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Bundespolizei geht am Limit: Nur noch 19 Beamte pro Schicht für 4,5 Mio. Bürger, Wachen teils unbesetzt

Immer mehr Einsätze für immer weniger Polizisten. Die Gewerkschaft der Polizei Westfalen/Ruhr schlug am Wochenende Alarm: Für die insgesamt über 4 Mio. Bürger im Bereich der Bundespolizei Dortmund seien pro Schicht nur noch 19 Beamte vorhanden. Das sei mehr als bedenklich, warnt die Gewerkschaft.

Die Bundespolizei (die für die Sicherheit an Bahnhöfen zuständig ist) müsse seit Herbst eine rapide gestiegene Einsatzzahl bewältigen, zugleich sei das Personal vor Ort massiv geschrumpft worden, das viele Bundespolizisten aus dem Revier seit Monaten in Bayern aushelfen: Beim Grenzschutz, bei Passkontrollen und bei der Registrierung von Flüchtlingen und Zuwanderern. Vor Ort fehlten diese Beamten, so dass zeitweilig Wachen nicht besetzt seien.

Sechs gehören insgesamt zur Inspektion Dortmund. Nur Dortmund und Essen können laut Gewerkschaft dauerhaft geöffnet sein, die anderen vier – Hagen, Bochum, Recklinghausen und Gelsenkirchen – seien in mehr als der Hälfte der Zeit geschlossen: einfach, weil Personal fehlt.

Im WDR wählte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Jürgen Lipke, am Freitag drastische Worte: „Die Bundespolizei steht vor dem Kollaps, die Kollegen sind mittlerweile ausgepowert. Wenn Sie an einem Bahnhof wie Hagen z.B. eine Strafanzeige aufgeben wollen, können Sie nicht damit rechnen, einen Beamten vor Ort anzutreffen.

Das habe natürlich erhebliche Negativauswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bürger. Zudem sei die Situation in der Dortmunder Inspektion speziell, weil die Bundespolizei dort auch für die Bundesligaspiele (BVB, Schalke, Bochum) sowie am Flughafen eingespannt ist.

Um im Sinne der Bürgersicherheit vernünftig arbeiten zu können, wären laut Gewerkschaft ca. 40 Beamte pro Schicht notwendig. Nicht einmal die Hälfte sind der Status Quo. Zusätzliche Polizisten haben der Bund zwar zugesagt, doch damit könne es Jahre dauern. Wie die im Landesdienst tätigen Beamten haben letztlich auch die Bundespolizisten Überstunden buchstäblich angehäuft – nicht selten bis zu 300, so Jürgen Lipke.

Kommentare (7)

  • Mike

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    Auch wenn es nicht Bundespolizei ist, auch bei der Polizei ist die Situation ja genauso, dann kommt ein Innenminister Jäger und erzählt aus einer Wunderwelt weit ab der Realität… Es wird Zeit, das generell gewisse Positionen nur noch mit Fachleuten besetzt werden dürfen und nicht mit Politikern !

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  • Daniela Biermann via Facebook

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    Genau…spart schön weiter an der Polizei. .damit unsere Sicherheit noch mehr gefährdet ist…Applaus Applaus

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  • Dagobert

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    Wir sollten alle glücklich sein, dass es noch Menschen gibt, die bereit sind, diesen gefährlichen und undankbaren Job mit obendrein noch schlechter Bezahlung(in Relation zum Risiko)auszuüben. Danke an dieser Stelle an alle Polizisten.

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  • Peter Locke via Facebook

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    Tempos gibbet in der Apotheke …

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  • besu cher

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    „Die Bundespolizei müsse seit Herbst eine rapide gestiegene Einsatzzahl bewältigen.“

    Jetzt hört mal auf! Wieso das denn? Gestiegene Einsatzzahlen seit Herbst. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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