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Chancenlosen Chancen geben: Gezieltes Förderprogramm für Langzeitarbeitslose

Wenn sich Arbeitslosigkeit in zweiter oder gar dritter Generation zementiert, ist sie kaum noch zu knacken. Landrat Michael Makiolla und andere Verwaltungschefs im Ruhrgebiet wollen das Problem nun gemeinsam anpacken – auch, um eine Neiddebatte (mit Blick auf Asylbewerber und Zugewanderte) zu vermeiden. Geplant ist ein Förderprogramm, das die „in manchen Familie über Generationen verfestigte Arbeitslosigkeit knackt“, erläutert Makiolla.

Verabredet wurde die parteiübergreifende Initiative zwischen den Landräten und Oberbürgermeistern im Ruhrgebiet und dem Regionalverband Ruhr (RVR). „Modellregion Ruhrgebiet gegen Langzeitarbeitslosigkeit“ lautet der Titel für ein passgenaues Förderprogramm von Langzeitarbeitslosen.

Die Botschaft ist klar. Die letztlich gescheiterten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) alter Prägung mit Jobverteilung nach dem Gießkannenprinzip sollen auf keinen Fall neu belebt werden, betont Makiolla. Statt dessen wollen die Akteure ihr Programm exakt auf die Zielgruppe zuschneiden. „Wir wollen den Chancenlosen eine Chance geben.“

Keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt

Im Blick haben die Verwaltungschefs Menschen, die seit Jahrzehnten keine Berührung mit fester Arbeit haben. Damit auch nicht mit festen Regeln wie zeitigem Aufstehen, Pünktlichkeit oder Verlässlichkeit bei der Aufgabenerledigung. Wichtig ist dem Landrat auch, dass durch die geplanten öffentlich geförderten Angebote keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt entsteht.

Kostenlos wird es so ein Förderprogramm nicht geben: „Es ist aber immer besser, Arbeit zu finanzieren als Arbeitslosigkeit“, betont Landrat Makiolla. Der Kreis bezahlt Arbeitslosigkeit vor allem über die Kosten der Unterkunft für Bezieher von Arbeitslosengeld II mit (Hartz IV). Diese Kosten werden deutlich steigen, so kündigte Makiolla schon vor vielen Monaten an, da viele neu Zugewanderte bzw. Geflüchtete Anspruch auf Alg II erwerben.

Möglicherweise die erste Chance im Leben auf Arbeit

„Wenn der Bund über ein Förderprogramm in sozialversicherungspflichtige Arbeit investiert, bekommen Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft stehen, ihre möglicherweise erste Chance im Leben, zu arbeiten“, fasst Makiolla das Ziel zusammen. Und nicht zuletzt wird noch ein weiterer wichtiger Zweck erfüllt: „Auch eine immer wieder aufkommende Neiddiskussion wird eingedämmt“, ist der Landrat überzeugt.

Kommentare (8)

  • Michael Schild via Facebook

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    Da macht er mal etwas sinnvolles!

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  • Jama To via Facebook

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    Sinnvolles??? Wo sollen wir arbeiten??? Mehr als 50% Betrieben werden geschlossen!!! Reichen lassen kleinen Mann keine Luft zum atmen! Pachtzins ist künstlich hoch getrieben! Steuern, Abgaben, Verordnungen, …… unmöglich! Keine kann diese erfüllen! Und alle ,,Lehrgänge, Praktiken, Schulungen, ….. erfüllen nur einen Zweck; die paar von Jobsagentur, Lehrer, Ausbilder. … können vorweisen das Sie was tun und sichern ihre Jobs und somit manipulieren wahre Arbeitslose Zahlen! Weiter schlafen!

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  • Dagmar Kuhn via Facebook

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    Über Generationen verfestigte Arbeitslosigkeit??? Na….und dann dafür zugewanderte und Flüchtlinge verantwortlich machen? Was ist das denn für ein blödsinn? Die Flüchtlinge gab es dann also,schon vor dreißig Jahren oder wie? Diese Menschen wollen nicht arbeiten….wenn dieses denken und handeln schon seit Generationen besteht, sind nicht äußere Umstände dafür verantwortlich

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    • Dagobert

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      Die in der dritten Generation Arbeitslosen sind tatsächlich Migranten, die vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen sind und bei denen die Integration weitgehend gescheitert ist.:
      http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-jeder-zweite-tuerke-ist-arbeitslos/1310622.html
      Um eine ähnliche Entwicklung zu verhindern, wird nun versucht, entgegen zu steuern, wobei für mich hierbei der zu erwartende Erfolg sehr fraglich bleibt. In anderen Ländern wird bei grundsätzlicher Verweigerungshaltung ausgewiesen oder die stattliche Unterstützung(falls Sie Steuern zahlen:=Ihr Geld) gekürzt.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dagmar Kuhn, bitte entspann dich :-), dafür macht natürlich nicht der Landrat die neu Zugereisten verantwortlich, will jedoch – zusammen mit weiteren Verwaltungschefs – vermeiden, dass ein solcher „Verteilungskampf“ entsteht. Es war auch nur ein Nebensatz in der Ankündigung.VG.

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  • Jama To via Facebook

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    Ein Euro Jobs wieder beleben! ???
    Das noch Jobs nennen???
    Eine Zimmer für fünf Personen!!!
    Eine Hygiene Einrichtung für zwanzig Personen!!! Eine Küche für acht Familien!!! Zeltplätze!!!
    Da bin ich auf falscher Film!!!
    Schönheit nach außen verkaufen und bittere Wahrheit ist ganz ganz anders!

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  • Tim Dingenskirchen via Facebook

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    Janis Dolfen,es geht aufwärts für Dich!??

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