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Debatte um Stadtlichter-Eintrittspreis: Kein Cent Vergünstigung – aber auch kein Cent Subvention

Sechs Euro für Erwachsene, drei Euro für Kinder  – keine Ermäßigungen für Rentner, Schüler, Studenten, Arbeitslose. Um die Preisgestaltung der Unnaer Westfriedhof-Illumination ist seit gestern Abend auf Facebook eine bizarre Diskussion entbrannt, die in der Nacht sogar noch in handfeste persönliche Beleidigungen gipfelte.

Die Mutter eines (erwachsenen) Schülers kritisierte es als Unverschämtheit, dass die – privatwirtschaftlichen – Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld und Reinhard Hartleif für ihre zweiwöchige Illuminierung keine sozial gestaffelten Vergünstigungen gewähren. Von einigen wird offenbar diese Friedhofs-Lichtkunst mit „der Unnaer Lichtkunst“ vermengt, sprich mit dem Zentrum für Internationale Lichtkunst im Gewölbekeller der Lindenbrauerei und im sog. „Turrell-Trichter“ auf dem Platz der Kulturen – der „Camera Obscura“.

Turrell Trichter Camera Obscura

Turrell Trichter „Camera Obscura“ auf dem Platz der Kulturen: subventionierte Lichtkunst, die nichts mit der „Stadtlichter“-Kunst auf dem Westfriedhof zu tun hat.


Diese kommunale Lichtkunst wird mit einem jährlich sechsstelligen Betrag von Kreis und Stadt subventioniert. Kein Cent Steuergeld hingegen fließt in Flammersfeld „Stadtlichter“-Projekt. Im Übrigen ist auch diese Kunst nicht kostenlos – von Einzelveranstaltungen abgesehen (Summertime).

Da die Preisdebatte um diese 6 Euro wie beschrieben ausuferte, schaltete sich Flammersfeld heute Morgen selbst ein. „Diese Veranstaltung wird mit keinem Cent subventioniert“, unterstreicht er. „Im Gegenteil, wir zahlen Miete für den Platz, wir sponsern das Lichtkunstzentrum und wir zahlen einige 10.000,–€ an Gewerbesteuern an die Stadt Unna. Und genau wie jeder andere müssen wir unsere Familien ernähren, wir arbeiten dafür, auch wenn es für die Besucher Spaß ist.“

Und da sind 6 Euro Eintritt für ausnahmslos alle aus seiner Sicht „mehr als okay“: „Nur mal als Vergleich, wieviel kostet eine Fahrt von 3 Min. auf der Kirmes?´Wieviel kostet eine Schachtel Zigaretten ? Und ich denke, die ,Stadtlichter´machen niemanden krank…“ – anders als eben Zigaretten.

Stadtlichter Flamm 4

Nachdrücklich weist Flammersfeld schließlich selbst noch einmal darauf hin: „Dies ist keine Veranstaltung des Lichkunstzentrums, welches subventioniert wird – was auch nötig ist, weil ansonsten diese Qualität nicht erreicht werden könnte. Das wird oft mal so angemerkt unter “ jetzt machen die noch eine Veranstaltung mit Eintritt, um sich zu finanzieren.“ Der Stadtlichter-Macher schließt sein Statement mit einem Appell: „Wer möchte, soll kommen und seine Freude daran haben, wer das nicht möchte, kann doch einfach zu Hause bleiben, weil es ihm das ja dann nicht wert ist.“

Eine kritische Kommentatorin vermerkte in der eskalierenden Debatte heute Nacht: „Offensichtlich sind einige von der kostenlosen ,Summertime´-Reihe extrem verwöhnt und wollen jetzt alle Kulturveranstaltungen umsonst haben. Ich finde diese Einstellung unmöglich.“

Die Summertime-Angebote „umsonst und draußen“ werden über die Zuschüsse für die städtische Kultur bzw. über die Lindenbrauerei-Subventionen mitfinanziert. Für die „Linde“ waren im vorigen Jahr über den regulären Zuschuss von 199 000 Euro hinaus weitere 75 000 Euro an Förderung notwendig (wir berichteten).

(Fotorechte Stadtlichter: Wolfgang Flammersfeld)

Kommentare (10)

  • Thomas Hoff via Facebook

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    Kunst steht jedem zu….für manchen Bürger ist der Eintritt zu teuer. Es kann nicht sein das sich nur noch gut verdienende Bürgen dieses leisten können. Wird der Eintrittspreis nicht für Einzelne Personen die nicht so viel Geld zu Verfügung haben reduziert… handelt es sich nur um ein Geschäft um Profit daraus zu erzielen ! !

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  • Frank Köppel via Facebook

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    Verstehe die Diskussion nicht. Beim Kino diskutiert auch niemand ob 5,-€ bis 7,-€ für Kinder zu viel sind. Die Kunst wird klaglos bezahlt! Und wie jeder andere Mensch auch, muss sogar der Künstler von seiner Arbeit leben können. Die Frage ist, ob die Stadt diese Einrichtung, wie auch viele andere, unterstützen sollte, damit dann die Preise niedriger oder gestaffelt sein könnten. Da hat unsere Stadt aber in den letzten 20Jahren beständig über ihre Verhältnisse gelebt. Das spiegelt sich dann hier wieder. Damit Kunst für jeden zugänglich wird, ist der Staat/die Gemeinde verantwortlich. Wenn also Unmut hier vorhanden ist, dann bitte an die adressieren, die dafür seit 20Jahren verantwortlich sind(die sitzen in Stadtrat und können nur, wie vor 1000Jahren die Könige auch schon, die Steuern erhöhen und die Leistungen verringern)

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Danke für die scharfe Differenzierung, Frank Köppel. Irgendjemand MUSS bezahlen. Entweder die Besucher – oder die Öffentlichkeit. Und wenn ein privater Unternehmer Kunst anbietet, ist ihm – denken wir – schlecht vorzuwerfen, dass er daran auch etwas verdienen möchte.

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  • Stefan Werner

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    Absolut meine Meinung! Ein hehres Ziel, Kunst und Kultur frei für jeden. Nur eben selten realistisch. Theater, Kabarett, Schauspielhaus, Rundfunk und Fernsehen. Alles kostet Geld, weil diese Dinge nun einmal finanziert werden müssen. Warum also nun dieses Rumgehacke auf der Lichtkunst und Herrn Flammersfeld?

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  • Thomas Hoff via Facebook

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    Es geht ja nur um Sozial schwächeren oder Schülern den Eintritt zu ermöglichen…das geht nur mir einen reduzierten Eintrittpreis…!!!

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  • Moni Logo via Facebook

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    Es gibt genügend kulturelle Angebote in Unna ,welche kostenlos sind.

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