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Der tiefe Frust eines Polizisten: „Es ist schlimmer geworden… wir brauchen massives Umdenken“

Gewalt, Respektlosigkeit, hochschnellende Einbruchszahlen, immer öfter Überfälle auf offener Straße und spätestens nach den Silvesterübergriffen ein grassierendes Unsicherheitsgefühl, dem die Bürger mit privater Aufrüstung begegnen. Bürgerwehren gründen und sich im Rahmen des Legalen bewaffnen. Zugleich müssen Polizeibeamte, die Kriminelle mit viel Aufwand und Einsatz gefasst haben, immer wieder ohnmächtig dabei zusehen, wie selbst zigfach einschlägig bekannte Straftäter „aus Mangel an Haftgründen“ direkt nach der Tat wieder freigelassen werden. Um nicht selten direkt den nächsten Einbruch, Diebstahl, Raubüberfall zu begehen. „Zappzarapp machen“.

Unter unseren regelmäßigen Lesern sind auch einige aktive Polizeibeamte, und einer machte seinem tiefen Frust gestern über unsere Kommentarfunktion Luft. Er ist damit einverstanden, dass wir seinen Standpunkt  hier noch einmal separat darlegen. Der Polizist lebt in Unna, ist jedoch in einer anderen Polizeibehörde eingesetzt.

Hier seine Meinung.

„So“ (wie in unseren vielzähligen Meldungen über Kriminalität beschrieben) „ist es leider oftmals tatsächlich. Die Dinge, die jetzt so massiv in die öffentliche Wahrnehmung geraten sind, angestoßen durch die Vorfälle in Köln, begleiten uns Polizeibeamte bereits seit Jahrzehnten…in meinem Fall seit über 20 Jahren.

Ich war zwar von den massiven Vorfällen überrascht, die dann immer mehr veröffentlichten Tatsachen sind für mich (uns) aber schon lange trauriger Alltag. Es ist aber tatsächlich schlimmer geworden.

Ich glaube. wir brauchen tatsächlich ein massives Umdenken in Politik, Gesellschaft, aber auch Justiz. Der Vertrauensverlust in Politik und innere Sicherheit ist brandgefährlich. Allerdings ist es auch nicht so, dass die Polizei hier ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen würde, dass ist definitiv übertrieben.

Insofern wäre es auch wichtig, wieder Vertrauen zu schenken. Das ist nämlich auch Lob und Antrieb für die vielen sehr engagierten Kollegen landesweit. Wir sind ja für die Bürger da und auf eine gewisse Zusammenarbeit angewiesen. Aufgeben gibt es nicht, aber die Frustration ist schon sehr groß.“

Taschendiebe

Zur umstrittenen Frage „Herkunft von Straftätern nennen oder nicht“ nimmt dieser Polizeibeamte ebenfalls einen klaren Standpunkt ein: 

„Bei der Bekämpfung von Kriminalität, auch der ursächlichen Bekämpfung von Kriminalität, ist es unabdingbar auch zu wissen, welche Herkunft die Täter haben. Zu wissen und zu verstehen, welche Sozialisation, mit all ihren bestimmenden Faktoren, wie z.B. Ethnie, Religion etc., Täter erfahren haben, ist mit ein entscheidender Faktor, Kriminalität zu bekämpfen.

Mit Rassismus hat das bei seriöser Betrachtung nichts zu tun. Das diese Thematik von Rassisten benutzt wird, das gehört leider auch zur Wahrheit. Aber die würden es so oder so für ihre Zwecke missbrauchen.

Es gibt halt Familienclans bestimmter Ethnien, die sich quasi generationsübergreifend in bestimmten Sparten der Kriminalität betätigen und so ihren Lebensunterhalt bestreiten. Da ist erstens eine Warnung in Richtung Bevölkerung meines Erachtens nach sinnvoll; bei der Fahndung sowieso; aber natürlich auch bei dem Thema: Wie kann ich diese Strukturen aufbrechen und vielleicht auch verhindern, dass weitere Generationen entsprechend nachwachsen?

Nur als Beispiel. Und selbstverständlich gibt es auch reichlich deutsche Straftäter.“

Kommentare (27)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Den Frust kann ich mir vorstellen. Polizisten haben zu kämpfen gegen zunehmende Brutalität, Respektlosigkeit steigender Kriminalität. Auf der anderen Seite wurde durch Sparmaßnahmen der Regierung so einiges weg rationalisiert, mit den Heute erkennbaren Folgen. Obwohl man den Polizisten of sieht als den, der die Knöllchen schreibt und uns das Geld aus der Tasche zieht, finde ich, daß hier doch mal ein Kompliment für die, die teils gefährliche Arbeit leisten, angebracht ist.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Danke Helmut. Die Knöllchen und alle anderen Maßnahmen gehören halt auch dazu. Ich sag immer, sportlich sehen, man ist ja auch schon mal nicht erwischt worden. Ist ja alles kein Staatsverbrechen :).

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Nein, da teile ich deine Meinung. Doch herrscht im Allgemeinen eine eher negative Meinung über die Polizei. Vor Allem in letzter Zeit, wo die Kriminalität steigt, kommen häufig Kommentare auf wie: Die Polizei macht ja doch nichts. Ich bin jedenfalls der Meinung: Wenn organisierte Kriminalität bekämpft werden soll, brauchen wir mehr Polizei.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Absolut, mehr, modern ausgestattet und mit der entsprechenden rechtlichen Handhabe, wenn es am Ende vor Gericht auch noch passt ist alles gut :-)

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Da besteht für unseren Innenminister Handlungsbedarf.

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Respekt+Lob an unsere Polizei. Ich wundere mich immer wieder, wie die Jungs und Mädels das durchhalten. Nur Stress und Null Unterstützung aus Politik und Justizapparat. Meine Hochachtung!

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    • Peter Locke via Facebook

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      Stefanus Maxus das sind halt auch normale Menschen ich persönlich kenne wirklich gute Polizisten ..die kommen auch klar damit es gibt überall Idoten….und das ist ihr Job das weiß man vorher

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  • Marion Fiedler via Facebook

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    Unser ganzes Rechtssystem ist ein Witz. Siehe den entflohenen gefährlichen Vergewaltiger. Wie kann der Ausgang bekommen. Ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Lachnummer. Wer mordet vergewaltigt etc hat jegliche rechte verwirkt. In Kalifornien bekommt man nach der dritten Straftat lebenslänglich auch wenn man nur ne Pizza klaut. Nur so würde man in USA her der Lage. Bei der Polizei dort würde sich niemand wagen sich so zu benehmen. Mir tun die Polizisten hier leid. Die haben null Rückendeckung von der Politik. Ein Trauerspiel. Unsere Politiker leben im Wolkenkuckucksheim. ???

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    • Sebastian Behrens via Facebook

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      Gerade die USA sind da ein ganz schlechtes Beispiel. Ja, sie gehen sehr hart gegen Verbrecher vor, trotz allem gibt es auch dort in der kriminellen Szene keinerlei Respekt vor der Staatsgewalt. Das Brutalitätslevel ist dort auf einem ganz anderem Niveau und in Sachen Resozialisierung passiert dort kaum etwas.
      Also, stumpfes, hartes Vorgehen alleine ist nicht das richtige Mittel. Man muss viel früher ansetzen und gerade bei den Jugendlichen Straftätern erfolgreicher werden, diese aus dem Milieu wieder heraus zu kriegen…

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    • Marion Fiedler via Facebook

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      Man hat dort erkannt das gerade bei Vergewaltigern 95 % nicht therapierbar sind. Ich war sehr oft in den USA in Miami Los Angeles San Francisco New York Washington mit unserer kuscheljustiz wäre dort schon alles den Bach runter. In Washington gab es früher eine Ausgangssperre für Jugendliche. Die hatten dort bald Kriegsrecht nur durch hartes Durchgreifen hat sich die Lage gebessert. Die Kriminellen dort kommen wie hier aus Ländern wo eine ganz andere Qualität von Gewalt herrscht das kriegt man mit Sozialisierung nicht hin. An einem WE wo wir in Seattle waren sind 3 Polizisten erschossen worden. Wir steuern da genauso drauf zu. Und wenn ich die Urteile hier höre. Da fahren 2 idioten ein Rennen in der Stadt und es kommen 3 Personen um und die bekommen 2 Jahre auf Bewährung und 1 Jahr Führerschein entzogen. Da fasse ich mich an den Kopf. Für mich ist sowas mord und lebenslänglich. Jeder weiß was durch raserei bei illegalen Rennen in der Stadt passieren kann.

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    • Sebastian Behrens via Facebook

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      Also mir ist unser Rechtssystem 1000mal lieber als das der USA…

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Also das deutsche System, insbesondere auch die Qualität der polizeilichen Arbeit im Hinblick auf den fachlichen und rechtsstaatlichen Anspruch, ist schon sehr gut. Allein die Ausbildung zum Polizeibeamten in D im Vergleich zu den USA ist um ein Vielfaches besser. Ich denke aber auch, dass hier die Polizei, wo es notwendig ist, mit entsprechender Konsequenz und auch Härte vorgehen können muss. Vor allem weil sie immer mehr mit völlig anders gearteten und sozialisierten Tätern zu tun hat. Aber selbstverständlich reicht Strafe allein nicht. Stumpfes wegsperren löst das Problem nicht. Da ist zwingend Resozialisierung erforderlich. Im Vorfeld eine gute Sozial- und Bildungspolitik usw. Eine gute Lösung findet sich nicht allein in einem harten und starken Polizei- und Justiz Apparat.

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  • Hans-Ulrich Voß via Facebook

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    Das ist vielleicht das einzig Gute an der aktuellen Situation:
    Es kolabieren viele ideologische Luft- und Märchenschlösser. Allerdings ist der Leidensdruck wohl noch nicht hoch genug.

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  • wutbürger fürst

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    Auch ich zolle der Polizei, nein, nicht der Polizei, den einzelnen mitbetroffenen Polizeibeamten, meinen vollen Respekt!
    Lächerlich, wie sich die Politik mit „ihren“ ihr hörigen „Journalisten“ nun bemüht (berühmt!) darzustellen, wieviele Ausländer nunmehr an den Grenzen abgewiesen oder aus unserem Land verwiesen werden und wie gründlich ankommende Ausländer angeblich erkennungsdienstlich verwertbar registriert werden.
    Versuch der Volksberuhigung. Neuer Trend in den Nachrichtenmeldungen, achtet mal drauf.

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Also wenn 100 bis angeblich 200 von 3500 täglich zurückgewiesen werden, weil sie in beispielsweise Schweden Asyl beantragen möchten, ist das ja nicht so die Entlastung. Und irgendwann gehen die zum nächsten Grenzübergang und wollen dann eben statt nach Schweden zu uns…

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  • Willi

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    Da hat es die Polizei in Arabischen Ländern leichter.

    Hadd-Strafen sind nach dem islamischen Recht Strafen, die zum Schutz des Eigentums, der öffentlichen Sicherheit und der öffentlichen Moral verhängt werden und als „Rechtsansprüche Gottes“

    Straßenraub (ḥirāba, qaṭʿ aṭ-ṭarīq) wird mit Tötung, Kreuzigung, kreuzweisem Abhacken von Hand und Fuß oder Vertreibung geahndet. Reumütige Umkehr hat allerdings strafbefreiende Wirkung, wenn sie vor der Ergreifung des Straßenräubers erfolgt.[9] Grundlage für diese Regelung ist Sure 5:33-34: „Doch die Vergeltung derer, die gegen Gott und seinen Gesandten kämpfen und im Lande auf Unheil aus sind, die ist, dass sie getötet werden oder ihnen ihre Hände und Füße abgehauen werden

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hadd-Strafe

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  • Wierumer

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    So sehr ich zu dem Thema organisierte Banden aus Osteuropa oder anderswo, Straftaten von Migranten oder auch nicht, vielleicht auch Flüchtlingen oder meistens ja auch nicht, Schaum vor dem Mund habe. Es ist genau das Thema das Frau Fiedler schon kommentiert hat. Es ist nicht nachvollziehbar dass „Idioten“ (Entschuldigung Frau Rinke) Menschen bei illegalen Rennen töten und mit einer Bewährung wegkommen ebenso wie fast täglich berichtet mehrfach auffällige und verurteilte Straftäter, und das nicht nur bei einem Griff in die Handtasche, aus angeblich fehlenden Haftgründen wieder nach Feststellung der Personalien auf freien Fuß kommen. Und da frage ich mich ob da irgendwelche Richter und Staatsanwälte keine Lust haben eine Klageschrift aufzusetzen oder ob das nicht Vorgaben von der Politik sind. Wenn nicht mittelbar so doch unmittelbar kommt bei mir da der Verdacht der Einflussnahme auf. Mir fehlt da ein klares Signal der Politik. Von A.M ist sie sowieso nicht zu erwarten da sie selten zu unangenehmen Fragen Stellung abgibt. Zumindest aber von unseren Lokalpolitikern, allen voran dem Landrat, auch als oberster Chef der Polizei im Kreis, kann man mehr erwarten. Aber statt klaren Stellungnahmen gibt es nur feuchte Luft z.b bei den Neujahrsempfängen. Zudem bekommen wir speziell in NRW die jahrzehntelange rot grüne Politik zu spüren. Statt realistische Einschätzung der Situation, speziell der nicht wirklich gelungenen Integration vieler in den letzten 30 Jahren und die Situation der „NO Go Areas“ wurde massiv Polizeipräsenz abgebaut und stattdessen naive „Gutmenschendenke“ praktiziert. Sorry, aber ich möchte da auch kein Polizist sein.

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  • Rolf Stöckel via Facebook

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    Die Aussagen des Polizeibeamten sind differenzierter und vernünftiger, als die Überschrift es suggeriert. Die Ideologie des schlanken Staates verhindert seit Jahren, dass Polizei und Justiz, eine integrierende Sozial- und Stadtentwicklungspolitik den veränderten Herausforderungen gerecht werden können. Vorsorge, Polizeipräsenz und Mittel der Aufklärung und Strafverfolgung, schnelle Gerichtsverfahren und soziale Verantwortung kosten. Und Sicherheit darf es nicht nur für die, die es sich leisten können geben. Das Aufstellen von Büegerwehren, also Selbstjustiz ist illegal und eine üble Entwicklung von Neonazis und einschlägigen Serien im Unterschichtenfernsehen gefördert.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Richtig. Innere Sicherheit ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und hat nicht nur etwas mit einer starken Polizei zu tun. Sie ist halt ein Aspekt im gesamten Getriebe. Und es geht in diesen Bereichen halt nicht ohne ausreichend Personal und Finanzmittel. Da man so lange nicht investiert hat, wird es jetzt immer aufwändiger die bestehenden Probleme und die noch anstehenden zu lösen bzw. daran zu arbeiten.

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  • Mike

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    Die Polizei weiss wo die Probleme liegen, weiter oben in der Politik wird leider nicht reagiert sondern viel lieber der Rotstift zum Sparen angesetzt, die Auswirkungen kommen nun nach und nach auch immer massiver beim Bürger an. Da die Politik nun selbst nach den Silvestersachen nicht tätig wird, werden eben die Bürger teils selber tätig werden und aufrüsten, es geht ja leider nicht mehr anders. Solange es in Deutschland keinerlei abschreckende Strafen mehr gibt und sofortige Schnellverfahren um Wiederholungstäter sofort wegsperren zu können, wird Deutschland eines der Lieblingsländer für Kriminelle bleiben. Und solange es keine klaren Sofortstrafen gibt für z.B. Widerstand gegen die Staatsgewalt gibt es von gewissen Personenkreisen auch keinerlei Respekt gegenüber der Polizei denn sie wissen ja genau, nach ein paar Stunden sind sie wieder draussen und können unbehelligt weitermachen.
    Die Politik versagt, die Polizei muss es tagtäglich ausbaden :-(

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  • Lars Köhle

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    Lieber Herr Stöckel,
    leider muss ich Sie auf etwas hinweisen. Ihre Aussage „Das Personal der Polizei wurde unter der Rot-Grünen Landesregierung wesentlich aufgestockt. Ihre Behauptung ist falsch.“ ist leider etwas missverständlich.
    Das Personal der Polizei wurde nicht wesentlich aufgestockt, sondern der Personalabbau und pensionsbedigte Rückgang der Personalzahlen wurde durch eine leichte Erhöhung der (weiterhin zu niedrigen) Einstellungszahlen etwas abgebremst.

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  • Flo

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    Richtig . Mehr Polzisten wird es so nicht geben. Der Personalabbau wird eben langsamer vorangetrieben und mehr Personal gibt es dadurch im Kreis Unna in Zukunft auch nicht. Die Einstellungszahlen reichen absolut nicht aus um die Pensionierten Polizisten zu ersetzen.

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