Rundblick-Unna » Dortmunder Ultras griffen Polizisten an: Beamte bespuckt, getreten – Über 200 Festsetzungen

Dortmunder Ultras griffen Polizisten an: Beamte bespuckt, getreten – Über 200 Festsetzungen

Chaotische Szenen spielten sich gestern am späten Abend nach der Spielbegegnung des BVB gegen PAOK Thessaloniki ab. In der Dortmunder City wurden Polizisten von gewalttätigen Dortmunder Ultras angegriffen. Es gab 11 Festnahmen.

Wir berichteten bereits gestern am späten Abend kurz aktuell. Hier der ausführliche Bericht der Dortmunder Polizei – er zeugt von erschreckender Rohheit und Gewaltbereitschaft.

ZUGLEICH stellte die Fanseite schwatztgelb ihre Sicht der Dinge ein. Unter der Überschrift „Die Polizei Dortmund hat abgewirtschaftet“ wird der Verlauf des Abends anders dargestellt. Der komplette Artikel ist zu finden unter http://www.schwatzgelb.de/2015-12-11-unsa-senf-die-polizei-dortmund-hat-abgewirtschaftet.html

Hier nun die offizielle Darstellung der Polizei Dortmund:

Nach Spielabpfiff verbrannten Dortmunder Ultras in Block 12 des Signal-Iduna-Parks Fanutensilien von PAOK Thessaloniki. Anschließend liefen rund 250 Ultras -The Unity, Desperados und Junge Borussen- vom Stadion zur Haltestelle Westentor in der Dortmunder Innenstadt.

Nach erster Sichtung von Videomaterial und ersten Zeugenaussagen kam es beim Einsteigen in die U-Bahn gegen 22 Uhr zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Ultras versuchten dort geschlossen in eine Bahn zu gelangen. Polizeibeamte, die zur Sicherung in der U-Bahn eingesetzt waren, wurden durch Schläge und Tritte aus der Bahn gedrängt.

Aufgrund der geringen Kapazität von 2 Waggons passten nicht alle Ultras in die Bahn und blockierten so die Türen. Eine Abfahrt der Bahn wurde hierdurch unmöglich. Es folgte die Aufforderung eingesetzter Polizeibeamter, die Türen frei zu halten und so die Abfahrt zu ermöglichen.

Schlagartig verließen die Ultras die Bahn, wobei es erneut zu Übergriffen auf Polizeibeamte durch Schläge, Tritte sowie den Einsatz von Reizgas kam. Viele der Ultras vermummten sich zudem. Polizeibeamte setzten zur Gegenwehr Pfefferspray und den Einsatzmehrzweckstock ein.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Auseinandersetzungen zwei Beamten die Polizeihelme entrissen. Ein weiterer Polizeibeamter wurde von einer Gruppe von Vermummten in deren Mitte gezogen, bespuckt und körperlich angegangen.

Kurz darauf wurde einer der Helme als Wurfgeschoss von einer oberhalb gelegenen Ebene gezielt auf die sich darunter befindenden Polizisten geworfen. Es war reiner Zufall, dass hierbei niemand getroffen wurde und zu Schaden kam!

Unter Hinzuziehung von Verstärkungskräften gelang es der Polizei, an der Kampstraße rund 250 Personen festzusetzen. Nach Rücksprache mit der Dortmunder Staatsanwaltschaft wurden über einen Zeitraum von rund 2 Stunden die Identität bei insgesamt 244 Ultras festgestellt, Lichtbilder gefertigt und durchsucht. Während der polizeilichen Maßnahmen waren ein Rechtsbeistand und Vertreter des Fanprojekts zugegen.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen vor Ort ermittelt die Polizei nun wegen Landfriedensbruch, mehreren Körperverletzungsdelikten, Beleidigung und Widerstand. Insgesamt wurden in diesem Zusammenhang 11 Strafanzeigen gefertigt.

Zu den sichergestellten Gegenständen, die bei den Ultras aufgefunden wurden, zählen 72 Sturmhauben, 7 Mundschutz, 8 Paar Handschuhe, 6 mal Betäubungsmittel, 10 Schals/T-Shirts und Mützen von PAOK Thessaloniki und ein Pfefferspray. Allein das Mitführen dieser Gegenstände lässt Rückschlüsse auf die Gewaltbereitschaft und offensichtliche Einstellung dieser kriminellen Ultras zu.

ultras 6 Ultras 5 Ultras 4 Ultras 3 Ultras 2 Ultras 1

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange verurteilt die Gewalt gegen die Polizeibeamten mit deutlichen Worten:

„Es ist für mich absolut inakzeptabel, wie die Gesundheit meiner Beamtinnen und Beamten von Dortmunder Ultras leichtfertig und völlig sinnfrei aufs Spiel gesetzt werden. Es hätte ein friedlicher Fußballabend werden können, zumal die Voraussetzungen auch seitens der griechischen Fans weitestgehend gegeben waren. Wir richten alle unsere Bemühungen auf eine umfassende Aufklärung. Ich vertraue darauf, dass die Ermittlungen zu beweissicheren Strafverfahren und rechtskräftigen Verurteilungen dieser Kriminellen führen werden.“

Trotz umfangreichen Beweis- und Videomaterials sucht die Dortmunder Polizei Zeugen zu den Übergriffen in der U-Bahnhaltestelle Westentor. Hinweise nimmt Polizeiinspektion 1 unter der Rufnummer 0231 – 132 1121 entgegen.

Kommentare (20)

  • Anja Seißer via Facebook

    |

    Abartig sowas. Macht einen als normalen friedlichen Fan einfach nur wütend.ich weiss aber auch nicht warum keine Konsequenz folgt. Denke das werden polizei bekannte vollidioten sein

    Antworten

  • Herta Heinert via Facebook

    |

    Es macht mich betroffen und sprachlos, schade um den schönen Sport

    Antworten

  • Maximo DO via Facebook

    |

    Man sollte sich kein Urteil bilden wenn man nicht den gesamten Sachinhalt kennt.

    Antworten

    • Wierumer

      |

      welchen gesamten Sachinhalt???
      Chaoten, oder besser gewaltbereite Vollidioten, machen Randale nach einem Fussballspiel und damit auch den Sport kaputt.
      Leider ist unsere Justiz auf Schmusekurs ansonsten gehörten nicht nur 11 Anzeigen gestellt sondern alle 244 Knalltüten unmittelbar festgesetzt.

      Antworten

      • Maximo DO via Facebook

        |

        Und wenn diese Chaoten-/gewaltbereiten Vollidioten oder wie auch immer sie sonst genannt werden Choreografien etc.ins Leben rufen die ihresgleichen suchen dann werden sie wieder hermetisch gefeiert und bejubelt!
        Völlig zu Recht auch,denn dank Ihnen hat man ein neues tolles Facebook Profilfoto.
        Ekelhaft diese Doppelmoral!

        Antworten

      • Maximo DO via Facebook

        |

        Und wenn diese Chaoten-/gewaltbereiten Vollidioten oder wie auch immer sie sonst genannt werden Choreografien etc.ins Leben rufen die ihresgleichen suchen dann werden sie wieder hermetisch gefeiert und bejubelt!
        Völlig zu Recht auch,denn dank Ihnen hat man ein neues tolles Facebook Profilfoto.
        Ekelhaft diese Doppelmoral!

        Antworten

      • Rundblick Unna via Facebook

        |

        Die Bilder hat das Polizeipräsidium Dortmund eigens zur Verfügung gestellt, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Auch darüber mag sich natürlich jeder seine eigene Meinung bilden.

        Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Und selbst dann wird das jeweilige finale Urteil immer noch subjektiv gefärbt bleiben, Maximo DO.

      Antworten

  • Rebecca Kahn via Facebook

    |

    Ist echt krass. .sowas gehört nicht zum Fußball. .

    Antworten

  • Kai Bergmann via Facebook

    |

    Mal die Gegendarstellung, die sich etwas anders liest. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte: http://www.schwatzgelb.de/2015-12-11-unsa-senf-die-polizei-dortmund-hat-abgewirtschaftet.html

    Antworten

  • Tobias Habekost via Facebook

    |

    Was ist eigentlich aus den Gummiwuchtgeschossen geworden? Gibt’s die nicht mehr? Die wären doch Ideal dazu geeignet, diese Volldeppen außer Gefecht zu setzen.

    Antworten

  • Gerrit Sina via Facebook

    |

    Damit qualifiziert ihr Euch endgültig für den Springer Preis des Jahres.

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      :-) Tja, Gerrit Sina, das wäre richtig geil, denn der Preis ist hervorragend dotiert. Mit unseren bescheidenen Mitteln beschränken wir uns dann mal auf das zur Verfügung gestellte Polizeimaterial und verlassen und auf das aufstockende Live vor Ort-Material unserer eifrigen Kommentarschreiber. Also nur zu.

      Antworten

  • Rundblick Unna via Facebook

    |

    UPDATE: Der Link zur Darstellung der Fanseite schwatzgelb ist dem Bericht eingefügt. Es mag sich jeder sein eigenes Urteil bilden. :-)

    Antworten

  • Hans Meier via Facebook

    |

    Guter Jorrnalismus recherchiert selbst anstatt ständig Polizeiberichte zu veröffentlichen. Es wäre nicht das erste mal, das die Presse aufgrund von Bequemlichkeit falsche Informationen verbreitet. Nie vergessen: Die Polizei ist nicht ehrlich und schon garnicht selbstkritisch.

    Antworten

  • Marcel Frer via Facebook

    |

    Das hat ja Bild Niveau! Widerlich!

    Antworten

  • Daniel Fischer via Facebook

    |

    https://www.facebook.com/FanProjektDortmund/posts/969499646449170

    Wäre mal schön wenn ihr das veröffentlicht und nicht blind einen einseitigen Polizeibericht glaubt!!!

    Antworten

Kommentieren