Rundblick-Unna » Das Erbe der Gretha Swan oder Frau Litschkos Gespür für das Unheimliche: Ein Debüt-Roman aus Fröndenberg

Das Erbe der Gretha Swan oder Frau Litschkos Gespür für das Unheimliche: Ein Debüt-Roman aus Fröndenberg

Ein kleines Mädchen verschwindet spurlos. Jahre später beginnt ein Spuk. Immer taucht ein kleines Mädchen taucht auf, verschwindet wieder und hinterlässt einen Wasserfleck. Unheimlich.

CSI-Agent Craig Steel ermittelt, findet das Mädchen – im selben Moment stirbt Craigs Bruder. Noch unheimlicher. Monika Litschko hat ein Gespür für Unheimliches, Übernatürliches und mit 58 Jahren nun ihren ersten unheimlichen, übernatürlichen Roman geschrieben: „Das Erbe der Gretha Swan“ heißt der Mystery-Thriller, den die schreib- und leseversessene Fröndenbergerin im Selbstverlag herausgegeben hat.

Dafür musste ihr Sohn Sascha (38) ihr „mal kräftig in den Hintern treten“, lacht die sympathische Mühlenberg-Bewohnerin, denn Gretha Swans Erbe schlummerte seit Ende 2012 fertig im PC. Sowieso hat die frisch gebackene Autorin bereits alle möglichen Geschichten, Erzählungen, ja sogar schon ein komplettes Kinderbuch geschrieben. Alle gesammelten Werke landeten in der Schublade und versauern dort.

„Erst Sascha hat mir auf die Sprünge geholfen.“ Sie lacht erneut. „Sascha sagte: Mach jetzt! Mach!“ Und machte dann selbst. Er sucht für seine talentierte Mama einen passenden Verlag heraus, kümmerte sich um den Druck und baute vorab schon eine Homepage auf, auf denen seine Mutter unter dem launigen Namen „Schlimmsalabimm“ ihre bisherigen gesammelten Werke präsentiert. Darunter sind übrigens auch Gedichte.

Leseversessen ist sie schon immer gewesen, berichtet die dreifache Mutter. Die Freude daran, selbst zu erzählen, entdeckte sie in den Jahren, in denen ihre Söhne klein waren und sie Entspannung vom stressigen Familienalltag suchte. Sie fand sie im Schreiben. „Damals noch auf Papier“, erinnert sie sich, schon damals aber spürte sie die wohlige Wirkung des Schreibprozesses. Im Schreiben verlor sie sich auf angenehmste Weise selbst, insbesondere, als sie „Sultan“ schrieb: „In dieses Kinderbuch hab´ ich mich völlig verloren.“ Flow nennt man das. Monika Litschko formuliert es schlichter: „Ich hab gemerkt: Es tut mir gut.“

Monik Litschko Roman

„Sultan“ verfrachtete seine hoffnungsfrohe Erschafferin allerdings auch gleich unsanft vom entrückten Flow auf den harten Boden der Marktwirtschaft. Die Nachwuchsautorin fand einen Verlag, der tatsächlich sogleich ihr Buch drucken wollte. „In den Himmel haben die es gelobt. Dabei war es von der Schreibqualität her noch alles andere als toll“, blickt Monika Litschko selbstkritisch zurück. „Der Verlag schrieb jedoch: Prima, super!“

Angesichts des zugeschickten Autorenvertrags traf Monika Litschko dann der Schlag: „Ich sollte mit 18 000 Euro in Vorkasse treten.“ Als sie wieder nach Luft schnappen konnte, versenkte sie das fragwürdige Angebot in der Tonne und ihre Idee einer Buchveröffentlichung gleich wieder mit dazu. Bis jetzt, bis zum Sommer 2015.

Ihren Erstlingsroman über CSI-Agent Craig Steel, der ihr kapitelweise regelrecht in die Tasten floss, hat die 58Jährige aus Ich-Perspektive geschrieben hat. Sie selbst ist dieser Craig, „das schafft mehr Nähe, zieht den Leser dichter in die Geschichte“, findet sie. Bei Band 1 wird´s nicht bleiben, denn die schreibversessene Fröndenbergerin arbeitet schon emsig am Folgewerk. „Es wird eine ,Craig“-Reihe´ geben“, verrät sie, und zwar in der „Secret Society Paranormal“-Reihe des epubli-Verlags. Gedruckt wird bei Bestellung – die frühere Geschäftsfrau geht ihren ihren Traum von der Schriftstellerei so nüchtern und pragmatisch wie eine Finanzbeamtin an.

Wenn sie dann bei ihrem „zweiten Craig Steel“ wieder nicht „den Hintern hochkriegt, müssen ihr eben ihre Söhne wieder liebevoll in denselbigen treten: Björn, erzählt sie und muss richtig lachen bei der Erinnnerung, drohte seiner zaudernden Mama zuletzt: „Dann warte ich eben so lange, bis du tot bist, veröffentliche deine Bücher selbst und werde steinreich!“

Monika Litschkos erster Roman „Das Erbe der Gretha Swan“ (ISBN 978-3-7375-3791-9) wird stückweise gedruckt – auf Bestellung in Buchhandlungen, per Android Appstore, Applestore, Amazon…. oder direkt beim Verlag epubli Berlin, www.epubli.de
Gedruckt kostet es 12,95 Euro, als E-Book 3,99 Euro.

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