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Brutale Wahrheit oder „Räuberpistole“? Überfall auf Obdachlosen ohne Zeugen kaum zu klären

Der brutale Überfall auf einen Obdachlosen in der Nacht zu Heiligabend in Hamm (wir berichteten) beschäftigte unsere Leser am Wochenende sehr. Insbesondere die Angabe des 55 Jährigen, dass es sich bei den Angreifern um „Nichtdeutsche“ gehandelt haben soll, ließ vereinzelt Zweifel an den Darstellungen des wohnungslosen Mannes aufkommen. Das klinge „irgendwie nach Räuberpistole“.

Wir fragten heute bei der Polizeipressestelle in Hamm nach, die die Meldung an Heiligabend herausgegeben hatte. Danach gebe es zunächst keinen konkreten Anlass, an den Darstellungen des Obdachlosen zu zweifeln, sagte uns Polizeisprecher Biermann. „Er wies Verletzungen auf, die auch im Krankenhaus behandelt wurden. Wir gehen erst einmal davon aus, dass seine Schilderung stimmt.“

Danach war der 55 Jahre alte Wohnungslose frühmorgens gegen 5 Uhr an seinem Schlafplatz im Eingangsbereich eines Geldinstitutes von einer ca. zehnköpfigen Personengruppe angegriffen worden, darunter eine Frau, die eine lila Wollmütze getragen hätte. Tritte und Schläge soll es gesetzt haben, bevor die Angreifer dem Obdachlosen seine Geldbörse entwendeten.

Es gibt dafür keine Zeugen, außer eben dem Mann selbst“, erklärt der Polizeisprecher. Dieser sagte zu den Angreifern nur soviel aus, dass es eben ca. zehn und keine Deutschen gewesen sein sollen. „Ob es aber Südosteuropäer, Südländer oder Menschen aus einem anderen Kulturkreis waren, hat der Mann nicht dazu gesagt“, führt Biermann aus, er sollte nach seiner Behandlung im Krankenhaus noch ausführlicher zu dem Vorfall vernommen werden, doch sei er vorher schon wieder verschwunden gewesen.

„Was wir noch wissen: Der Mann hat sich früher in der Nacht gegen 2 Uhr mit einem anderen Obdachlosen heftig gestritten. Und zum Schluss ist noch er den Verkehrsbetrieben aufgefallen, weil er stark alkoholisiert war“, schließt der Polizeisprecher. Was sich anschließend am Schlafplatz des 55 Jährigen genau abgespielt hat, lässt sich – ohne weitere Zeugen – kaum noch nachvollziehen.

 

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