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„Bezahlbares Wohnen für alle“: UKBS will in kürzester Zeit 200 neue Wohnungen „aus dem Boden stampfen“

Wider die Wohnungsnot. Die UKBS will binnen kürzester Zeit rund 200 preiswerte Wohnungen „aus dem Boden stampfen“ und dafür bis zu 40 Mio. Euro in die Hand nehmen. Mit dieser überdeutlichen Formulierung „aus dem Boden stampfen“ geht die kommunale Wohnungsgesellschaft am heutigen Freitag an die Presse.

„Wir machen jetzt Nägel mit Köpfen“, kündigte Geschäftsführer Matthias Fischer nach der Aufsichtsratssitzung im Hotel Katharinenhof an. Das ehrgeizig formulierte Ziel: „Binnen kürzester Zeit weiteren bezahlbaren Wohnraum für alle schaffen.“ Zu Fischers Vorschlag gab der Aufsichtsrat uneingeschränkt grünes Licht.

Der Wermutstropfen für alle, die speziell in Unna verzweifelt auf Wohnungssuche sind (wir berichteten in der vorigen Woche mehrfach darüber): Nicht alle dieser 200 Wohnungen wird die UKBS in der Kreisstadt bauen. Alle Gesellschafterkommunen, sprich die Städte und Gemeinden des Kreises, sollen dem Unternehmen zügig bebauungsfähige Grundstücke benennen; oder aber selbst aus städtischem Bestand zur Verfügung stellen, erklärt Matthias Fischer.

UKBS Fischer Rieke

„Herkulesaufgabe“: Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke (li.) und Geschäftsführer Matthias Fischer.

Der Ruf nach neuem Wohnraum werde immer lauter, betonte auch Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke aus Holzwickede. Er verwies darauf, dass es kaum Leerstände gebe, aber ungebremst starke Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen herrsche.

Laut Geschäftsführer Fischer wird die UKBS für dieses Vorhaben „tief in die Tasche greifen“. Immerhin bezifferte er die Gesamtinvestition auf 35 bis 40 Millionen Euro. Um Zeit und Kosten zu sparen, will die Wohnungsgesellschaft beim Bau mit einem „Wiederholungsfaktor“ arbeiten – sprich, besonders einfallsreich oder aufwändig werden die Neubauten weder in Architektur noch Zuschnitt daherkommen.

Mietkasernen? Davon spricht Matthias Fischer nicht, sie entsprächen auch nicht den üblichen Bau-Gepflogenheiten der UKBS. Zeitgemäße Wohnanforderungen und energetische Aspekte sollen bei den neuen preiswerten Mietwohnungen gleichwohl voll berücksichtigt werden.

Die UKBS spricht von einer „Herkulesaufgabe“ und bereitet die Städte und Gemeinden wohlweislich darauf vor, dass die enorme Investion natürlich das wirtschaftliche Gesamtergebnis schmälern wird. „Ausschüttungen bis zu 24 Prozent an die Gesellschafter wird es dann voraussichtlich in den nächsten Jahren nicht mehr geben“, hebt Fischer vorausschauend den Zeigefinger. Allerdings ist er überzeugt, dass sich diese Investition langfristig auszahlt:  für den angespannten Wohnungsmarkt, für die Menschen in der Region, für die beteiligten Städte und Gemeinden und auch für das kommunale Unternehmen selbst.

Im Unnaer Haupt- und Finanzausschuss gestern Abend kam der Wohnungsmangel ebenfalls zur Sprache: Die Freie Liste Unna (FLU) hat wie berichtet einen Antrag vorgelegt, nach dem die Stadt schnellstens Baugrundstücke für eben diese so dringend benötigten preiswerten Wohnungen aufstöbern soll. FLU-Fraktionschef Klaus Göldner wies dabei – anders als die UKBS in ihrer Mitteilung – sehr kritisch auch auf den noch massiv gestiegenen Druck durch die  Flüchtlingsströme hin: „Wir müssen uns realistisch darauf vorbereiten, dass die meisten dieser Menschen hierbleiben. Der Wohnungsdruck war schon vorher da. Jetzt aufgrund des Flüchtlingsdrucks aktiv zu werden ist eigentlich schon zu spät.“

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