Rundblick-Unna » Diebisches Trio beklaut schwangere Frau

Diebisches Trio beklaut schwangere Frau

Zum zweiten Mal in dieser Woche ist eine schwangere Frau auf offener Straße in Dortmund Opfer von Kriminellen geworden. Hier der Wortlaut der polizeilichen Pressemeldung:

„Die 25-Jährige saß abends auf einer Bank an der Münsterstraße. Zeugen beobachteten, wie sie dort von zwei Männern abgelenkt wurde, während ein Dritter in ihre Handtasche griff, um ihre Geldbörse zu stehlen. Anschließend entfernte sich das Trio. Die Zeugen sprachen die Frau sofort an und machten sie auf den Diebstahl aufmerksam. Gemeinsam gingen sie zur nahegelegenen Polizeiwache.

Aufgrund der guten Beschreibungen konnten die eingesetzten Beamten kurze Zeit später die drei tatverdächtigen Männer – drei Bulgaren ohne festen Wohnsitz in Deutschland (28, 21 und 20 Jahre alt) – noch in Tatortnähe antreffen und vorläufig festnehmen. Bei der Durchsuchung des 20-Jährigen fand man die Geldbörse der jungen Frau sowie einen mittleren dreistelligen Bargeldbetrag, den sie darin aufbewahrt hatte. Noch vor Ort konnten die Beamten Beides wieder an die glückliche Dortmunderin aushändigen.

Die drei Männer hingegen mussten anschließend den Weg ins Polizeigewahrsam antreten. Von dort mussten sie nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen werden.“

 

Kommentare (6)

  • Dominik Brauckmann via Facebook

    |

    Es ist doch ein riesengroßer witz. Zählen Diebstähle nicht mehr zu den Verbrechen? Dann kann ich ja jetzt auch anfangen Omas und schwangere auszurauben. Ach scheiße hab ich vergessen bin ja deutscher.

    Antworten

    • Svense Kennze via Facebook

      |

      Diebstahl war noch nie ein Verbrechen (Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr), sondern ein Vergehen. In diesem Fall könnte man ggflls. einen Bandendiebstahl annehmen, dazu fehlen aber entsprechend Infos. Kritikwürdig ist ganz klar, dass grade in diesem Fall (und ich würde wetten die Täter haben entsprechend Vorerkenntnisse) wieder mal von einer U Haft abgesehen wurde, obwohl die keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben. Ein Witz und spornt die Täter grade zu an weiter zu machen. Polizeilich ist das aber (selbst bei größeren Taten) Alltag. Einfangen und immer wieder laufen lassen bis die Taten so zahlreich sind, dass es endlich reicht.

      Antworten

  • Helmut Brune via Facebook

    |

    … mussten sie nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen werden.“ Das wird wohl dem geltenden Recht zufolge sein aber jedes mal, wenn ich den Satz lese, stehen mir die Haare zu Berge.

    Antworten

  • Fürst

    |

    Man könnte, z.B. bei Personen ohne festen Wohnsitz in DE, durchaus U-Haft vollstrecken, WENN man denn wollte. Reine Auslegungs- und Ermessenssache (worin Juristen allgemein sehr kreativ sein können): § 112 StPO bestimmt „(1) Die Untersuchungshaft darf gegen den Beschuldigten angeordnet werden, wenn er der Tat dringend verdächtig ist und ein Haftgrund besteht. Sie darf nicht angeordnet werden, wenn sie zu der Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe oder Maßregel der Besserung und Sicherung außer Verhältnis steht.
    (2) Ein Haftgrund besteht, wenn auf Grund bestimmter Tatsachen

    1.
    festgestellt wird, daß der Beschuldigte flüchtig ist oder sich verborgen hält,
    2.
    bei Würdigung der Umstände des Einzelfalles die Gefahr besteht, daß der Beschuldigte sich dem Strafverfahren entziehen werde (Fluchtgefahr), oder
    3.
    das Verhalten des Beschuldigten den dringenden Verdacht begründet, er werde

    a)
    Beweismittel vernichten, verändern, beiseite schaffen, unterdrücken oder fälschen oder
    b)
    auf Mitbeschuldigte, Zeugen oder Sachverständige in unlauterer Weise einwirken oder
    c)
    andere zu solchem Verhalten veranlassen,

    und wenn deshalb die Gefahr droht, daß die Ermittlung der Wahrheit erschwert werde (Verdunkelungsgefahr).

    (3) Gegen den Beschuldigten, der einer Straftat nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 des Völkerstrafgesetzbuches oder § 129a Abs. 1 oder Abs. 2, auch in Verbindung mit § 129b Abs. 1, oder nach den §§ 211, 212, 226, 306b oder 306c des Strafgesetzbuches oder, soweit durch die Tat Leib oder Leben eines anderen gefährdet worden ist, nach § 308 Abs. 1 bis 3 des Strafgesetzbuches dringend verdächtig ist, darf die Untersuchungshaft auch angeordnet werden, wenn ein Haftgrund nach Absatz 2 nicht besteht.“
    Und dann gibt es auch noch den Haftgrund der „Wiederholungsgefahr“!

    Antworten

    • Svense Kennze via Facebook

      |

      Ich bin voll und ganz bei Ihnen. Was aber viele nicht wissen oder nicht wissen sollen: 1. Die Justiz ist ja ebenso überlastet, personell und technisch schlecht aufgestellt wie die Polizei (manchmal sogar noch schlechter). Solche Fälle werden in der Allgemeinzuweisung der StA landen und von den noch ganz frischen und in Vorgängen erstickenden Staatsanwälten bearbeitet, die dann überhaupt erstmal einen willigen Richter finden müssen, der ihrer Argumentation folgen möchte.

      Antworten

  • Stefan Werner

    |

    Die gleiche Justiz, die sonst wegen einem unterschlagenen Pfandbon bedenkenlos Existenzen vernichtet, verweigert hier ihre Arbeit. Kein Wunder, wenn da irgendwann in naher Zukunft zügellose Selbstjustiz in den Strassen herrschen wird. Aber das will dann wie 33-45 wieder keiner gewusst und gewollt haben. Mann ist mir schlecht….

    Antworten

Kommentieren