewaltfreiem Protest gegen Rechts aufgerufen. Trotzdem versuchten rund 3.000 Unverbesserliche, den polizeilichen Großeinsatz zu destabilisieren. Genau wie es vorher angekündigt wurde, prägte Militanz das Vorgehen. Erreicht hat diese Gruppe nichts! Außer: mehreren verletzten Polizeibeamten, Sachschäden, zahlreichen Strafanzeigen und einen unschönen Kontrast zu den vielen friedlichen Demonstranten.

Die Versammlungen verursachten im Dortmunder Westen, in der Nordstadt und rund um den Hauptbahnhof erhebliche Verkehrsbehinderungen und Beeinträchtigungen für die Dortmunder Bevölkerung.

Die Dortmunder Polizei hat Verständnis über den Unmut und Ärger, den diese Beeinträchtigungen mit sich gebracht haben. Leider waren die Beeinträchtigungen nicht zu verhindern.

Die vielen tausend Polizeibeamtinnen und -beamten aus ganz Deutschland haben seit den frühen Morgenstunden bei hohen Temperaturen dafür gesorgt, dass es nicht zu Konfrontationen und Ausschreitungen zwischen den beiden extremistischen Lagern gekommen ist.

Die wesentlichen Einsatzziele, wie das Verhindern von fremdenfeindlicher und menschenverachtender Hetze in Wohnbereichen mit hohem Migrantenanteil, Schutz friedlicher Versammlungen und konsequentes Vorgehen gegen Straf- und Gewalttätern wurde erreicht. Wir haben zudem gewährleistet, dass die zahlreichen Veranstaltungen in unserer Stadt, wie das Fest der Chöre, Dortmund á la Carte, Festi Ramazan oder das Afro Festival Ruhr unbeschwert und störungsfrei durchgeführt werden konnten.“

Kommentare (29)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Ich nenne das mal nicht Demonstration sondern plumpen Aufruhr. Meines Erachtens hat es weder den Rechten, noch den Linken, irgendetwas gebracht. Wohl aber wird es sehr viel gekostet haben. Enormer Polizieieinsatz, Sachbeschädigungen, behandlungen von Verletzten u.s.w. . Ich kann mich irren aber mir erscheint es als eine völlig sinnlose Aktion.

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    • Hans-Otto Dinse

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      Wenn es nach den Kosten ginge, dürfte kein Fußballspiel mehr stattfinden. Die Frage muss lauten: „wer verursacht die Kosten“?

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    In den Einsatzberichten ist von rund 8000 Polizeibeamten die Rede.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Sieh an, das muß eine gewaltige Summe sein, die das kostet. Viel Sicherer, Billger und folglich Besser wäre es, sowas von vornherein zu verbieten.

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      • Hans-Otto Dinse

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        Nicht so allgemein H.B. . Was muss verboten werden?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das Demonstrationsrecht gehört als Recht auf freie Meinungsäuißerung zu den höchsten Gütern der Demokratie. Zu verurteilen sind die Gewaltausschreitungen.

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Da bin ich gleicher Meinung, was das Recht angeht. Die Gewaltsausschreitungen verstoßen aber gegen eine Anzahl anderer Gesetze und sind eine Gefahr für unschuldige Mitbürger.

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      • Hans-Otto Dinse

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        Wessen Gewalt-Ausschreitungen, H.B.?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Absolut, Helmut.

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  • Jens Kampe via Facebook

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    Der Extremismus zieht hauptsächlich Idioten an. Auf beiden Seiten.

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  • Sven Arnt via Facebook

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    Schöner Bericht ?.

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  • Tobias Habekost via Facebook

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    Die Linken sind kein bißchen besser, als die Rechten. Beide Lager sind nicht die hellsten Leuchten in der Lampenabteilung…

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  • fürst

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    Ausgewogener, fairer Bericht, wie ich meine.

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  • Christiane Kramer via Facebook

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    Ständig geht bei solchen Aktionen Gewalt von den Linken aus! Warum wird da nicht härter durchgegriffen und diese verboten ?

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  • Dagobert

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    Das die Rechtsradikalen nicht die Hellsten sind, steht außer Frage. Trotzdem würde mich interessieren wieviel (oder besser : ob)Gewalt auch von den Rechten ausgegangen ist. Leider gibt es hierzu immer wenig Informationen.

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Dagobert, in den bisherigen Berichten – sei es der Polizei oder anderer Medien – ist von gewalttätigen Übergriffen durch Rechtsradikale bei der Demo nichts zu finden. Wir durchforsten heute mal das Netz. VG von der Redaktion.

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    • Dagobert

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      Danke für die Info, Silvia Rinke.
      Wenn es dann so wäre, dass tatsächlich keine Gewalt von den Rechten ausging,hätten ja die Grünen, Linken, „Quersteller“, „Blockado“ und alle „Bündnisse gegen Rechts“ schlichtweg das Thema verfehlt. Eigentlich müsste dann bei der nächsten Rechten-Demo der Bürgermeister von Dortmund einen „Aufschrei der Anständigen“ fordern und eine „Vereinigung gegen linke Gewalt“ oder ein „Bündnis gegen Links“ gründen.

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    • fürst

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      http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/neo-nazis-und-linksautonome-sorgen-fuer-aerger-in-dortmund-id11885731.html
      Dort heißt es u.a: „…Probleme machten auch vermummte Linksautonome….“ !Auch!
      Zumindest wird -schon im Berichtstitel- suggeriert, daß Gewalt von den Rechten ausging.
      „Neo-Nazis“ wurden zudem zuerst genannt.

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      • fürst

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        …SO wird „Stimmung“ gemacht.

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Die Dortmunder Ruhr Nachrichten kommentieren das Geschehen heute übrigens mit der unerfreuten Feststellung: „Diese Stadt schafft es einfach nicht, gemeijnsam mit voller Wucht friedlich zu demonstrieren“.

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  • Boesartig

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    Wer mal unabhängige Informationen haben möchte, bekommt sie hier :

    http://www.beobachternews.de/2016/06/05/kunstaktion-stoert-polizei-und-neonazis/

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    • Dagobert

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      Danke für diesen hochinteressante Link, man hat beim Lesen den Eindruck, dass diese „Kunstaktion “ von Anfang an nur dafür da war, unsere Polizei anzugreifen. Ich bin neugierig, ob bei der nächsten Demo „Kunstwürfel“ zugelassen werden. Letztendlich bestätigt sogar diese Seite, dass die Demo der Rechten vollkommen gewaltfrei ablief. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast schon unterhaltsam, wie die Polizisten(die einfach nur gute Arbeit gemacht haben und dabei das Leben riskierten) als Gewalttäter dargestellt werden, welche die tapferen „AntifaschistInnen“ mit brutalsten Sonnenstrahlen quälen. Wenn ich Polizist wäre, würde ich gegen so eine Berichterstattung vorgehen und den Staatsschutz einschalten.

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      • Boesartig

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        @Dagobert mit dem link wollte ich auch keine position für irgendeine Seite kundtun, sondern nur zum ausdruck bringen wie ich mir seriöser journalismus vorstelle und wünschen würde auch z.b. vom rundblick.

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        • Dagobert

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          Das habe ich gemerkt, Bösartig. Genauso wie die Schönheit und der Verrat liegt die Objektivität häufig im Auge des Betrachters. Der von Ihnen gepostete Bericht ist für meinen Geschmack zu linkslastig, rechtsradikale Schmierblätter sind mir zu rechtslastig. Der Rundblick berichtet (meiner Meinung nach) sehr objektiv und neutral, so finden Sie hier ja auch weiter unten den Link zum(neutralen!) Bericht über Rechtsradikale, die Polizisten angegriffen haben und zu Recht dafür bestraft werden. Wenn Ihnen der Rundblick zu unseriös ist, lesen Sie halt „Beobachternews“, „indymedia“ oder „Domradio“, ich glaube aber kaum, dass der Rundblick Ihnen zu Liebe das Verhalten von Linksradikalen beschönigen wird.

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        • Dagobert

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          So „neutral“ berichtet übrigens die größte österreichische Zeitung über Linksradikale:
          http://www.krone.at/Wien/Polizei-Panzerwagen_faehrt_in_Wien-Ottakring_auf-Linke_Asyl-Demo-Story-509196
          Lesen Sie ruhig auch die Kommentare der Österreicher

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Ein unerfreuliches Update. Es gab noch mehr Ausschreitungen – und zwar von Rechtsradikalen, am späten Abend. Auch hier waren wir nicht dabei (!), deshalb das, was die Polizei berichtet: http://rundblick-unna.de/rechtsradikale-greifen-polizisten-mit-pfefferspray-und-feuerloescher-an/

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Unerträglich was sich da abspielt. Die blöden Rechten meinen wohl auch jetzt Oberwasser zu haben. Aber konsequent eingeschritten. Hoffe von den Randalierern egal aus welchem Lager gehen auch mal welche in den Knast.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dem scjhließen wir uns an: Unerträglich.

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