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Brüssel prüft Lärmschutzbeschwerde aus Unna – Airport will bis Ende 2018 erweiterte Betriebszeiten haben

Rückenwind für die Fluglärmgegner – oder nur heiße Luft? Der Unnaer SPD-Ratsherr Ralph Bürger hat sich mit Erfolg bei der Europäischen Union über unzureichenden Schutz der Anwohner gegen Fluglärm beschwert. Nun wird in Brüssel geprüft, ob die derzeitigen Regelungen tatsächlich gegen geltendes Recht verstoßen – ob also dem Schutz der Anwohner des Flughafens (vom Fluglärm ist insbesondere Obermassen betroffen) nicht ausreichend Rechnung getragen wird.

Möglicherweise könnte die Stadt Unna künftig ein Einspruchsrecht gegen weitere Ausbaumaßnahmen des Flughafens bekommen. Der Hintergrund ist eine strittige Lärmschutz-Richtlinie der EU: Diese wird in Deutschland zwar für Bahnlinien und Straßen umgesetzt, bisher aber nicht für Flughäfen.

Von Ausbauplänen nehmen die Flughafenbetreiber bis auf Weiteres aber ohnehin Abstand. Sie konzentrieren sich auf die Ausweitung der Betriebszeiten – bis in die späten Abendstunden. Das abschlägige Gerichtsurteil vom vorigen Jahr entmutigt die Airportbetreiber nicht. Bis spätestens Ende 2018 wollen sie ihre erweiterten Betriebszeiten durchgesetzt haben.  Flughafenchef Udo Mager stellte die Pläne gestern in der Aufsichtsratssitzung vor.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte im Dezember – zur großen Befriedigung der Klage führenden Stadt Unna –  die Landungen bis in die Nacht hinein einkassiert; der Grund waren Verfahrensmängel. Daran will die Flughafengesellschaft nun arbeiten und bei der Bezirksregierung in einem zweiten Anlauf die Ausweitung durchsetzen. Zielpeilung: Bis Ende 2018. Für eine Verlängerung der Start- und Landesbahn sei die Zeit hingegen noch nicht reif, hieß es.

Der Dortmunder Airport – aufgrund des Fluglärms in Unna bekanntlich umstritten – bleibt weiter ein Hauptverlustbringer für die Dortmunds Stadtwerke. Sie schrieben im vorigen Jahr wieder fette rote Zahlen: Ein Minus von 22 Millionen Euro bleibt als Bilanz für 2015 stehen. Als wesentliche Verlustbringer nannten die DSW neben höheren Rücklagen für Pensionen den Bus- und Bahnverkehr sowie den Flughafen.

Dieser wird mit von den Stadtwerken mit jährlich über 18 Mio. Euro Steuergeldern subventioniert.

Kommentare (3)

  • Mör Ti via Facebook

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    Eine Flugzeitverlängerung nach der anderen. Eine Salamitaktik wie bei der Start und Landebahnverlängerung. Immer erst nur Ausnahmegenehmigungen. Und wenn der Spaß eine gewisse Zeit läuft, wird es offiziell genehmigt. Die Strategie dieser „unbedingt notwendigen“ Flugzeitverlängerung ist klar: Ohne Nachtflugverbot kann man rund um die Uhr hervorragend Waren transportieren. Und dafür gibt es den schon existierenden Cargo-Bereich. Mit entsprechenden Gewinnen. Ob die Bürger aus Unna dann noch schlafen können, interessiert die Dortmunder Entscheidungsträger in dem Fall sicherlich wenig!

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  • S. Maritz

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    Letztlich bedeutet das: SPD Unna gegen SPD Dortmund – wer da wohl als Sieger hervorgeht?

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