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Christkindlmarkt in Frühlingslaune: Da schmilzt sogar die GSF-Schokolade

Die Sonne knallte am Samstagnachmittag derart auf die Hütten, dass die Schokolade zu schmelzen drohte. „Wir haben sie sicherheitshalber in den Schatten geräumt“, lächeln die jungen Mädchen am Weihnachtsmarktstand der Fröndenberger Gesamtschule – ähem, bitte, Weihnachtsmarkt? Es sind vorfrühlingshafte 14 Grad.

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Und doch ist Christkindlmarkt, unter gänzlicher Abwesenheit von angemessenem Winterwetter an diesem ungewöhnlich milden vierten Advent. Christkindlmarkt in Frühlingslaune.

Der Kinderpunsch in der GSFHütte läuft trotzdem munter, seit sich die Sonne verzogen hat (was sie im Dezember ja dankbarerweise früh zu tun pflegt). Spritzgebäck: läuft auch, und Crepes (schön mit schokoladiger Nutellatunke) laufen sowieso immer. Die Schülerinnen freut´s, denn jeder Euro fließt in ihre Abi-Kasse.

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Fließen statt tröpfeln tut´s beruhigenderweise auch in die Glühweintassen, aber erst, als es dämmrig und kühler wird. Der Werbering hat zur verheißenen frühlingshaften Bescherung vorsorglich mit diversen Kaltgetränken aufgerüstet: Sekt gibt’s neu im Programm, Landbier ist neu und alkfreies Pils. Gläserpfand ein Euro, Glühwein pur (reine Lehre ohne Schuss) 2,50 Euro pro Glas, soweit wie alle Jahre wieder oder wenigstens wie im letzten Jahr.

Neu – und deutlich besser als früher – ist der Standort der Bühne. Die ist quer über den Marktplatz gewandert und prangt nun, wie in der Nacht der Musik, vor Ernsting´s Family. Besucher aus Richtung Allee- und Eulenstraße haben nun nicht mehr das unangenehme Gefühl, frontal auf eine Bühnenwand zuzulaufen, werden statt dessen mit sprichwörtlich offenen Armen in Empfang genommen.

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Zur vorgerückten Samstagnachmittagsstunde wedelt mit diesen Armen Feuersultan Charly zwei Fackeln um sich herum. Er kniet nieder und lässt mit durchdringendem Fauchgeräusch mehrere meterhohe Feuersäulen in den Abendhimmel zischen. Feuerjonglage vom Feinsten. „Puh, ist das heiß!“ Eine ältere Dame mit Enkelkind zuckt zurück, reibt sich lachend überrascht die Stirn. „Was für eine Hitzeentwicklung!“

Beachtliche Hitze entwickelt sich auch am Stand des Spielmannszugs Adler Hohenheide, wo die emsigen Reibekuchenbäckerinnen um die Wette knusprige Kartoffelfladen aus dem siedendem Öl fischen. Wieder was, das immer geht: Reibeplätzchen nach Hausfrauenart. Besonders köstlich mit selbstgemachtem Apfelkompott wie das von den Spielmannsfrauen, die säuberlich auch die korrekte Apfelsorte aufs Schild geschrieben haben: Freiherr vom Berlepsch. Eine wahrhaft adelige Leckerei.

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Vieles gefällt am leicht abgeänderten Christkindlmarktkonzept. Der Bühnenstandort im hinteren Bereich wirkt vorteilhafter, da die Bühne den Markt optisch nicht mehr so dominiert. Die hölzernen Stehtresen vermitteln rustikale Behaglichkeit, draußen zu sitzen ist bei diesen üppig zweistelligen Temperaturen kein Problem, so dass die Holztische und -bänke seitlich der Bühne gegenüber gut belagert  sind.

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Die bunten Buden knubbeln sich nach bewährter Fasson gemütlich drubbelig um den Markt, viele beliebte Anbieter sind darunter, die nicht fehlen dürfen: der Kindergarten St. Josef mit Selbstgebasteltem und -gebackenem, die Streunerhilfe (an diesem Stand ist buchstäblich alles für die Katz), des Marktes, Hof Bräckelmann aus Kessebüren mit würziger Wurst… Auch neue Gesichter sieht man: Erstmals versucht sich z. B. „Inigoo“ aus Menden auf dem Christkindlmarkt. Mit Dips, Likören, Essigspezialitäten wie Kirschbalsamessig und gleich dem passenden Senf dazu.

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Gudrun Völker ist vom Auftakt des heimeligen Budenzaubers am Freitag und Samstag recht angetan: „Frönderberger sind nett!“, lobt die Mendenerin. Sie möchte aber auch einen Kritikpunkt anbringen – und den hört man von vielen Standanbietern wie auch Besuchern an diesem letzten Wochenende vor dem Christfest: „Die Musik sollte weihnachtlicher sein, nicht ständig nur Popsongs. Zu einem Weihnachtsmarkt gehört auch traditionelle Weihnachtsmusik.“

Die Klassiker der weißen Weihnacht – wie „Jingle Bells“, „White Christmas“ oder „Leise rieselt der Schnee“ – kann man im Gebot der Stunde ja auch mal dezent auslassen.

CHRISTKINDLMARKT HEUTE, am SONNTAG, wieder von 14 bis 20 Uhr – 13 bis 18 Uhr verkaufsoffener Sonntag

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