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Bis hinter den Horizont und weiter – aber erst nach dem Biker-Gottesdienst in Unna

Mit kirchlichem Segen ging´s heute Mittag auf dem Unnaer Stadtkirchenplatz wieder für Hunderte Biker auf die Piste.

Pfarrer Dirk Heckmann, selbst begeisterter Motorradfahrer, sah sich in jährlich wiederkehrender Tradition des „Biker-Godis“ wieder einer ungewöhnlich ausstaffierten Gottesdienstgemeinde gegenüber: in dicken Lederkutten, Harley-Aufnäher oder Yamaha-Embleme auf dem Rücken, die Helme lässig untern Arm geklemmt, an den Lenker gehängt oder auf den Motorradsitz gepackt.

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Rundherum und mittendrin geparkt: schwere, frisch polierte und in der Sonne blinkende Maschinen. Yamaha, Kawasaki, BMW, auch die wuchtig-ausladende Harley Davidson, alles dabei. Vereinzelte historische Oldies versteckten sich ebenfalls unter der PS-starken Pracht, artig wartete so ein rot glänzendes Schätzchen neben der Kirche geparkt auf seine Ausfahrt.

Währenddessen hielt Dirk Heckmann vor dem Kirchenportal den Open Air-Gottesdienst hielt, klangvoll verstärkt von der Band auf einer kleinen Bühne. „Hinterm Horizont geht´s weiter – ein neuer Tag“, diesen Song von Udo Lindenberg hatte Heckmann für seine Predigt ausgewählt: Passend für seine rustikal gekluftete Gemeinde, die zum größten Teil nach dem kirchlichen Segen unter röhrendem Geknatter zur Ausfahrt startete.

 

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Ziel für viele war der Nordkreis, Rünthe, Hof Keinemann, die Lipperegion, andere wandten sich südwärts und cruisten über Frömern und Fröndenberg Richtung Wickede und weiter in die ländlichen Nachbarkreise Soest und Märkischer Kreis bis ins Hochsauerland.

Überall auf den Hauptausflugsstrecken sollen heute verstärkte Polizeikontrollen die Biker zum vernünftigen Fahren mahnen. Denn im vorigen Jahr passierten gleich zum Start in die Motorradsaison mehrere schwere Unfälle, einige endeten tödlich – die Ursache war oft eben leider hirnlose Raserei. Am Osterwochenende zogen Polizisten im Kreis Soest einen Kawasakifahrer mit sagenhaften 219 Stundenkilometern aus dem Verkehr, auf einer ganz normalen Landstraße. „Ein paar solcher Idioten machen das Image aller Biker kaputt“, urteilten zwei ältere Motorrad-Begeisterte kopfschüttelnd beim behaglichen Würstchenschmaus neben der Kirche.

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Dort ließen es sich bei herrlich milden 20 Grad und von der Sonne gekitzelt viele genüsslich einfach mal gutgehen. Die Kirchengemeinde bot vor dem Martin-Luther-Haus frisch gegrillte Würstchen, Kaffee und Apfelschorle zur Stärkung an. Da schwang sich mancher anschließend nicht sofort auf seinen schwarzen Ledersitz, sondern gönnte sich entspanntes Chillen an den dicken Stadtkirchenmauern.

Sonnencreme war da übrigens ausdrücklich zu empfehlen: Sonst verpasste der plötzlich hereingebrochene Frühling manch Vorwitzigem direkt eine schmerzhaft gerötete Brandnase.

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