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Bio- und Wertstofftonne richtig füllen – Sonst drohen Konsequenzen

Wenn Einzelne aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit Restmüll in Biotonne oder Wertstofftonne entsorgen, dann geht das auf Kosten aller. Und diejenigen, die sauber trennen, werden bestraft. Damit soll Schluss sein, sind sich Kreis, GWA und Remondis einig.

Ob Plastiktüten im Bioabfall oder Windeln und Glasflaschen in der Wertstofftonne: Seit einiger Zeit stellen der für die Abfallwirtschaft zuständige Kreis Unna, die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna mbH (GWA) und das private Entsorgungsunternehmen Remondis fest, dass sich so genannte Störstoffe in den grünen und gelben Tonnen kreisweit häufen.

„Es gibt keine Kommune, die bei diesem Thema ganz außen vor ist“, erläutert Andreas Hellmich als Leiter Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit bei der GWA. Deshalb drohen nun auch kreisweit all denjenigen Konsequenzen, die Abfallbehälter zweckentfremden. So können Tonnen, die falsch befüllt sind, unter Umständen mit Hinweis auf die Fehler stehen bleiben. Ein System mit einer Gelben Karte, die als letzte Warnung auf die Tonne geklebt wird, und einer darauf folgenden Roten Karte, hat die GWA entwickelt. „Wo welcher Weg gewählt wird, besprechen wir jetzt zusammen mit den Städten und Gemeinden, die für die Abfuhr zuständig sind“, erläutert Ludwig Holzbeck, Fachbereichsleiter Natur und Umwelt beim Kreis.

Bevor Tonnen kontrolliert werden, setzen alle Akteure jedoch auf Aufklärung. Deshalb erinnern Kreis und GWA gemeinsam mit dem Dienstleister Remondis an die – eigentlich altbekannten – Regeln zur Mülltrennung. Denn sowohl Bioabfall als auch Wertstoffe sind schon lange kein Abfall mehr, sondern können gut weiterverwertet werden. Wird aber nicht richtig getrennt, gelten Bioabfall und Wertstoffe schnell als Restmüll. Die dafür entstehenden Mehrkosten landen am Ende beim  Gebührenzahler.

Mit einer kreisweiten Öffentlichkeitskampagne soll deutlich gemacht werden, was in welche Tonne darf und was nicht. „Natürlich gehört der leere Joghurtbecher in die Wertstofftonne“, betont Stefan Jonic, Leiter der Niederlassungsleitung Lünen bei Remondis. „Wenn der Joghurt über dem Verfallsdatum liegt und komplett in der Wertstofftonne landet, dann bereitet das Schwierigkeiten.“ Kunststofftüten im Bioabfall, zum Teil gefüllt mit Restmüll, und Restmüll wie z.B. Windeln zwischen Wertstoffen machten den Großteil der Fehlwürfe aus.  Teilweise werde sogar Bauschutt in Bio- und Wertstofftonne entsorgt. „Dann kann man nicht mehr von Unachtsamkeit sprechen, dann wird das System missbraucht“, betont Jonic.

Aufklärung und Kontrolle zeigen Wirkung“, berichtet der beim Kreis zuständige Sachgebietsleiter für Abfallwirtschaft, Andreas Schneider von den in einzelnen Städten und Gemeinden gemachten Erfahrungen aus der Vergangenheit. Jetzt soll das Thema kreisweit angegangen werden. Dass Mülltrennung kein grundsätzliches Problem ist, belegen übrigens die Papiertonnen im Kreis: „Da stimmt die Qualität“, erklärt Fachbereichsleiter Holzbeck.

Weitere Informationen und Faltblätter rund ums richtige Befüllen der Biotonne und der Wertstofftonne gibt es bei der GWA-Abfallberatung in der Friedrich-Ebert-Straße 59 / 59425 Unna
und unter Tel. 0 800 / 400 1 400 (gebührenfrei)
montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr.

GWA – online (bitte klicken)

Auf dem Bild(von links): Andreas Schneider, Ludwig Holzbeck (beide Kreis Unna), Andreas Hellmich (GWA) und Stefan Jonic (Remondis) (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)

Kommentare (9)

  • Sven Arnt via Facebook

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    Mülltonnen Polizei. Und vergessen wir dabei nicht, dass Remondis richtig gutes Geld mit unserem Müll verdient, für dessen Entsorgung wir ganz gut bezahlen und noch vorsortieren. Da kommt so ne Aktion richtig gut. Vor allem wenn man grad wieder vor einer der zig Tonnen stand, um zu überlegen was jetzt wo reinkommt. Auch schon n bissel frech…

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    • Mike Donald McLeod via Facebook

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      Remondis verwertet nur die Wertstofftonne und die ist kostenlos^^
      Würde mich mal schlau machen bevor man hier von Mülltonnen Polizei spricht!

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Ist es keine Mülltonnenpolizei wenn der Inhalt gecheckt wird? Übrigens auch bei der Grünen und Restmülltonne und die werden auch von Remondis abgeholt und dafür zahlt die Kommune, wie viele andere Kommunen auch und Remondis macht mit dem Müll umgangssprachlich Kohle. Die Entsorgung des Mülls in der gelben Tonne hat der Verbraucher ja schon beim Kauf der Verpackung bezahlt (Duales System, sie erinnern sich vielleicht), da wäre es ja auch noch schöner wenn man das letztlich nochmals zahlen müsste. Die private Müllentsorgung ist für Unternehmen wie Remondis ein sehr einträgliches Geschäft. Und bei dem ganzen Affentheater um den Müll nehme ich mir durchaus das Recht raus mich über sowas aufzuregen, so ganz wenig zahle ich für die Entsorgung nämlich nicht. Ich finde es schon fast unverschämt mir als Bürger mit sowas auf die Nerven zu gehen. Es gibt nämlich auch Modelle, bei denen der Müll nicht derartig akribisch getrennt werden muss. Letztlich macht der Bürger durch das vorsortieren die Arbeit des privatwirtschaftlichen Unternehmens Remondis, die dadurch Personal und Geld sparen, ergo Gewinn vergrößern. Und wenn ich meinen Job nicht richtig mache, dann lassen die meine Tonne stehen. Das geht garnicht. So mein lieber Mike Donald McLeod, auch erstmal schlau machen bevor man anderen Ratschläge gibt. Für den Bürger ist eine kommunale Müllentsorgung nämlich häufig die günstigere Alternative. Das heißt im Übrigen nicht, dass ich Recycling und nachhaltige Abfallentsorgung für Schwachsinn halte, aber so ein Mist der geht mir schon ziemlich gegen den Strich.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Und mit der Verwertung verdient Remondis keine Kohle? Und wenn ich sortiere, dann mache ich nicht die Arbeit des Entsorgers, der dafür von der Kommune bezahlt wird? Klar ist die Tonne „kostenlos“, weil ich den Müll im Rahmen des Dualen Systems beim Kauf der Ware schon bezahlt habe. Die grüne Tonne ist aber halt nicht gebührenfrei. Und mit meinen Abfallgebühren zahle ich natürlich über die GWA bzw. die Kommune auch das privatwirtschaftliche und auf Gewinn ausgelegte Unternehmen Remondis. Wenn also der brave Bürger seine Arbeit nicht ordentlich erledigt bei der Mülltrennung bedeutet das für Remondis mehr Arbeit, ergo weniger Gewinn. Appelle zur richtigen Mülltrennung finde ich ja in Ordnung, aber das mir einer im Müll rumsucht und wenn ich tatsächlich mal was falsch sortiert habe ne gelbe, rote oder was auch immer für ne Karte an die Tonne klebt und die (bereits bezahlte) Entsorgung verweigert, das ist für mich Mülltonnenpolizei. Und genau das geht mir auf die Nerven. Wir haben schon zig Tonnen in der Bude, Glaskörbe, Papierkörbe usw. Ich finde sowas ist eine Frechheit. Müllentsorgung ist ein riesiges und sehr einträgliches Geschäft, bei dem der Bürger ganz ordentlich bezahlt.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Nur eines noch Mike Donald McLeod, da du ja letztlich hier die Nummer mehr oder weniger verteidigst und die GWA offensichtlich dein Brötchengeber ist. Die Bürger sind auch Kunden, die mit ihren Gebühren das alles finanzieren. Wenn einige wenige es halt nicht schaffen, die ganz offensichtlichen Fehler beim Trennen zu vermeiden, dann kann man die darauf hinweisen, alles andere halte ich für deutlich oversized und ehrlich gesagt für sehr deutsch im negativen Sinne.

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  • Petter Uhlenbusch

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    Manch einer spricht ja von „deutscher Müllmafia“. Die Gebiete sind fein säuberlich abgesteckt und der Erlös ist immens! Dabei würde es viel leicht mit der Müllentsorgung funktionieren, aber daran haben die lizenzieren Unternehmen natürlich keinerlei Interesse und schicken ihre Lobbyisten raus.

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  • Mike Donald McLeod via Facebook

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    Richtig so, wenn man sieht was alles in der Biotonne landet, Plastiktüten, Restmüll etc. Tonne falsch befüllt bleibt diese eben stehen bis der „Gute Bürger“ es lernt was, wo und wie in welcher Tonne gehört!
    Wer es nicht weiß kann sich gerne bei der Hotline von der GWA melden: 0800/400 1 400.

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  • Sven Arnt via Facebook

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    Mike Donald McLeod ziemlich überhebliche Statements, ganz ehrlich. Die GWA, wie auch Remondis sind letztlich Serviceunternehmen, die von den Gebühren der „Guten Bürger“ bezahlt werden, damit auch du. Das man deshalb nicht auch den Müll mit Verstand trennen sollte ist keine Frage, aber vielleicht auch selbst mal verbal von der hohen Müllkutsche steigen. Die Bürger sind ja nicht alle doof.

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  • Hans Jochen Voß via Facebook

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    Ihre Sprache lassen sie verkommen;
    Ihre Jugend lassen sie verkommen;
    ihre Kultur lassen sie verkommen;
    ihre Sitten lassen sie verkommen;
    ihr Land lassen sie verkommen;
    ihr Volk lassen sie verkommen;
    ihre ungeborenen Kinder schmeißen sie in den Abfall.

    Aber Ihren Müll trennen sie fein säuberlich.

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