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Demolierte Züge, Böller- und Flaschenwürfe rund ums „Hochrisikospiel“ BVB – Schalke

Gezündete Böller, Flaschenwürfe auf Polizisten, wüste Randale in Zügen, zwei Dutzend Strafverfahren und knapp 50 vorläufige Festnahmen: So lautete die vorläufige Bilanz des als „Hochrisikospiel“ eingestuften Revierderby BVB – Schalke, das am Samstag gut 2000 Polizeibeamte begleiteten. Hier eine stichwortartige Zusammenfassung der Meldungen von Dortmunder- und Bundespolizei.

– Am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs kam es gegen 15.50 Uhr zu Ausschreitungen von Schalker Ultras, die sich vermummten, Polizisten mit Flaschen bewarfen und Pyrotechnik zündeten.

– Bei rund 300 Personen der Problemfanszene des BVB stellte die Polizei bei der Fahrzeugdurchsuchung Pyrotechnik und Passivbewaffnung sicher.

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– Im zweiten Sonderzug aus Gelsenkirchen randalierten Schalke-Anhänger derart hemmungslos, dass der Zug aufgrund massiver Beschädigungen ausfallen musste. Die Täter schmissen Scheiben ein, zündeten auch Pyrotechnik im Zug.  Beim Warten auf die Weiterfahrt mit der U-Bahn zum Stadion kam es erneut zu Böllerwürfen und Flaschenwürfen gegen Polizisten. Strafverfolgende Maßnahmen wurden eingeleitet. Zudem richteten bislang Unbekannte in den zusätzlichen Zügen erhebliche Schäden an.

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– Entgegen der Absprachen fuhren ca. 350 Risikofans in einem Regionalexpress über Essen nach Dortmund. Dabei kam es im Essener Hauptbahnhof zu mehreren Angriffen auf die  Bundespolizei, Dosen und andere Geschosse flogen. Es gab 2 Festnahmen.

–  Gegen 14.00 Uhr bekam die Polizei den Hinweis auf eine ca. 300 Personen starke Gruppe im Hafen Dortmund. Der Großteil der gewaltbereiten Dortmunder Ultraszene, darunter Vertreter der Ultragruppierungen „Desperados“, „The Unitiy“, JuBos“ und auch Angehörige der „Kölner Boyz“, hielten sich dort entgegen ihrer sonstigen Anreisegewohnheiten auf. Gleichzeitig bewegten sich mehrere hundert Schalker Problemfans mit ca. 100 Fahrzeugen im Konvoi in Gelsenkirchen in Richtung A42 zu,  ebenfalls entgegen der abgestimmten Anreisevereinbarungen. Plötzlich – und zeitgleich mit der Kontrolle der Dortmunder Ultras im Hafengebiet – fuhr diese Gruppe in Gelsenkirchen weiter in Richtung Hauptbahnhof und nutzte nun doch einen Regelzug nach Dortmund. Bei der Kontrolle der Ultras im Hafen sammelte die Polizei Pyrotechnik ein, Passivbewaffnung (13 Sturmhauben, 10 Mundschutze, 7 Tierabwehrsprays, weiterhin Boxbandagen und Quarzhandschuhe) und 5 Küchenmesser.

–  8 Streifenwagen an der Strobelallee/Wirtschaftsweg wurden durch Anhänger beider Vereine beschädigt.

– Der Schalker Mannschaftsbus wurde durch einen Tritt beschädigt. Der Täter konnte festgehalten werden und bekam eine Anzeige verpasst.

– Nach dem Abpfiff vermummten sich Dortmunder Problemfans – so die Darstellung der Dortmunder Polizei – auf dem Stadionvorplatz und versuchten, durch die Polizeisperre zu den abmarschierenden Schalker Fans zu gelangen. Die Polizei antwortete mit Pfefferspray und Schlagstock und setzte die Gruppe zunächst fest, bis die Gästefans weitestgehend den Veranstaltungsbereich verlassen hatten. Aus Sicht der Fans stellte sich das (ziemlich) anders dar, wundert sich ein Augenzeuge (wörtliche Zitierung eines Facebookposts):

Die BVB Ultras (Wir haben es zusammen mit hunderten BVB-Fans beobachtet) gingen friedlich und in einer gesammelten Gruppe (Wie sie es übrigens nach jedem Spiel tun) aus dem Stadion. Die Polizei drängte sofort entgegen und vermutete anscheinend, die Ultras wollen in Richtung Schalke Fans stürmen. „Welche Schalker“? fragten wir uns, denn im näheren Umkreis waren keine Schalke Fans zu entdecken. Stattdessen wurden die Ultras eingekreist, nicht aus dem Kessel rausgelassen und schließlich von der Polizei mit Pfefferspray (Haben die Kanister dabei??? So viel habe ich noch nie gesehen in meinem Leben) direkt in die Gesichter gesprüht und mit Schlagstöcken zurück in Richtung Stadionausgang getrieben. Wichtig zu erwähnen ist mir dabei, dass auch Menschen von dem Pfefferspray getroffen wurden, die damit NICHTS aber auch gar NICHTS zutun hatten und nicht einmal der Ultra Gruppe angehörten. Ich halte nichts von Bengalos,Schlägereien oder ähnlichem. Aber in allen Medien werden die BVB Ultras heute Abend als die bösen dargestellt, die angeblich Schalkern auflauern wollten. Davon haben wir (und ich denke, da spreche ich von hunderten neutralen Beobachtern) nichts bemerkt. Viele haben die Szene oben aus der Fanwelt heraus gefilmt. Ich würde mir von diesen Menschen Zivilcourage wünschen und hoffe, dass so der ein oder andere aufdecken kann, was dort wirklich abgelaufen ist und vor allem WIE.“

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Rundblick Unna (sia) Interessanterweise – für mich schockierend – zieht die Bundespolizei trotzdem folgendes Fazit: „Im Großen und Ganzen war es ein friedliches Derby, bis auf die Sachbeschädigungen in den zusätzlichen Zügen und der Einsatz von Pyrotechnik“, bilanziert der Einsatzleiter der Bundespolizei, Polizeioberrat Sven Srol. Wenn DAS friedlich war, dann möchte man diese „Fans“ nicht entfesselt erleben… :-/
Dagmar Kuhn Wenn das als Erfolg verbucht wird,finde ich das sehr sehr bedenklich…..
Duran Sylb: Aber die „Rocker“ sind eine „Gefahr für die Öffentlichkeit und hochgradig kriminell!“ Ich habe noch nie gehört oder gelesen, das „Rocker“ Pyrotechnik, Böller usw in Zügen oder sonstigen Menschenansammlungen, sei es in geschloßenen Räumen (Bahnabteil) oder auch freiem Raum zünden, und damit unbeteiligte Menschen, bzw Menschen und Kinder in gefahr bringen! Geschweige denn das Fremdes und/oder Öffentliches Eigentum derart sinnlos beschädigen oder zerstören!!!
Helmut Brune Wenn ich Im Vorstand der Bahn wäre, würde ich den Transport dieser „Fans“ ab sofort still legen. Diese beiden Fußballclubs sind ja nicht die Einzigen. Bundesweit wird der Schaden schon enorm sein.
Martina Tsatsoulis Es sind aber nicht alle so! Das ist wieder die berühmte Minderheit die so dämlich sind und sämtliche Fans blöd aussehen lässt!
Einfach nur minderbemittelt und dumm!
Ich bin jahrelang zum Derby gefahren und musste so etwas DsD nie erleben!

Helmut Brune Ja, das ist ja immer so, daß die Guten unter den Schlechten leiden müssen.
Sabine Krüger Es wird immer asozialer!
Sibylle Weber Leitkultur?

Andreas Oe Abschaffen diese Veranstaltungen! 😉

Sibylle Weber Bundesliga an sich ist ja nett, aber diese Begleiterscheinungen…

Olgu Munich die schöne arme 420

Rundblick Unna Olgu Munich , ja, die ist jetzt hin.

 

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„Im Großen und Ganzen war es ein friedliches Derby, bis auf die Sachbeschädigungen in den zusätzlichen Zügen und der Einsatz von Pyrotechnik“, bilanziert der Einsatzleiter der Bundespolizei, Polizeioberrat Sven Srol. Wenn die Bahn schon einen Service für die Fans anbietet und die Bundespolizei diesen einen Vertrauensvorschuss einräumt, dann sind solche Vorfälle wie zerstörte Scheiben und beschädigte Innenverkleidungen nicht hinnehmbar, so Sven Srol weiter.

 

Kommentare (4)

  • Helmut Brune

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    Wenn ich Im Vorstand der Bahn wäre, würde ich den Transport dieser „Fans“ ab sofort still legen. Diese beiden Fußballclubs sind ja nicht die Einzigen. Bundesweit wird der Schaden schon enorm sein.

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  • Wierumer

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    Es kann nicht sein dass der Steuerzahler und der Bahnkunde weiterhin für diese bescheuerten Idioten bezahlt und haftet die mit Polizei Hundertschaften vor sich selbst geschützt werden müssen und Schäden in Millionenhöhe anrichten, während die Vereine nur so mit Millionen um sich schmeißen bei Ablösungen oder Millionen Gehälter für Personen zahlen die eigentlich nur beherrschen ordentlich vor einen Ball zu treten.. Es wird Zeit dass die Vereine oder der DFB , auch wenn sie nur mittelbar für diese Situation verantwortlich sind, ebenfalls zur Kassen gebeten werden.

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    • Wierumer

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      gerade in Sport inside zum Thema DFB und UEFA: Korruption, keine Schamgrenzen, Tagungen in 5 Sternen Luxushotels, Vetternwirtschaft. Offensichtlich scheint mehr Geld als notwendig da zu sein um die jährlichen Schäden und die Polizeieinsätze
      zu zahlen statt den Funktionären noch dickere Bäuche zu bescheren.

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  • Silvia Rinke

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    UPDATE Montag: Polizeipräsident Lange verurteilt das Benehmen dieser Vandalen scharf. „Dass die Einsätze der Polizei immer aufwendiger und die Einschränkungen für die Bürger immer unerfreulicher werden, dafür macht der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange die gewaltbereiten Ultras beider Vereine verantwortlich: „Zu einem Fußballspiel gehören Emotionalität, Leidenschaft und Siegeswille. Wer wie einige gewaltbereite Ultras jedoch auf Hass, Respektlosigkeit und Ignoranz setzt, hat bei solchen Großveranstaltungen nichts zu suchen.
    Wieder einmal hatte eine gewaltbereite Minderheit dafür gesorgt, dass solche Großveranstaltungen in ein schlechtes Licht gerückt werden. Wieder einmal wurde deutlich, dass es ohne eine klare Trennung beider Fanlager im öffentlichen Raum und somit ohne Großaufgebot der Polizei nicht geht. „

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