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Diesmal keine Funzelweihnacht! „Fröndenberg macht an“ – mit LED für 30.000 Euro

Die klägliche Funzelbeleuchtung a la „Fröndenberger Sparweihnacht“ soll nach dem letzten Jahr keine Wiederholung erfahren.  Nach dem Totalreinfall bei der vorjährigen Adventsbeleuchtung (sie war faktisch nicht vorhanden) hat diesmal der lokale Energieversorger das Zepter in die Hand genommen – ähnlich wie es  seit vielen Jahren in Unna über die Stadtwerke geschieht.

Das Beleuchtungskonzept für Fröndenberg soll Innenstadt, Rathaus und Alleestraße zu einem stimmigen Gesamtbild illuminieren. Dabei setzen die Stadtwerke auf energiesparende LED. Und haben sich die Sache 30.000 Euro kosten lassen.

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Im Rahmen der Aktion „Fröndenberg macht an“ schaltete Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Heitmann zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd Greczka die Beleuchtung am Donnerstagabend erstmals ein. 

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe bedankte sich bei den Stadtwerken für die Unterstützung und regte an, diese kleine Veranstaltung mit dem Titel „Fröndenberg macht an“ künftig jährlich zu wiederholen und zu einer Tradition wachsen zu lassen.

Dank ging an den Werbering, der sich in den zurückliegenden Jahren um die Beleuchtung gekümmert hatte, Dank ging auch an die „Baumpaten“ des Initiativkreises Fröndenberg. Die Paten hatten die Kosten für die Ausleuchtung der großen Linde auf dem Markt übernommen.

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Rebbe sagte aber ausdrücklich auch den Stadtwerken Dankeschön. Das Unternehmen sei nicht bloß ein moderner Infrastrukturdienstleister, sondern auch immer wieder Sponsor für Fröndenberger Vereine, für das Kulturleben und natürlich für das Löhnbad.

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Die neuen Weihnachtslichter hängen am Markt, am Fußgänger-Bahnübergang zum Rathaus und reichen vom Markt aus über die Alleestraße bis etwa zu Elektro Kessler. Hierbei können die Stadtwerke auf die Abspannungen für die Straßenbeleuchtung zurückgreifen, die zwischen den Häusern der Alleestraße hängen und die Straße überspannen.

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 30.000 Euro haben die Stadtwerke also in die neue LED-Technik investiert; die Lebensdauer wird mit 10 Jahren veranschlagt. Seit Ende Oktober hatten Stadtwerkemitarbeiter die Standorte vorbereitet, und passende Steckkontakte an Straßenleuchten eingerichtet; von dort wird der Strom abgezweigt.

Die Weihnachtsbeleuchtung wird zum Teil an den Standorten verbleiben und nur in der Weihnachtszeit eingeschaltet, und zwar gleichzeitig mit der Straßenbeleuchtung. Die LED-Leuchten bieten ein angenehm warmes Licht. Jährlich werden dann lediglich ca. 1.900 Kilowattstunden zusätzlich verbraucht. „Die Weihnachtsbeleuchtung ist Teil unseres Engagements für die Bürger hier in der Stadt.“ meinte Bernd Heitmann.

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In seiner kurzen Ansprache erinnerte Heitmann daran, dass die Stadtwerke vor genau 111 Jahren zum ersten Mal „angemacht“ haben, nämlich den Strom am Bahnhof. Dass die Stadtwerke jetzt die Weihnachtsbeleuchtung „anmachen“ dürfen, sei nicht im Stadtrat behandelt worden; sehr wohl aber im Aufsichtsrat der Stadtwerke. Unter Vorsitz von Gerd Greczka, der auch die Anregung zu dem Thema gab, sei der Beschluss einstimmig gefasst worden.

 

RÜCKBLICK auf die Weihnachtszeit 2015:

 Der Werbering sah nicht ein, wieso er jedes Jahr alleine zahlen und tun und machen soll, die Stadt sah nicht ein, wieso sie plötzlich hektisch Spitz auf Knopf einspringen sollte. Im Ergebnis präsentiert sich Fröndenbergs Weihnachtsbeleuchtung in der Stadtmitte in diesem Jahr als Sparversion und passt somit zum Haushalt.

Der Christkindlmarkt setzte am letzten Adventswochenende schlussendlich ein Glanzlicht in die City, doch vor- und hinterher regierte und regiert Schlichtheit, man könnte es auch Tristesse nennen – blickte man über die schmucklose, abenddunkle Alleestraße. Im Himmelmannpark nur ein paar Gehminuten weiter glänzt das Kettenschmiedemuseum in bunter Lichterpracht, das hat hier einmal mehr der Förderverein zustande bekommen. Auf dem Marktplatz verbreiten zumindest die illuminierten Arkadenbögen dezente Vorweihnachtsstimmung, und das Bücherparadies Kern sorgt mit einem originellen und liebevoll dekorierten „Weihnachtsgeschenkefahrrad“ nebst Lichterketten für einen echten Hingucker.Dagegen strahlt die Haupt(einkaufs-)straße von Fröndenberg – vom großen Weihnachtsbaum neben dem Eiscafé Cortina abgesehen – überhaupt nicht. Sie strahlt statt dessen die neue Bescheidenheit aus.

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Sparweihnachtsbeleuchtung 2015.


 

Ähnlich wie ein Blick um die Ecke des Marktes…So schaut Werberingvorsitzender Wolfgang Hüttner auch selbst mit leisem Seufzen zu den Nachbarn rüber zur anderen Ruhrseite… oder alternativ zu denen jenseits der Wilhelmshöhe, denn sowohl Menden wie auch Unna kriegen es – buchstäblich – entschieden besser auf die (Lichter-)Kette.

„Selbst ein einzelner Stadtteil wie Lendringsen bekommt so eine schöne Weihnachtsbeleuchtung hin. Im nächsten Jahr soll das bei uns wieder anders werden“, beschließt der Vorsitzende des Fröndenberger Werberings.

Diese hatte in den Vorjahren stets für blickfangtauglichen Lichterschmuck auf der Alleestraße gesorgt; doch Wolfgang Hüttner sieht nun endlich auch einmal die Stadt in der Pflicht. „Ich sage es klipp und klar: Die 800 Euro für die Alleestraße können und wollen wir nicht mehr allein ausgeben“, macht Hüttner seinen Standpunkt und den seiner Händlerkollegen deutlich. „Ich sehe nicht ein, dass immer nur der Werbering zuständig sein soll.“ Was er nun nicht mehr ist.

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