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Distanz von blutiger Gewalt: Ein offenes Statement libanesischer Frauen

Nach den Kölner Silvesterübergriffen wandten sich syrische Flüchtlinge (u. a.  aus Schwerte) mit einem Brief an die „lieben deutschen Frauen“ und baten um Differenzierung: „Wir sind nicht alle so!“ Einen ähnlichen Vorstoß haben jetzt libanesische Frauen unternommen: Sie wenden sich mit einer bemerkenswerten Resolution an die Öffentlichkeit, in dem sie Gewaltexzesse im libanesisch-kurdischen Milieu im westlichen Ruhrgebiet scharf verurteilen. 15 Frauen haben unterschrieben. Das ist umso bemerkenswerter, als Frauen im männerdominierten Clan-Milieu eine untergeordnete Rolle spielen.

Wörtlich heißt es in dem offenen Brief: „Wir distanzieren uns aufs Äußerste von der Tat, wir verurteilen sie, sie ist abgrundtief verachtenswert“. Die libanesischen Frauen sehen sich ebenfalls in der Verantwortung. Deshalb verpflichten sie sich, ihre Kinder so zu erziehen, dass diese Respekt vor der deutschen Justiz haben. „Wir wollen unsere Kinder auf den richtigen Weg bringen. Wir wollen nicht, dass die auf die schiefe Bahn geraten, wir sind gegen Gewalt“, sagt Rania Issa, eine der Unterzeichnerinnen, in einem WDR-Interview.

Seit Jahren stoßen im westlichen Ruhrgebiet immer wieder libanesisch-kurdische Familienclans blutig aufeinander. Zuletzt wurde ein 21-Jähriger durch fünf Pistolenschüsse lebensgefährlich verletzt. Die Schüsse soll ein Angehöriger des eigenen Familienclans abgegeben haben. „Unser ganzes Mitgefühl gilt dem jungen Mann, der aus niederen Beweggründen brutal niedergeschossen wurde, seinen Eltern, die verzweifelt um das Leben ihres Kindes bangen, den Familienangehörigen, die sich fragen, wie es weitergehen soll“, schreiben die Frauen.

Kommentare (7)

  • Harald Bayer

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    Leider hat das Wort der Frauen aus/in diesem Kulturkreis immer noch zu wenig Gewicht. Bitte mehr davon. Wir brauchen Stimmen der Vernunft!

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  • fürst

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    Respekt.
    Ganz sicher ist Differenzierung nötig – aber, ebenso sicher, sehr schwer.
    Das Einwirken der Frauen auf die Kinder möge wirken! – Aber da sind auch noch die Väter!
    Traurig und äußerst beschämend finde ich in diesem Zusammenhang (Silverstervorfälle, Gewalttaten) dieFeststellung des Gewaltforscher Jörg Baberowski: http://www.derwesten.de/panorama/forscher-deutsche-maenner-koennen-sich-nicht-pruegeln-id11843555.html und http://www.focus.de/panorama/welt/verlassen-sich-auf-den-staat-forscher-koelner-silvesternacht-zeigt-dass-deutsche-maenner-nicht-mehr-pruegeln-koennen_id_5548992.html.
    Unsere weitere zivilisatorische Errungenschaft wurde zu unserer Schwäche und wird zu unserem Nachteil von Kreaturen einer „Steinzeit-„Kultur““ ausgenutzt. Sinngemäß: Eine Ohrfeige, und die Zivilisation ist weg, wir laufen weg. So können wir keinen „Krieg“ gewinnen.

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  • fürst

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    Nachsatz: Ich bin sicher keiner, der „wegläuft“.
    Aber ich schäme mich dafür, daß „wir“ für unsere Mädchen, Frauen und Kinder nicht hinreichend eintreten, sie mehr zu schützen versuchen.

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    • Ferenc

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      Genau. Alles Weicheier, nicht so hatte Kerle wie Sie, Herr Fürst. Mal aus Interesse: Haben Sie schon einmal in einem Krieg gekämpft?

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      • fürst

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        Volltreffer.
        Für mich sind die deutschen Männer in ihrer Gesamtheit zivilisationsverwöhnte „Weicheier“ und zivilisationsträge „Warmduscher“ geworden.
        Anders läßt es sich leider nicht erklären, daß unsere Mädchen und Frauen, ja, sogar unsere Kinder, ungeschützt sein und bleiben konnten, sind.
        DER Krieg blieb mir erspart, aber Sie dürfen sicher sein, Fernce, daß ich in meinem Leben manchen „Krieg“ durchstanden habe. (Mitgl. BDL Gr Adelmann).

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