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Blitzmarathon am 21. April gegen den Killer Nr. 1 im Straßenverkehr: „Geschwindigkeit“

Wie bereits vor eininigen Tagen berichtet(hier klicken), findet am Donnerstag, dem 21.04.2016 der vierte bundesweite Blitzmarathon statt! Es geht definitiv nicht um Abzocke, wofür so mancher Verkehrsteilnehmer den Blitzmarathon hält. Der Grund ist wesentlich ernster und betrifft einfach alle! Fußgänger, Radfahrer und natürlich auch Motorrad- und Autofahrer sowie sämtliche Hilfskräfte, die Tag für Tag an die Unfallstellen eilen!

Verkehrsunfall mit zwei schwer verletzten Personen, Motorradfahrer beteiligt„, so lautete der Funkspruch der Leitstelle an die Streifenpolizisten in Kamen im August letzten Jahres. Sofort fahren die Beamten los zu Derner Straße; bereiten sich bereits auf der Anfahrt darauf vor, was sie wohl am Unfallort erwarten wird.

„Wie schwer sind die Unfallopfer verletzt? Ist der Notarzt bereits vor Ort oder müssen wir die verletzten Personen erstversorgen?“. In Höhe des Segelflugplatzes entdecken die Polizisten ein Motorrad auf dem rechten Fahrstreifen, zwei Verletzte liegen in Höhe der Brücke und werden bereits von Ersthelfern versorgt. Beide sind so schwer verletzt, dass sie zunächst nicht zum Unfallhergang befragt werden können. Auch der Motorradfahrer kümmert sich um die Unfallopfer. Sichtlich betroffen sagt er sofort, dass er viel zu schnell unterwegs gewesen sei. Auf über 100 km/h habe er sein Motorrad beschleunigt, obwohl nur maximal 50 km/h auf der Strecke zulässig seien. Die beiden Fußgänger habe er daher viel zu spät gesehen und es nicht mehr geschafft rechtzeitig zu bremsen.

Für die beiden Fußgänger hat dieser Moment ihr ganzes Leben verändert. Das Kamener Ehepaar hatte gemeinsam die Derner Straße zu Fuß überquert, die Fahrräder geschoben. Plötzlich wurden sie von dem Motorrad erfasst, flogen durch die Luft. Der 74jährige Kamener erlitt einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch, einen Fingerbruch sowie diverse Prellungen und Abschürfungen. Ein Unterschenkel musste ihm schließlich aufgrund einer Infektion amputiert werden. Seine Ehefrau erlitt bei dem Unfall eine Fleischwunde, eine großflächige Hauttransplantation war die Folge. Der Kamener musste mehrere Wochen im Krankenhaus und bei Rehabilitationsmaßnahmen verbringen. Noch immer kann er weder Auto noch Fahrrad fahren. Die Unfallstelle hat er noch nicht wieder betreten.

Und nicht nur die Verletzten leiden. Mit dem Opfer leidet eine Vielzahl von Personen an den Folgen eines Unfalls. Freunde und Nachbarn haben den Eheleuten in der schweren Zeit beigestanden, sie z.B. bei Einkäufen unterstützt. Auch an Polizeibeamten geht die Aufnahme eines schweren Verkehrsunfalles nicht spurlos vorbei. Ein Team, das für die psychologische Betreuung nach traumatischen Ereignissen besonders geschult ist, kümmert sich bei Bedarf auch um die eingesetzten Kräfte.

Ziel der Polizei ist daher weiterhin: Wir wollen das Geschwindigkeitsniveau insgesamt senken. Das ist der wirksamste Schutz gerade der schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer vor schweren Unfallfolgen.

Geschwindigkeitskontrollen sind zur Bekämpfung des Killers Nr. 1 im Straßenverkehr unerlässlich. Daher wird die Polizei am 21. April wieder bundesweit beim Blitzmarathon im Einsatz sein – auch an der oben genannten Unfallstelle.

Kommentare (2)

  • Wierumer

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    Nicht bundesweit, es wird kein Blitzmarathon in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geben. Die Bundesländer werden sich aufgrund der angespannten Personalsituation im Jahr 2016 nicht am internationalen Blitzmarathon beteiligen. Eine kluge Entscheidung bei dieser zweifelhaften Aktion die vielleicht an dem Tag zum Thema sensibilisiert aber nichts daran ändert dass es weiterhin „Idioten“ gibt die sich und andere durch überhöhte Geschwindigkeit gefährden. Eben darum finden es ja nicht nur 1mal im Jahr sondern täglich vielfach Kontrollen statt. H. Jäger sollte lieber an anderer Stelle etwas für die Sicherheit tun und die (bundesweit schlechteste) Verbrechens Aufklärungsquote verbessern.

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  • Wierumer

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    http://www.welt.de/vermischtes/article154368708/Bewaehrung-und-Sozialstunden-nach-toedlichem-Autorennen.html

    Wieder einmal ein Skandalurteil. Da wird eine 19jährige von „Arschl….. hoch3.“ bei einem illegalen Rennen erfasst und getötet, Unerträglich die Ausführungen der Verteidiger aber der Richter erkennt an dass es sich um ein illegales Rennen gehandelt hat. Trotzdem lautet das Urteil auf Bewährung und wenige Sozialstunden. Ich wünsche dem Richter jetzt besser nichts. Aber solche Idioten sind auch nicht durch einen Blitzmarathon zu erziehen. Vielmehr sollte es Sache der Politik sein dass solche Urteile nicht gefällt werden denn die lachen sich doch kaputt. Spätestens nach Wiedererhalt der Fleppen werden sie erneut aufs Gaspedal treten.

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