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Dortmund wird gezielt von Schleppern angesteuert – Neue zentrale Unterbringung auf Gelände des TÜV Nord

Ungeachtet des Zustroms an Flüchtlingen können Dortmund und die umliegenden Städte derzeit keine weitere Hilfe vom Land bei der Aufnahme von Flüchtlingen erwarten. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte vorige Woche im WDR-Funk, Dortmund werde gezielt von Schlepperbanden angesteuert. Eine solche Zuwanderung habe das Land nicht vorhersehen können, verteidigt sich das Innenministerium gegen Vorwürfe, die Kommunen mit ihren Aufnahmeproblemen allein zu lassen.

Allein in der vorigen Woche kamen laut den Zahlen des Ministeriums 6.700 Asylbewerber ins Bundesland, so viele wie noch nie in der Geschichte. Das Land sucht derzeit mit Hochdruck nach zentralen Unterbringungsmöglichkeiten, um nicht ständig Turnhallenbelegung anzuordnen  und die Kommunen  vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Eine neue zentrale Erstaufnahmeeinrichtung soll wie berichtet in Bergkamen entstehen. Der Stadtrat stimmte in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit zu. Die Unterbringung für bis zu 1000 Menschen –  200 mehr, als im Höchstfall in der Landesstelle Massen zugelassen sind – soll auf dem früheren Bergwerkgelände der Zeche Grimberg 3/4 entstehen, das inzwischen vom  TÜV Nord genutzt wird. Bis die Ersteinrichtung (Aufenthalt während der Bearbeitung der Asylanträge) in ca. einem Jahr beziehbar ist, sollen auf dem Parkplatz des Bergkamener Wellenbades Leichtbauhallen als Provisorien errichtet werden.

Wermer Koler Rotes Sofa

Unnas Bürgermeister Werner Kolter erklärte am Mittwochabend beim Besuch des SPD-Bundesfraktionschefs Thomas Oppermann nachdrücklich Handlungsbedarf (wir berichteten) Der Bund müsse die Kommunen  finanziell unterstützen und vor allem schnellstens ein schlüssiges Konzept entwickeln, wie die vielen Menschen dauerhaft menschenwürdig untergebracht und Perspektiven bekommen sollen. Kolter (und mit ihm Oppermann) fürchtet, dass  die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen kippen könnte, wenn sie den Eindruck bekäme: Für die Flüchtlinge wird alles getan, und wir haben das Nachsehen.

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Thomas Oppermann (re.) mit Bundestagsabgeordnetem Oliver Kaczmarek auf dem „Roten Sofa“.

SPD Rotes Sofa

Unter den Besuchern des Rote Sofa-Talk war auch Landrat Michael Makiolla (li.), der sich die Ausführungen seines Bundesfraktionsgeschäftsführers stehend bei einem Glas Bier anhörte.

Kommentare (1)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Bein der ganze Flüchtlingsgeschichte habe ich doch ein sehr mulmiges Gefühl.Ich gönne jedem Menschen ein lebenswürdiges Leben ohne Existenzangst. In Nord-Afrika verdienen Leute sich eine goldene Nase dadurch, daß sie sich reichlich bezahlen lassen um Flüchtlinge auf die Boote zu zu lassen und in Europa bricht der Strom nicht ab!! Alle Möglichkeiten zum Auffangen sind am Limit. Die Europäische Politik beschäftigt sich Hauptsächlich mit den Folgen der Problematik. Ich denke aber, daß es gilt, sich der Ursachen des Problems an zu nehmen.

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