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Bürgermeister Kolter: Frage ist: „Wie“ schaffen wir „das“ – Flüchtlinge in Turnhallen letzte Notlösung

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen wird in Unna allerletzte Notlösung sein. In einem Gespräch am heutigen Morgen versicherte uns Bürgermeister Werner Kolter, dass er zuvor alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen wird, um zugewiesene Asylbewerber – mit denen auch Unna rechnen muss – menschenwürdig unterzubringen.

Die eingesetzte Arbeitsgruppe im Rathaus suche mit Hochdruck geeignete Unterkünfte. Neben der katholischen Kirche, die der Stadt verschiedene Pfarrhäuser angeboten hat (unser gestriger Bericht), sind laut Kolter auch schon weitere Möglichkeiten eruiert. Als Optionen – weil Unna bisher noch keine Flüchtlinge extra unterbringen musste.

Landesstelle „schützt“ momentan vor städtischen Zuweisungen

Die derzeit 800 bis 1100 Asylbewerber in der Erstaufnahmeeinrichtung (Landesstelle) in Massen werden der Stadt auf Zuweisungen angerechnet. Doch mit dem anhaltenden Zustrom werde sich das voraussichtlich ändern, sagt Kolter offen. „Ich kann deshalb auch keine Garantie dafür geben, dass wir nicht auch in Unna noch Turnhallen brauchen. Wir müssen alles tun, um Obdachlosigkeit zu vermeiden.“

BKK Kindersprint

Vermeiden will er aber zugleich so lange wie möglich, dafür den Unnaer Turnhallen wegzunehmen. Obwohl sich diese generell sehr gut eignen, weil sie (i. d. R.) über Duschen und sanitäre Einrichtungen verfügen. Doch Sporthallen als Flüchtlingsquartiere zu nutzen bedeute „einen tiefen und langfristigen Einschnitt“ ins Leben der Bevölkerung, weiß Werner Kolter; neben dem Schulsport sind meist Vereine und weitere Nutzer (Kursanbieter etc.) betroffen.

Bürgermeister Werner Kolter

Riesige Stresssituationen – „WIE schaffen wir das?“

Sowohl für die Hauptamtlichen der Stadt und der Hilfsorganisationen (wie DRK) als auch für die Ehrenamtlichen ist der momentane Zustand eine immense Belastung, sagt Unnas Bürgermeister. „Wenn man, wie der Landrat, innerhalb von drei Tagen 400 Plätze bereitstellen muss, sind das riesige Stresssituationen. Wir spüren auch – wir spüren alle die Grenzen des Leistbaren.“

Die Zuversicht der Kanzlerin „Wir schaffen das“ formuliert Werner Kolter in eine Frage um: „Wie schaffen wir das? Das fragen mich natürlich auch viele Bürger in diesen Tagen. Es werden viele Sorgen angemeldet. Ich weiß darauf bisher keine Antwort.“ Ein schwacher Trost, dass er sich damit in Gesellschaft aller kommunalen Verwaltungschefs deutschlandweit befindet.  „Zugleich ist immer noch ganz viel Hilfsbereitschaft bei den Menschen zu spüren, und ich kann nur dringend hoffen, dass sie anhält. Wir sind als Kommunen am Ende der Handlungskette.“

Landesstelle 2

Hoffnung auf die Landesstelle – Kapazität bis zu 1500 Plätzen

Die geplante Erweiterung der Landesstelle in Unna-Massen wird deswegen eiligst vorbereitet, im November will Kolter den nächsten Sachstand vermelden. Die Obergrenze auf dem Areal liege bei 1500 Plätzen. Das wären noch einmal 700 mehr, als momentan im Vertrag zwischen Land und Stadt als Höchstgrenze in Ausnahmefällen festgelegt sind. Wieder 700 Plätze, die Unna auf Zuweisungen aufs Stadtgebiet angerechnet würden (ca. 200 Asylbewerber leben momentan als „Altfälle“ in Unna).

Landesstelle Hochschulcampus 2

Gerade mit Blick auf diese wichtige Bedeutung der Landesstelle ist Kolter der privaten Hochschule so dankbar über ihr momentanes Entgegenkommen. „Sie stellt ihre eigenen Entwicklungspläne zurück und hilft uns damit immens“, unterstreicht der Bürgermeister. „Das kann man ihr gar nicht hoch genug anrechnen.“

Die Hochschule hat für das Campus  ca. ein Drittel der ehemaligen Landesstellenfläche erworben, die zu ihren Hochzeiten in früheren Jahrzehnten mit bis zu 3000 Menschen belegt war. Heute reicht die Kapazität für 1500 – dann ist aber auch in der Erstaufnahmeeinrichtung Schluss, es sei denn man lässt die Menschen unter unwürdigen Zuständen hausen. Dies lehnt Unnas Bürgermeister (und lehnen mit ihm alle kommunalen Entscheidungsträger) kategorisch ab.

Landesstelle Gedenkstein Vertreibung

 

Kommentare (19)

  • Angie U Wolfgang Hinkelbein via Facebook

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    Sseh geerhter Herr Kolter warum machen sie so ein aufstand wegen der unterbringung von Flüchtlingen und ssgen auch noch öffendlich sie wollen nicht das die Flüchtlinge Obdachlosigkeit droht aber was ist mit unseren Obdachlosen die wir in Unna haben gehen ihnen die eigenen Bedürfnisse unserer Bürger am Arsch vorbei und das schon seit jahren denn davon habe ich noch nicht von ihnen in der Öffentlichkeit gehört das sie sich darum kümmern wollen aber das sind ja nur die eigenen Bürger und keine Flüchtlinge traurig sehr traurig wo soll das noch enden

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  • Kolja Stoffregen

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    Obdachlosigkeit ist ein andauerndes Problem, dem seit jeher geholfen wird. Von Freiwilligen und den Städten.

    Das Wichtigste ist, dass die Flüchtlingskrise ein akutes Problem extremen Ausmaßes ist.
    Während es seit Jahren von den Regierungen und vor allem der Bevölkerung versäumt wird, Obdachlosen zu helfen, muss man bei der Flüchtlingskrise sofort handeln, sonst verenden hunderte oder tausende.

    Es wird Obdachlosen zur Zeit übrigens von keiner Seite weniger geholfen als vor zwei, drei Jahren.
    Auch nicht wirklich mehr und das, obwohl so viele „besorgte Bürger“ die Obdachlosen instrumentalisieren.

    In diesem Sinne: egal, ob Sie Obdachlosen oder Flüchtlingen oder beiden helfen: es sind Menschen, die Hilfe brauchen. Es geht nicht um Nationalitäten, das ist kleingeistig.

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    • Angie U Wolfgang Hinkelbein via Facebook

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      Das ist das was durch ihr tun in Deutschland genau dad richtige was uns noch übrig bleibt unseren Mind auf machen um unser Unmut und unsete Ängste entlich gehör zuverschaffen bis ihr es endlich begreift das wir uns das nicht länger gefallen lassen können

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  • Wierumer

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    Vielleicht sollte die Arbeitsgruppe im Rathaus mal nach geeigneten Mitteln suchen um die abgelehnten Bewerber von Asylanträgen endlich zuück in ihre Heimat zu bringen.
    Das schafft mit Sicherheit Platz und spart Sozialausgaben.
    http://www.bild.de/politik/inland/illegale-migration/trotz-urteil-145000-abgeschobene-asylbewerber-noch-da-38006600.bild.html

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    • Fürst

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      Sehr, sehr richtig!

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  • Petter Uhlenbusch

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    „sind laut Kolter auch schon weitere Möglichkeiten eruiert. “

    wäre interessant zu wissen wie die weiteren Möglichkeiten aussehen sollen.

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  • Angie U Wolfgang Hinkelbein via Facebook

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    Komisch ich kenne mehrer Obdachlose den bis heute noch keine Wohnung von der Stadt angeboten wurfe wollen sie uns verardchen oder meinen sie wir sehen nicht was hier in deutschland mittlerweile mit zweier massen die sachen gehand habt werden wichtig für sie sind nir die Flüchtlinge egal ob soe strafzatten begen oder nicht es heißt immer soe seien Tra
    Traumersiert was meinen sie wie Traumersiert ich mitler weile bin wenn ich so ein scheiß lessen muss und wenn ich eine Straftat begehe werde ich fafür bestraft und nichts anderes

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  • Oskar B.

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    Ich befürchte, diese ganze Thematik legt unser öffentliches Leben demnächst lahm. Abgesehen von den immensen Kosten, die irgendwann auf JEDEN FALL auf die Bürger abgewälzt werden, weiß man doch jetzt schon nicht mehr, wohin mit den Leuten. Ganz zu schweigen von den ganzen kulturellen Schwierigkeiten, die da noch kommen werden.

    Ich wäre dafür, dass Frau Merkel und die ganzen grünen Gutmenschen sich persönlich um die Integration kümmern und denen ein warmes Gästebett anbieten. Dann können unsere Kinder auch wieder Sportunterricht im Winter in den dafür vorgesehenen Hallen absolvieren.

    Und warum müssen Moslems in christlichen Kirchen/Pfarrhäusern unterkommen ? In Deutschland gibt es doch große Moscheen ausgelegt mit Teppich, beheizt und mit Waschmöglichkeiten ! Oder sollte Mohammed die Nächstenliebe nicht im Programm haben ?

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  • Markus

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    Wieso Turnhallen ? Schulsport … Vereinssport… usw…!!! Wenn man nicht mehr weiter weiss gründet man nen Arbeitskreis!!! Ich schätze das man 300 bis 400 Flüchtlinge mit Traumatischen Erlebnissen doch sicher in der leerstehenden Mühle Bremme unterbringen könnte. Ausserdem auch noch mindestens 100 bis 150 in dem Leerstehenden Gebäude des ehem. Aldis hinter dem Bahnhof und auf der Brache neben Aldi könnte man doch noch ein Container Dorf bauen ca 300 Menschen .Das macht es für die Hilfebedürftigen Menschen wesentlich einfacher. Die Wege zu den Behörden wären kurz und damit könnte man entstehenden teuern Fahrkosten vorbeugen!!!! Durch diese Zentrale Lage mitten in Unna wäre es für diese sehr armen Menschen einfacher sich zu intrigieren da sie mitten unter uns Unnaranern leben würden!…. In diesem Sinne….

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die Mühle Bremme ist ein privates Gebäude, Markus. Einquartierungen dort könnte nur der private Eigentümer entscheiden.

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    • Fürst

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      Die Betreiber von Geschäften u.a. der unteren Bahnhofstraße würden sich sicherlich freuen und herzlich bedanken
      Ins warme Rathaus mit den Asylanten. Manches würde dort dann wahrscheinlich sogar besser laufen.

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  • Klaus

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    Leider ist es in diesen Tagen kaum noch zu verhindern das wir, die Bürger, allmählich die Nerven verlieren. Wo waren denn die Finanzen als jahrelang Stunden in unseren Schulen ausfielen? Als Polizeistationen geschlossen wurden? Als kein Geld da war um unseren Kindern in der Schule Obst zur Verfügung zu stellen? Und jetzt sollen wir helfen? Ohne Fragen und Einschränkungen? Ohne das die Politik in irgendeiner Art und Weise handelt? Ausser jammern und uns Bürger noch weiter einschränken habe ich im grossen und ganzen nicht viele Lösungsansätze wahrgenommen? !
    Wie ist denn der weitere Ablauf gedacht? Wieviele sollen wir denn noch beherbergen? Und wann ist das Maß ihrer Meinung nach voll? Wir könnten ja evtl. im Kreishaus einige nicht allzu effektive Plätze ausquartieren? Oder im Rathaus eine nette Unterkunft einrichten? Die „Flüchtlinge “ können größtenteils zwar nichts dafür, aber es ist genug… Es wird Zeit zu agieren, Schluss mit dem reagieren…

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  • Stefan Werner

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    Am Ende zahlen die normalen Bürger, genau die, denen unsere ach so christliche Kanzlerin ihren gerechten MIndestlohn vorenthalten wollte! Banker und Bonzen werden bestimmt nicht herangezogen.

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