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Busfahrer ließ Flüchtlinge am Kreuz Unna aussteigen – Polizei lobt Umsicht

Umsichtig, so lobt die Polizei, verhielt sich heute Nacht ein Busfahrer, der auf der A1 mit einer Gruppe Flüchtlingen in eine Notunterkunft unterwegs war – und sie kurz vor dem Kreuz Unna aber aussteigen ließ: Aus guten Gründen, wie die Dortmunder Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion betonte.

Im Bus sei es plötzlich bei einem der Passagiere zu einem medizinischen Notfall gekommen, schildert Polizeisprecherin Vogt. Angehörige reagierten daraufhin aufgeregt und forderten den Busfahrer in großer Sorge auf, sofort anzuhalten. „Aber so mitten auf der Autobahn – wie hätte das gehen sollen?“, erklärt die Polizeisprecherin das Verhalten des Fahrers für vollkommen richtig. Dieser weigerte sich nämlich, anzuhalten, worauf es zum Streit mit den Angehörigen kam.

Der Busfahrer hielt daraufhin kurz vor dem Kreuz Unna an und ließ die Flüchtlinge aussteigen – nicht ohne vorher die Polizei angerufen zu haben. Diese war schnell zur Stelle, kümmerte sich um die Gruppe auf der Autobahn; der Patient im Bus wurde von einem Arzt versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Die Flüchtlinge wurden schließlich in eine nahegelegene Unterkunft gefahren.

Kommentare (6)

  • Petter Uhlenbusch

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    „Dieser weigerte sich nämlich, anzuhalten, worauf es zum Streit mit den Angehörigen kam.“
    Das kommt einem doch bekannt vor. Kaum hier, schon will man die Gesetze ausser Kraft
    setzten.

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  • Lola Rennt via Facebook

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    Stelle dir vor DU bist auf der Flucht, kommst un ein fremdes Land, dessen Sprache du nicht beherrscht.
    Einem Angehörigen geht es gesundheitlich schlecht. Du versuchst dem Busfahrer klar zu machen, das ärztliche Hilfe dringend gebraucht wird. Doch du stellst fest, er fährt weiter…..
    Sorry, wie würdest du reagieren????
    Total verständlich die Reakrion von beiden Seiten.
    Letztlich hat sich ja alles für alle Beteiligten zum Guten gekehrt.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Genau das richtige Fazit, Lola Rennt. Danke.

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    • Lola Rennt via Facebook

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      Es ist doch so einfach,
      wenn man nur bereit ist, sich in die Lage der Beteiligten zu versetzen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Völlig fremdes Land, mega-anstrengende Flucht hinter sich, man hat keine Ahnung, wo man jetzt hingebracht wird, spricht die Sprache wahrscheinlich nicht, und dann klappt noch ein Familienangehöriger zusammen. Liebe Zeit, wer würde da nicht kurzfristig durchdrehen.

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