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Ein königliches Debakel oder Die Tragik des Königs

Es ging wirklich nur um diese eine Mail. Jene eine Mail, in der Piratenchef Christoph Tetzner Kontakt mit Massens SPD-Ortsvorsteher aufnehmen wollte und dazu die SPD-Büroleiterin um Vermittlung bat. Inklusive Bitte um Vertraulichkeit, sprich am SPD-Fraktionsvorsitzenden vorbei. Das reichte, damit Bärbel Risadelli mit fast 60 Jahren ihren Job verlor. Fristlos.

Härter und radikaler kann sich ein Arbeitgeber nicht von einer Arbeitnehmerin trennen, zumindest nicht auf legalem Weg. „Da liegt noch was anderes vor“, hielten sich noch bis kurz vor dem Gütetermin Spekulationen, „Diebstahl. Oder sie hat  vertrauliche Unterlagen weitergegeben.“ Nein. Bärbel Risadelli hat nichts dergleichen verbrochen. Sie hat lediglich – mit einem Mausklick – eine Mail weitergeleitet und zuvor noch zwei erklärende Sätze dazu in den PC getippt. Es ging tatsächlich nur um diese Mail.

Um nachzuvollziehen, was den SPD-Vorsitzenden zu dieser „Skandalkündigung“ getrieben hat (in Parteikreisen machte am Freitag schon „Debakel“ die Runde), war es aufschlussreich, der Güteverhandlung im Saal 133 des Dortmunder Arbeitsgerichts beizuwohnen. Volker König, wie seine ehemalige Arbeitnehmerin mit größerem Gefolge angereist, wirkte in seinem Zorn absolut authentisch.

Seine Empörung, seine Wut über diese für seine Empfindung „vollkommen indiskutable“ Illoyalität seiner Fraktionsgeschäftsführerin – die doch „SEINE“, des Königs Fraktionsgeschäfte führen und nicht Vertraulichkeiten mit missliebigen Piraten pflegen sollte – war nicht aufgesetzt. Er war und ist tatsächlich davon überzeugt, dass tiefe persönliche Verletztheit ausreicht, um einer bis dato kreuzloyalen Mitarbeiterin von einem Moment zum anderen den beruflichen Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Risadelli Gütetermin 3

Dass es hier um Arbeitsrecht geht, um nüchterne juristische Vorgaben und Gesetze, an die man sich als Arbeitgeber (auch mit Hang zu monarchistischem Führungsstil) schlicht zu halten hat, schien gar nicht bei dem SPD-Vorsitzenden anzukommen. Selbst als es ihm die Arbeitsrichterin – mahnend zu ihm herübergebeugt – in Fettdruck klarzumachen suchte: Für eine fristlose Kündigung sieht das Arbeitsrecht schwerwiegende Gründe vor, einen schweren Vertrauensbruch, den sie in Risadellis „Botinnenfunktion“ für eine Mail an ein Mitglied ihrer eigenen Partei einfach nicht erkennen könne. Nein.

König beharrte weiter auf seinem Recht, trotzig und vollkommen resistent gegen die Warnungen der Richterin vor finanziellem Harakiri durch eine krachende gerichtliche Niederlage.  Dass der Verfasser dieser fatalen Mail ausgerechnet dieser lästig rathauskritische Ratspirat war, der mit einigen Sozialdemokratinnen persönlich befreundet ist und sich auch mit Bärbel Risadelli glänzend versteht, machte die Sache nicht besser.

Piratenchef Christoph Tetzner mit den SPD-Oberstadt-Damen Maggie Strathoff (li.) und Ingrid Kroll.

Piratenchef Christoph Tetzner mit den SPD-Oberstadt-Damen Maggie Strathoff (li.) und Ingrid Kroll.


König hatte Tetzners Gesprächsbitte über die Landesstelle zuvor Risadelli gegenüber wegwerfend abgewiegelt mit: „Tetzner? Wer ist Tetzner? Mit dem muss ich nicht reden.“ Ausgerechnet mit Wer-ist-Tetzner machte seine Büroleiterin dann hinter seinem Rücken gemeinsame Sache. Und der Empfänger der verhängnisvollen Mail wird auch nicht wirklich dazu angetan gewesen sein, Königs erhitztes Gemüt abzukühlen: Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht ist  Ehemann der bekannt König-kritischen Vizefraktionsvorsitzenden Gudrun Friese-Kracht.

Gudrun Friese-Kracht Peter Kracht

Diese wiederum hatte in einem sehr offenen und SPD-selbstkritischen Interview vor einem Dreivierteljahr den Zustand der Partei (damals schon) als besorgniserregend eingestuft.  Damit sammelt man keine Bonuspunkte beim Vorsitzenden, schon gar nicht in Komplizenschaft mit einem lokalen Medium, dem König mit konsequenter Ignoranz begegnet. (Wir wissen übrigens nicht, warum.)

Und so war es auch nur noch ein weiterer Tropfen im  übervollen Fass, dass Friese-Kracht am Vorabend der Güteverhandlung – einem Paukenschlag gleich (aus Sicht Königs und seiner Fürsprecher einem Dolchstoß gleich) – eine persönliche Erklärung an die Gesamtfraktion mailte: Volker König kündigte Risadelli im Alleingang ohne Fraktionsbeschluss.

Eine zielgerichtet platzierte Attacke, für die Gudrun Friese-Kracht  (wie man hört) nun eine Vorstandssondersitzung blüht, ein Straftribunal (es wäre nicht das erste – ihre Mit-Vizevorsitzende Ingrid Kroll kennt sich mit Tribunalen aus). Eine Attacke, die indes das  Debakel der Unnaer SPD-Fraktion schmerzlich offenlegte. Sie gibt ein desolates Bild ab, zertrümmert und in sich verfeindet, von tiefem gegenseitigen Misstrauen und persönlichen Verletzungen durchtränkt.

Das alles konnte die Arbeitsrichterin nicht wissen, es war – und ist für den weiteren Verlauf – auch unerheblich. Denn im Arbeitsrecht geht es nicht um persönliche Eitel-und Befindlichkeiten. Man konnte sich freilich  fragen, was Königs Rechtsanwalt Jens Peter Hüser geritten hat, immerhin Fachanwalt für Arbeitsrecht, als er allen Ernstes der Arbeitsrichterin gegenüber argumentierte: Fristlos sei Bärbel Risadelli deswegen hinausgeflogen, weil bei  ordentlicher Kündigung die Frist von 6 Monaten gegolten hätte. „Ungewöhnlich lang“, behauptete Hüser.

Und diese so ungewöhnlich lange Frist, in der man noch aneinander gekettet ist,  sei seinem Mandanten nach dieser unfassbaren Illoyalität (das „unfassbar“ verwendete König) nicht zuzumuten gewesen. Fristlose Kündigung also, weil die Kündigungsfrist zu lang ist. Solche Sätze ließen Zuhörer glauben, sie hätten sich verhört. Auch die Arbeitsrichterin reagierte mehrfach äußerst irritiert.

Michael Hoffmann, Valerio Panareo, Bärbel Risadelli

Einen Schlüsselsatz zum Verständnis dieses Desasters, zu dem sich dieser Kündigungsstreit für die SPD-Fraktion auszuwachsen droht (inzwischen fast unabhängig davon, wer jetzt am Ende in welchen Positionen Recht zugesprochen bekommt), lieferte König selbst: Bei der strittigen Frage, ob er Risadelli im Alleingang überhaupt kündigen durfte, antwortete der Nachfolger Michael Hoffmanns bebend vor zorniger Erregung: „Michael Hoffmann hat sie im Alleingang damals auch eingestellt – und ich soll jetzt nicht das Recht haben, ihr zu kündigen? Das gibt es doch alles nicht!“ In diesen Worten schwang so viel Verbitterung mit, dass man einen Moment wirklich Mitleid empfinden konnte mit diesem Nachfolger einer – man kann sagen – Unnaer Polit-Legende.

Volker König trat an, Teamplayer und „Wir“-Fraktionschef zu sein. Er wollte gar nicht erst den Versuch machen, in Hoffmanns übergroße Fußstapfen zu treten. Aus dem übermächtigen Schatten seines verstorbenen Vorgängers hat König nie herausgefunden – und seine verbitterte Bemerkung im Gerichtssaal ließ vermuten, dass ihm das schmerzlich bewusst ist.

Außerdem hat König mit dieser Bemerkung seinen Alleingang faktisch zugegeben. Aber auch das ist inzwischen fast unerheblich.

Wenn jetzt in der zweiten Runde beim Kammertermin tatsächlich ein Toter als Kronzeuge dafür herhalten soll, dass in Unnas SPD-Fraktion  Vorsitzende eigenmächtig Personal einstellen und wieder hinauswerfen können,  wenn dafür jetzt (nachträglich?)  Unterschriften getreuer Vasallen gesammelt und die Gräben noch tiefer ausgehoben werden, als sie sowieso schon sind: Dann ist Unnas SPD-Fraktion – größte Ratsfraktion der Kreisstadt (noch, muss man wohl sagen) – endgültig an ihrem Tiefpunkt angekommen. Menschlich – moralisch – sozialdemokratisch.

Schönes neues Jahr SPD

Kommentare (25)

  • Helmut Brune

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    Wenn ich diese Wiedergabe vom Ablauf des Gütetermins lese, ( und ich zweifele keine Sekunde an der Aufrichtigkeit dieses Artikels) , muss ich einfach nur den Kopf schütteln.
    Jemand der zum Parteivorsitzenden gemacht wurde, sollte sich doch der Rechtmässigkeit seines Handelns bewusst sein. Offenbar ist er aber nur den Spuren seiner eigenen Meinung gefolgt, mit der Überzeugung, dass das die richtige Handlungsweise ist. Dass ein Politiker so naiv sein kann geht mir nicht in den Kopf. Alle Zweifel, die ich bisher über die Integrität der Person König hatte, sind hierdurch noch um Einiges verstärkt worden. Meiner Meinung nach wird es für die SPD Zeit, sich auf den Zusammenhalt innerhalb der Partei zu konzentrieren und sich nicht durch fragwürdige Handlungen einer Einzelperson noch tiefer in den Schlamassel ziehen zu lassen.

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  • Friedhelm K.

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    Sehr geehrte Damen und Herren,
    jetzt habe ich zumindest einmal ein Bild von den beteiligten Damen. Jetzt erschließt sich mir doch einiges. Kann es sein, das die abgebildeten Damen ein gutes politisches Verhältnis zu Herrn Hoffmann hatten? Haben Sie auch Fotos von den politischen Freunden von Herrn König? Das würde es etwas einfacher und runder machen. Jedem Laie dürfte jetzt klar sein, dass es hier nicht mehr um Politik geht, sondern um persönliche Befindlichkeiten. Wer unterstützt, die doch sehr sympathischen Frauen? Liegt hier eventuell das Problem? Will die eigene Partei, ihre doch nach außen hin gut vertretenden Genossinnen austauschen? Dann muss aber meine Partnerstadt Unna sehr gut aufgestellt sein. Jedoch interessiert mich, wie die Parteispitze mit dem gestrigen Debakel verfahren wird. Die Gräben müssen sehr tief sein, um eine Stadt wie Unna, in andere politische Hände zu überreichen. Kann es auch sein, dass irgend jemand Herrn König vorführen möchte und dieser läuft blindlings in sein persönliches Waterloo? Was ist bei euch los? Ist hier jemand, der dieses näher erläutern kann? Haben die SPD-Mitglieder keine eigene Meinung? Aus dem Artikel ist zu lesen, dass Frau Risadelli ihren eigenen SPD-Ortsvorsteher aus Maassen über wichtige Dinge bzgl der Flüchtlinge in Maassen informiert hat. War das unsozial und nicht im Sinne der Parteiführung? Hier sollte doch die SPD ganz eng bei dem Thema sein und ihren Ortsvorsteher informieren. Wollte sich die SPD bei diesem wichtigen Thema herausziehen?

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    • Jacky Gi via Facebook

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      Es freut mich sehr, dass endlich jemand diese ganze Geschichte hinterfragt.
      Auf dieser Plattform werden seit Wochen Halbwahrheiten verbreitet und diese mit persönlichen Befindlichkeiten vermischt.
      Die Personen die Auskünfte über die wahre Entwicklung der Angelegenheit geben könnten, sind schlau genug, es nicht hier zu tun. Eine arbeitsrechtliche Angelegenheit sollte nicht von der ganzen Community zerpflückt werden.
      Wir können nur froh sein, dass die Unnaer Lokalpolitik nicht nur aus fünf bis zehn Personen besteht.

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      • Friedhelm K.

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        gerade diese Halbwahrheiten wären ja wichtig aufzuklären. Es erstaunt mich wirklich, dann gerade dieses Medium nicht zu wählen. Der Wähler wartet förmlich auf eine sachliche Darstellung, falls Informationen fehlen. Die arbeitsrechtliche Angelegenheit ist durch den Termin am Freitag nun öffentlich und aus den Zeitungen und Berichten ist zu entnehmen, daß es nur um eine Email ging. Sollte dieses der Grund der fristlosen Kündigung gewesen sein, wird leider wohl der anstehende Kammertermin zu einem weiteren Fiasko. Schlau wäre es gewesen, erst gar keine fristlose Kündigung auszusprechen, statt eine ganze Fraktion zu spalten. Aber gerade diese Fraktionsmitglieder sollten sich dann äußern, sie sind von der Öffenlichkeit gewählt. Es gibt nichts Schlimmeres als zu glauben, ein Problem aussitzen zu können. Das Vertrauen verspielt sich mit jedem weiteren Tag.

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Bei allem Unverständnis über Königs Handeln, er kann einem fast leid tun. Ähnlich Merkel verbohrt in einen Allmachts- und Unfehlbarkeitsanspruch hat er sich in eine Ecke verrannt, aus der er ohne Gesichtsverlust nicht mehr heraus kommt.

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  • Mike

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    Anscheinend ist da jemand beratungsresistent, sein Anwalt wird ihm wohl vorher die Rechtslage erklärt haben, die Richterin hat deutlichste Worte gefunden, aber nein, eigene Interessen sind wichtiger als das Parteiwohl. Er hatte bei dem Termin eine Möglichkeit zur Problemlösung, er wollte das Problem nicht lösen sondern er will der SPD weiter schaden, neben dem Ansehensverlust, dem Wählerschwund wird es wohl auch einen nicht unerheblichen finanziellen Schaden geben für die SPD. Den Wählerauftrag komplett aus dem Auge verloren, entgegen der Parteiprinzipien handeln, wie sieht denn die Lösung des Problems seitens der SPD Basis aus ? Oder gibt es dort keine Demokratie mehr sondern es ist eine Diktatur ? Einer kann weltfremd und selbstherrlich machen was er will ? Nun wird sich zeigen wo die SPD steht und wo sie hingehen wird und ob sie wieder sozial wird oder belanglos in eigenen Streitigkeiten abstürzt… Es wundert sich noch jemand über die Poltikverdrossenheit der Bürger, das ist ein perfektes Lehrstück warum dem so ist.

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Die SPD steht bald nur noch in den Geschichtsbüchern, ihre Gegenwart versaut sie lokal und auf Länder-/Bundesebene gerade so richtig gründlich, eine echte Zukunft hat sie nicht mehr.

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  • Markus Antonius

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    Dolchstoss? Die Legende kommt mir irgendwie bekannt vor.

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  • Martina Tsatsoulis via Facebook

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    Ich hoffe es kommt so langsam in manchen Köpfen an das es wirklich NUR um diese Mail ging… Ist wahrscheinlich so schwierig dies zu glauben weil es schier unglaublich ist aus so einem Grund fristlos gekündigt zu werden!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Martina Tsatsoulis, es gab ja schon viele vergleichbare Fälle, die Richterin erinnerte z. B. an den Fall Emmy – Rauswurf wegen eines 1,30 Euro-Pfandbons – und ließ diesen Vergleich auch zu Protokoll nehmen. Wegen des Verzehrs einer Maultasche oder dem Aufladen eines Handys sind in Deutschland auch schon Mitarbeiter fristlos hinausgeflogen.

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    • Martina Tsatsoulis via Facebook

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      Ja und das ist genauso lächerlich… Ok, das mit der @-Mail finde ich eigentlich noch lächerlicher…

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Das Tragische für die betroffenen Arbeitnehmer ist gleichwohl, dass er – vollkommen unabhängig davon, wie lächerlich und/oder ungerechtfertigt der Grund ist – erst einmal arbeitslos ist. Und bei einer fristlosen Kündigung greift bis zum Beweis der Unrechtmäßigkeit die Sperre beim Arbeitslosengeld – drei Monate bekommt der Gekündigte also buchstäblich keinen Cent, egal ob der Rauswurf gerechtfertigt war oder nicht.

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    • Martina Tsatsoulis via Facebook

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      Ja, ich weiß. Um so bitterer das eine sozialdemokratische Partei, anscheinend wegen persönlicher Befindlichkeiten, eine Mitarbeiterin zur Hartz IV Empfängerin macht. Mal abgesehen davon das auch dort nicht so schnell der ,Rubel‘ rollt. So etwas finanziell aufzufangen ist wirklich nicht so leicht!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Wir werden diese Thematik noch einmal gesondert beleuchten, Martina Tsatsoulis. Der Hinweis auf die sozialdemokratische Partei kam im Übrigen – etwas überraschend in dieser Deutlichkeit – auch von der Richterin.

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    • Martina Tsatsoulis via Facebook

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      So sehr überraschend finde ich das gar nicht! Ist ja schon alles sehr skurril…

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Überraschend insofern, als die juristische Betrachtung von parteipolitischer Zugehörigkeit unabhängig ist.

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    • Martina Tsatsoulis via Facebook

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      Ok, das stimmt natürlich!

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  • Michael Strobel

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    Lieber Genosse Volker König, liebe Genossin Bärbel Risadelli, liebe Genossinnen und Genossen der SPD – Ratsfraktion im Rat der Stadt Unna!
    Ja, ich trau mich mal. Obwohl wir 2014 unseren Hauptwohnsitz nach Berlin verlegt haben, interessiere ich mich nach wie vor für die wichtigsten Geschehnisse in Unna. Schließlich haben wir dort rund 36 Jahre sehr gerne gelebt und, was mich betrifft, gearbeitet. Auch unsere Töchter haben in zahlreichen Dokumenten „Unna“ als Geburtsort stehen. Das alles verbindet. Mit äußerster Betroffenheit verfolge ich seit einigen Wochen die Berichterstattung über den aktuellen Zustand Eurer Fraktion. Liebe Genossinnen und Genossen, Ihr seid 2014 gewählt worden, um mit aller Kraft der schönen Stadt Unna zu dienen. Für mich sieht es seit einiger Zeit allerdings so aus, dass Ihr Euch hauptsächlich frei nach dem Motto „Feind – Todfeind – Parteifreund“ nach allen Regeln der Kunst als Fraktion selbst zerlegt und damit nicht zuletzt das Vertrauen Eurer Wählerinnen und Wähler, auch im Hinblick auf die nächste Wahl, verspielt. Das Schielen auf den Arbeitsgerichtstermin am 3. Mai kann nicht die Lösung sein. Wie auch immer dieser Prozess ausgeht, am Ende wird, davon bin ich überzeugt, ein klassischer Pyrrussieg stehen. Wenn Ihr die totale politische und vor allem menschliche Katastrophe, auf die Ihr Euch meines Erachtens ungebremst zubewegt, noch verhindern wollt, dann gibt es meiner Erfahrung nach nur einen Ausweg: Volker und Bärbel, Ihr solltet dazu bereit sein, Euch möglichst umgehend einer / einem wirklich guten Mediator(in) anzuvertrauen. Wenn dieser Prozess (hoffentlich!) positiv verlaufen ist, sollte sich die Gesamtfraktion zusammen mit ausgewiesenen Expertinnen / Experten aus den Bereichen Supervision / Coaching / Organisationsentwicklung im Rahmen einer Klausurtagung (mind.) ein Wochenende über in (idealerweise) eine parteinahe Bildungsstätte zurückziehen und mit Unterstützung dieser Experten eine tragfähige Arbeits- und Beziehungsstruktur entwickeln. Am Ende muss nicht jede(r) jede(n) lieben, aber alle müssen respektvoll miteinander umgehen und vor allem dem Vertrauensvorschuss der eigenen Wählerschaft gerecht werden. Vielleicht erscheint Euch in der augenblicklichen Situation ein solcher Weg utopisch, aber, wenn Ihr alle im letzten Moment noch eine Veränderung zum Besseren hin wollt, dann könnt Ihr das auch schaffen. Viel Zeit bleibt Euch, wenn ich das aus rund 500 km Entfernung richtig sehe, allerdings nicht mehr.
    Mit freundschaftlichen Grüßen aus Berlin, Michael Strobel

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    • Helmut Brune

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      Dieser Kommentar ist Toll und entspricht im Grossen und Ganzen meiner Art zu denken. Auch wenn ich meine Gedanken nicht so Gut in Worten ausdrücken kann. Ich lese hier deutlich eine positive und aufbauende Kritik. So sollte es sein. Kompliment, Michael Strobel.

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  • Jannis Metzidakis via Facebook

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    Manchen Leuten sieht man die Ignoranz und Arroganz wahrlich am Gesicht an. Gesichter und deren Züge sprechen für sich.

    Man kann nicht nicht kommunizieren. Herrn König sieht man auf den ersten Blick an was für ein verbitterter, verbohrter und rechthaberischer Mensch er ist. Nicht mal in dieser Situation gelingt ihm eine aufrechte Haltung. Gebückt und gedrungen behaart er stur auf seine kleine unmaßgebliche Sicht der Dinge.

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  • w.kaufmann

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    Grundsätzluch gebe ich Herrn Strobel Recht. Allerdings ist es jetzt für eine solche Mediation zu spät. Alle anderen Ausführungen kann ich nur dick und fett unterstreichen. Herr König hat sich als starrsinnig völlig empathielos und unsozial geszeigt. Führungsqualitäten kann ich nicht erkennen. Weder beim Personal noch in der Fraktion. Wissentlich hat er die Fraktion mit seinem Tun und Alleingang ins Abseits gebracht. Die größte Fraktion, die in der politischen Verantwoetung steht hat versagt. Das muss man auch so deutlich sagen. Bis aus 2 Ausnahmen hat der Rest der Fraktion König nicht gestoppt. Man hat ihn agieren lassen und das ist genauso eine Schande. Die Fraktion hat versagt ,in dieser Situotion Verantwortungslos gehandelt. Wie will die Fraktion mit einem echten politischen Problem umgehen. Gar nicht weil unfähig…“schade“! Die Herren Ganke und Kaczmarek und auch der Bürgrrmeister haben es entweder nicht geschafft oder nicht gewollt den Monarchen zur Reson zu bringen. Jetzt ist nichts mehr zu kitten. Das Einzige was die Bürger in Unna und mitlerweile auch über die Stadtgrenze hinaus beschwichtigen könnte ist ein Cut und soziale Gerechtigkeit. König muss abgesetzt und Frau Risadelli wieder eingestellt werden. Die eigene und auch die anderen Ratsfraktion en können König nicht mehr ernst nehmen und vertrauen. Also Abwahl!

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  • Burkhard

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    Seit über 30 Jahren habe ich sozialdemokratisch gewählt, bei jeder Wahl bin ich zur Urne gegangen. Bei der letzten Bürgermeisterwahl bin ich Protest gar nicht hingegangen. Man hatte ja auch keine wirkliche Wahl. So langsam glaube ich, unsere etablierten Parteien verstehen die Demokratie als Selbstbedienungsladen, wo es nur um die eigenen Pfründe geht. Und diese Selbstherrlichkeit findet in diesem Arbeitsgerichtsverfahren ihren Ausdruck. Nicht die Rechtspopulisten zerstören die Demokratie und ihre Werte, das besorgen die machtgeilen Pöstchenkleber in allen Parteien schon selbst.

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  • Friedhelm K

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    Mich wundert, dass Herr oder Frau Wunderlich noch nicht geantwortet haben. Warum? Darauf warten wir, Sie haben doch andere Wissen. Wo sind Sie? L wartet auf eine ehrliche Antwort

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