Rundblick-Unna » BMW-Halter verlieren Geduld: Erneute Aufbruchserie in Massen – Ein Halter zum dritten Mal betroffen

BMW-Halter verlieren Geduld: Erneute Aufbruchserie in Massen – Ein Halter zum dritten Mal betroffen

BMW-Besitzer sind in Angst und Schrecken. Schon wieder hat es heute Nacht eine Serie von Aufbrüchen im Stadtteil Massen gegeben – die zweite innerhalb der kurzen Zeit von vier Wochen, und einen Anwohner des Massener Kirchwegs traf es bereits zum dritten Mal mit demselben Auto. Er hat heute Morgen kurz entschlossen einen Termin beim Bürgermeister vereinbart.

Hier die bis zum Mittag gemeldeten Fälle aus der heutigen Nacht:

Winkelweg – aus schwarzem BMW X5  wird das Navi ausgebaut. Massener Kirchweg: Aus blauem BMW wird das Sportlenkrad ausgebaut. Nochmal Massener Kirchweg: Ebenfalls ein Lenkrad wird aus einem BMW gestohlen, zuvor die Seitenscheibe eingeschlagen. Stralsunder Straße: Gegen 4.45 Uhr zerschlägt ein Täter die Seitenscheibe eines grauen BMW und entfernt die Mittelkonsole. Der Besitzer wird wach, zieht die Rollladen hoch und sieht einen Mann wegrennen, ohne Beute. Eine nähere Personenbeschreibung liegt nicht vor. Ein weiterer Fahrzeughalter findet seinen BMW gleichfalls bereits  zum zweiten Mal aufgebrochen vor, Nähe Massener Kirchweg, das Sportlenkrad ist gestohlen.

Zwei BMW werden zeitgleich in Kamen aufgebrochen, ein weiterer in Schwerte. Immer und immer wieder BMW.

 „Letztes Jahr einmal und jetzt innerhalb eines Monats zweimal“, schrieb uns der junge Mann vom Massener Kirchweg heute Morgen zornig und schickte gleich ein paar abschreckende Fotos mit. Seit ca. zwei Monaten häufen sich die Aufbrüche oder auch gleich kompletten Diebstähle derart, dass sich BMW-Halter übel an das Vorjahr erinnert fühlen. Im März und April 2015 suchten Autoaufbrecher nachts ganze Straßenzüge heim, vorzugsweise in Königsborn, dem Unnaer Süden und auch wie in diesem Jahr Massen.

Das gleiche Bild in Dortmund. Und immer waren – bzw. sind auch in diesem Jahr wieder – BMW betroffen, gefolgt von anderen hochwertigen Marken wie Mercedes und Audi. Bei den gemeldeten Festnahmen handelte es voriges Jahr fast immer um Mitglieder osteuropäischer Banden. Von diesen geht die Polizei ruhrgebietsweit auch in diesem Jahr wieder aus, denn das Vorgehen ist identisch und banden-typisch.

Momentan haben sich die Kriminellen offenbar ausschließlich auf BMW fixiert. Erst gestern meldeten wir wieder zwei aufgebrochene plus zwei gestohlene in Selm, Bergkamen und Schwerte. Und am Massener Kirchweg waren eben heute Nacht zwei Autos betroffen, die sich die Täter bereits vor einigen Wochen vorgenommen hatten.

BMW Bruch 2

Sie kommen immer nachts, brechen in wenigen Sekunden teure Autos auf und klauen die Navi-Geräte… im Ruhrgebiet versetzt eine dreiste Diebesbande aus Osteuropa Autofahrer in Angst und Schrecken.“ So berichtete die BILD-Zeitung bereits 2011. Damals begann nach Einschätzung der Bochumer Polizei ein „neuer Trend“: Wurden zuvor mobile Geräte geklaut, gehe der Trend jetzt zu fest eingebauten über. Umliegende Großstädte wie Dortmund zählten schon in jenem Jahr bis zu 15 Fälle in einer Nacht. Auf fest eingebaut Navis haben sich nach Erkenntnissen der Polizei vor allem litauische Banden spezialisiert.

Mehrfach hintereinander dasselbe Auto:

Die Erfahrung unseres Lesers vom Massener Kirchweg ist keine Ausnahme. Tatsächlich knacken viele professionelle Kriminelle öfter ein und denselben Wagen. „Sie warten nach dem ersten Aufbruch einige Wochen ab, bis der Schaden behoben worden ist, und schlagen dann erneut zu“, sagt ein Polizeisprecher aus dem Ruhrgebiet, „weil sie dann bereits genau wissen, wie sie das Auto knacken können und dass sie dann die neuesten Geräte erbeuten“.

In der Regel handelt es sich bei den Tätern um professionelle Diebesbanden aus Osteuropa, die gezielt für einige Tage nach Deutschland einreisen, um hochwertige Geräte wie Navis, Airbags, Kurvenlichter und Scheinwerfer aus Autos zu stehlen. Dabei haben es die Täter laut Polizei meistens auf die hochpreisigen Marken Mercedes, BMW und Audi, aber auch auf VW abgesehen. „Sie werden in einer Art Ausbildungslager in ihrem Heimatland für die Aufbrüche geschult, und zwar so, dass sie die Geräte beim Ausbau nicht beschädigen“, erklärt ein Polizeisprecher. „Dann werden sie von ihren Auftraggebern mit Stadtplänen nach Deutschland geschickt, auf denen Straßen mit vielen Luxusautos verzeichnet sind.“

BMW Aufbruch

Die hiesigen BMW-Eigentümer gehen so langsam auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch. „Ich muss ehrlich sagen – ich habe so langsam die Schn…. e voll, dass die Polizei nicht Herr der Lage wird!“, kritisiert der jetzt mehrfach hintereinander betroffene Massener. „Es gibt anscheinend nicht genug Personal, um die Bürger von Unna und deren Eigentum zu beschützen… Wir wohnen in Unna-Massen und nicht in irgendwo in Mexiko!“

Polizeiwagen neuer BMW

Wieso wurden so viele Beamte wegrationalisiert? Diese Frage stellten wir jüngst an den Landrat (als obersten Chef der Kreispolizeibehörde Unna), der sie über seinen Polizeisprecher Thomas Röwekamp beantworten ließ: Das Personal wird den einzelnen Polizeibehörden vom Land NRW nach einem festgelegten Schlüssel zugewiesen. Siehe hierzu: http://rundblick-unna.de/mal-ganz-direkt-gefragt-hat-die-kreispolizei-zu-wenig-polizei/

Mehr Polizisten kann sich die hiesige Behörde daher nicht „backen“; sie könnte aber, so haben Leser es schon häufiger angemahnt, das vorhandene Personal doch anders einsetzen?

„Klar man muss natürlich sehen, dass genügend Knöllchen geschrieben werden oder an total unsinnigen Stellen abgeblitzt wird, um eine Einnahme für die Stadt zu erzielen. Oder aber auch der Konsument von Cannabis mit ein oder zwei Gramm für dein Eigenkonsum. Das alles ist natürlich extrem sinnvoll, wenn man es nicht mal mehr schafft, seine Bürger vor Kriminellen zu schützen!“

Die Wahrnehmung des BMW-Halters aus Massen – dass die Kriminalität zunimmt – ist nicht nur subjektiv, sondern wird durch die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde Unna belegt (ca. 3 Prozent Zunahme in 2015 gegenüber 2014). Die Hochburg bei allen Delikten zusammen war mit Abstand Unna, und mit deutlichem Abstand wurden in Unna auch die meisten Autos aufgebrochen.

Polizei Autoknacker

Autoaufbrüche und Diebstähle in Unna-Stadt: Fallzahlen gestiegen – Aufklärungsquote gesunken (auf unter 10 Prozent – konkret 9,32)

Den bisherigen Höchstand an Autoaufbrüchen erreichte Unna im Jahr 2012, danach sanken die Fallzahlen, sind 2015 aber wieder gestiegen. 17 Autos wurden im vorigen Jahr gestohlen (2 Fälle wurden aufgeklärt), 381 Diebstähle aus und an Kfz wurden angezeigt – aufgeklärt wurden lediglich 17.  

BMW

Was sagt BMW?

Dazu ein Zitat aus rp online: „Bei BMW weiß man um das Problem der vielen Aufbrüche an ihren Autos. ,Unsere Modelle verfügen schon über hohe Sicherheitsstandards´, sagt ein Sprecher.

polizeilogo

Was empfiehlt die Polizei?

Neuerdings empfiehlt die Polizei ernsthaft, Babyphones im Kampf gegen die Autodiebe einzusetzen. Dabei stehe der Sender etwa in der Garage, der Empfänger im Schlafzimmer. „Kommen die Diebe und schlagen die Scheiben ein, wird das Opfer über das Baby-Funkgerät geweckt.“ Weitere Ratschläge:

1. Hochwertige Fahrzeuge nicht am Straßenrand oder in ungesicherten Carports abstellen. Stattdessen Autos in abschließbarer Garage oder zumindest an gut beleuchteten und belebten Straßen parken.

2. Auf Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen achten, die mehrmals langsam durch die Straßen fahren. Dann Kennzeichen notieren und Polizei anrufen.

3. Achtung mit Videoüberwachung als Vorsichtsmaßnahme. Kameras, die zum Beispiel am Haus angebracht sind und auch den Parkplatz mit dem Auto überwachen sollen, dürfen nicht den öffentlichen Raum filmen. Für Kameras, die in Autos angebracht sind, gilt dasselbe. Doch die würden sowieso nichts bringen, weil die Täter sie einfach stehlen.

Kommentare (23)

  • Jasmin Schhr via Facebook

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    Sebastian SchHr

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Normalerweise, wenn man als Autobesitzer einen solchen Schaden erleidet, meldet man ihn bei seiner Versicherung. Mir ist es Schleierhaft, dass die Versicherungsgesellschaften nicht schon lange etwas unternommen haben um diesem Treiben ein Ende zu bereiten.

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    • Jannis Metzidakis via Facebook

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      Die Maßnahme der Versicherung ist das einem die Vollkasko gekündigt wird wenn das mit den Einbrüchen zu oft vorkommt bzw. einem unterstellt wird man sei es selber gewesen. Eine Versicherung die man in Anspruch nehmen muss ist man auch ganz schnell los.

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      • Mike

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        Die Teilkasko deckt die Schäden aus Einbrüchen, allerdings gibt es da das Problem, daß die Versicherungen im Regefall ab einem gewissen Alter des Kfz nur den Zeitwert ersetzen wollen, da es aber keinen Gebrauchtmarkt, zumindest nicht für legale gebrauchte Navigationsgeräte gibt, kann es passieren, daß der Besitzer auf einem grossen Teil der Kosten sitzen bleibt, es hängt entscheident davon ab was genau im Vertrag steht.

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Wir haben das Thema einmal umfassender beleuchtet und auch die Statistiken der letzten Jahre herausgesucht. Die Aufklärungsquote bei Kfz-Aufbrüchen betrug 2015 gerade mal 9.3 Prozent.

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  • Sabine Kaune via Facebook

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    Ich komme doch nicht auf Verwandten Besuch ?

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  • Raphael Bolte via Facebook

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    Ein Politikversagen auf ganzer Schiene ist das!

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  • Mike

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    Ein Trauenspiel von unserer Polizei, eine Riesenserie und keinerlei ernsthafte Erfolge.

    In Dortmund wurde wenigstens mal massiv auf den Ausfallstraßen kontrolliert, hier anscheinend Fehlanzeige.

    Die gestohlenen Sachen wie auch Autos werden ja exportiert, es ist nicht nachvollziehbar warum bei der Ausfuhr da nichts auffällt. Da gehen ja Massen von Navi, Airbags und Co. über die Grenze und niemand fällt etwas auf ? Auch die ganzen geklauten Autos fliegen ja nicht per Helikopter aus.

    Mich würde nicht wundern, wenn die Versicherungsbranche demnächste eigene Ermittler einsetzt und diese dann Erfolge erzielen können.

    Ich gehe mal davon aus, daß wenn die Versicherer auf Grund der Einbruchsserien die Regionalklasse für Unna erhöhen was dann alle Autobesitzer in Unna betreffen würde, daß wir Bürger das von der Grundsteuer dann abziehen können ?

    Und Punkt 2. ist doch die Lachnummer schlechthin, genau den Fall gab es doch in Massen, da haben Bürger angerufen, das Auto wurde kontrolliert, es waren Polizeibekannte Leute drin die Straßen und Häuser fotografiert haben und die Polizei hatte keinerlei rechtliche Handhabe !

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Der Tipp mit dem Babyphone ist immerhin mal originell…

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    • Mike

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      Vielleicht sollte sich die Polizei vorher erstmal mit den eigenen Tipps beschäftigen „Dabei stehe der Sender etwa in der Garage“. Nun, soweit ich das richtig sehe wurden die Autos aber garnicht in Garagen aufgebrochen !
      Den Tipp mit Babyphone gibt es schon länger, die Profis wird es nicht abhalten, ein Babyphone im Auto fällt auf, es muss ja an promineter Stelle platziert sein damit die Reichweite reicht und wer ein Auto stehlen kann, also die elektronische Wegfahrsperre überlisten kann, für den dürfte die Störung eines Babyphones die kleineste Sache sein.

      Das Einzige was wirklich hilft, ist eine Innenraumüberwachung nachzurüsten, diese sind nicht so leicht von Profis auszuschalten sofern sie nicht fernbedienbar sind.

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    • Mike

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      P.S. ein Kollege, der arbeitet im KFZ Bereich sagte mir gerade, es wäre sogut wie lautlos wenn man eine Seitenscheibe einschlägt, denn sie wird garnicht eingeschlagen (!) man nimmt z.b. von einer alte Zündkerze ein spezielles Teil und setzt dieses korrekt an und dann zerspringt die Scheibe von alleine fast ohne Geräusche, Seitenscheiben sind aus einem speziellem Splitterglas und sobald man mit einem Material herangeht war härter ist als dieses zerspringt sie einfach ein Einzelteile und man hat nur das Geräusch von herunterfallenden Glasbruchstücken die schön sanft im gepolsterten Innenraum landen :-(
      Der nächste Dank sollte dann an den Autohersteller gehen welcher die Entriegelung der Türen von innen erlaubt owohl das Fahrzeug verschlossen ist ! Laut Kollegen gibt es Hersteller die das unterbinden und die Täter somit durch die Fenster rein- und rauskrabbeln müssten, diese Autos sind für sie uninteressant.

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  • petter Uhlenbusch

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    Man ist es leid das zu lesen und immer wieder zu schreiben:
    Ohne Garage darf man sich einen BMW nicht mehr zulegen… es macht einfach keinen Spaß mehr, ein Auto dieser sogenannten „Premium-Marke“ zu fahren. Mein persönliches Fazit: Nie wieder! Ich möchte des Nachts ruhig schlafen, auch wenn mein Auto mal nicht in der Garage steht!

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  • petter Uhlenbusch

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    … und wie schon sooo oft vorgeschlagen…warum leiht sich die Polizei nicht einmal so einen richtig fetten „X5″ aus und beobachtet diesen Nachts…. alles unverständlich, aber IM Jäger weiss ja was er macht…. der Beschützer von NRW 😉

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    • petter Uhlenbusch

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      … zudem… denken die Verbrecher nicht vielleicht, wie einfach es evtl. wäre auch mal in das „Schöne Haus“ einzudringen? Wenn schon ein X6 vor der Tür steht, was mag da noch zu holen sein ? Vor gut 3 Jahren habe ich morgens unser Schlafzimmer gelüftet und den ganzen Tag das Fenster auf „Kipp“ gelassen… Heute… unvorstellbar… der rot/grünen LR sei Dank…. das man nicht mehr in Ruhe schlafen kann…

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    • Mike

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      Das ist mir in der Tat auch unverständlich, in den USA seit Jahren gang und gäbe, da gibt es speziell präparierte Kfz die den Täter sogar einschliessen, quasi als Falle.

      Und so schwer dürfte die Ermittlung ja nicht sein, es sind ja keine Einzelfälle, daß in die selben Kfz erneut eingebrochen wird, somit weiss man ja grob wo man Steife fahren muss und ich denke mehrere Halter wären auch einverstanden wenn ihnen die Werkstätten in Absprache mit der Polizei neue Navis mit eingebautem Peilsender einbauen würden.

      Zum Jäger fällt mir seit gestern nichts mehr ein, er beschuldigte in mehreren Berichten die belgische Polizei und warf ihr quasi Versagen vor, da möchte man nur an Silvester in Köln erinnern, das hatte er auch nicht im Griff.

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  • Markus Antonius

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    Ich hatte mir gewünscht, dass dieser Gedanke nie in mir aufkommt, noch weniger, dass ich ihn je zu Papier oder Screen bringen würde, aber mittlerweile kann ich ihn nicht mehr verdrängen: da helfen nur unmenschlich harte Strafeen, um hier Respekt vor dem Gesetz und anderer leute hart erwirtschaftetem Eigentum beizubiegen. ….
    Makiolla, Jäger, Kraft, Merkel? Wer glaubt, das Politiker Politik für ihre Bürger machen, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.
    Vom überzeugten Demokraten zum erachter des Systems in nicht einmal 2 Jahren!

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  • Alex

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    … Und mein Auto heute Nacht in massen in der nähe massener kirchweg bei dem sie das Lenkrad gestohlen haben wird nicht erwähnt.

    Also bitten den Bericht +1 weiteres Fahrzeug !! (Zum zweiten Mal bereits )

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  • Hans Flobby via Facebook

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    Am besten kauft man keinen BMW mehr…

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