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Die Rechte der Kleinsten stärken: Türkisch Islamische Gemeinde Unna lädt zum „Nisan-Kinderfest“

Herzliche Einladung an alle Unnaer und anderweitigen aufgeschlossenen Besucher – vor allem die jüngsten. Die Türkisch Islamische Gemeinde Unna feiert am heutigen Samstag, 23. April, das „23 Nisan“-Kinderfest. Jenes Fest, das der Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk am 23.04.1920 ins Leben rief. In der Moschee an der Höingstraße 20 beginnt um 14 Uhr ein buntes Kinderprogramm, offiziell startet das Fest um 12 Uhr. Kleine und große Gäste sind willkommen.

„Es ist eine Freude, dieses Fest, nicht nur in der Türkei zu erleben, sondern auch in den Ländern, in denen viele Menschen aus der Türkei leben“, schreibt die Gemeinde in ihrer Einladung. „Alle Kinder, gleich welcher Nationalität, ungeachtet der Kultur, Ethnie und Religion, sollen an diesem Tag zusammenkommen und miteinander feiern.“

Ziel der verschiedenen Veranstaltungen an diesem Tag ist es, Kinderrechte international zu fördern und ein friedvolles Zusammenleben zu erreichen; „das Fest soll zur Brüderlichkeit, Liebe und Freundschaft zwischen den Kindern beitragen“, erklärt die Türkisch Islamische Gemeinde Unna.

Moschee Höingstr

Zur Geschichte:
Der 23. April, an dem das türkische Parlament eröffnet wurde, ist seit 1920 in der Türkei ein offizieller Feiertag für die Kinder.
Somit findet das Kinderfest jedes Jahr am 23. April statt.
Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der modernen Republik Türkei und gleichzeitig der erste Staatspräsident, widmete den 23. April, der für die türkische Nation von immenser Bedeutung ist, unter dem Motto „çocuklarımız gelecegimizdir“ … „Unsere Kinder sind unsere Zukunft“, allen Kindern dieser Welt.
Er vertraute die Türkei den Kindern und Jugend an. Die Rollenspiele und die symbolische Machtübernahme der Kinder an dem Festtag sind ein Zeichen dafür, dass den Kindern dieses Vertrauen geschenkt wird.
An diesem Tag dürfen die Kinder all das tun, was normalerweise den Erwachsenen vorbehalten ist. Etwa das Amt des Bürgermeisters oder eines Abgeordneten übernehmen, als Direktor eine Schule leiten oder als Polizist für Ordnung sorgen. Für einen Tag übernehmen die Kinder symbolisch die Macht und die Verantwortung, die sie später als Erwachsene zu tragen haben.
Die Idee stammt vom türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk, der das Kinderfest 1920 initiierte, um damit zu einer besseren Erziehung im Sinne einer positiven Entwicklung des Landes, der Gesellschaft und der ganzen Menschheit beizutragen.
Seine Hoffnung auf eine bessere Zukunft in der neugegründeten Republik richtete sich vor allem an Kinder und Jugendliche. Ein Grund, sie mit einem symbolischen Akt zu würdigen und zu motivieren.
Dieses Fest ist im türkischen als „23 Nisan Ulusal Egemenlik ve Cocuk Bayrami“ bekannt.
Es ist das größte Kinderfest in seiner Art.

Feierlichkeit
In der Türkei wird die Woche vom 23. bis zum 30. April als Kinderwoche gefeiert. Dabei bieten fast alle Städte unterschiedliche Aktivitäten über die ganze Woche hinweg an. Radiosender und Fernsehprogramme passen sich den Wünschen der Kinder an. Nicht die Geschenke stehen hier im Mittelpunkt, sondern Spaß, Brüderlichkeit, Freundschaft und Liebe zwischen den Kindern.
Bevor die Feiern in den großen Stadien beginnen, in dem Schüler und Vereinskinder ihre Tänze, Gedichte etc präsentieren, findet eine staatliche Zeremonie vor dem Mausoleum von Atatürk statt.
Die Feier beginnt oftmals mit der Nationalhymne und der Schweigeminute.
Das Kinderfest wird in der Türkei öffentlich gefeiert, mit Reden von Regierungsvertretern, Umzügen und Schulaufführungen. Diverse Lieder, die für Kinder komponiert wurden, werden angehört oder von Kindern vorgetragen.

Vom türkischen zum internationalen Kinderfest
Seit 1978 werden jährlich Kindergruppen aus dem Ausland in die Türkei eingeladen, die dann in traditionellen Kostümen ihrer Heimat mit Liedern, Tänzen oder Theateraufführungen aus den jeweiligen Ländern an den Feierlichkeiten teilnehmen. In großen Paraden ziehen die Kinder gemeinsam durch die Straßen.
Im Jahr 1979 wurde der 23. April, der weltweit der älteste amtliche Feiertag für Kinder ist, offiziell in die Feiertagsliste der UNESCO aufgenommen. Seitdem trägt das Fest den erweiterten Titel „Internationales Kinderfest“ und wird neben Deutschland auch in vielen anderen Ländern gefeiert.
Somit unterstreicht es auch die Bedeutung: Integration und Verständnis für andere Kulturen im Kindesalter zu fördern.
So wird das ursprünglich „türkische Kinderfest“ schon lange nicht mehr als ein „nationales“, sondern als „internationales“ wie „interkulturelles“ Kinderfest gefeiert.

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