Rundblick-Unna » Bewährungsstrafe für Mumienräuber alias „Heftpflaster-Bankräuber“ von Hemmerde

Bewährungsstrafe für Mumienräuber alias „Heftpflaster-Bankräuber“ von Hemmerde

Absonderlich maskiert überfiel er zwei Banken in Dortmund-Westfilde und Unna-Hemmerde. Heute ist der sogenannte „Mumienräuber“ zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, unter strengen Auflagen. Das meldet der WDR.

Während der vierjährigen Bewährung muss sich der 33jährige Dortmunder, Sohn reicher Eltern, buchstäblich „bewähren“. Er muss den Kassierern der überfallenen Banken Schmerzensgeld und den Geldinstuten  Schadenersatz zahlen. Außerdem hat er die Auflage, seine Psychotherapie fortzusetzen, in der er sich befindet. Verstößt er bis zum Sommer 2020 gegen diese Bedingungen, fährt er ein.

justiz logo

Rückblick:

Am 2. Dezember 2014 hatte ein absonderlich „maskierter“ Räuber in Dortmund-Westerfilde ein Geldinstitut überfallen und war dabei von der Überwachungskamera gefilmt worden. Man sieht darauf einen skurril  „vermummten“ Mann, der sich eine Mullbinde kreuz und quer um seinen Kopf gewickelt hat.

In dem betroffenen Stadtteil hatte der Untergetauchte aufgrund seiner skurrilen Maskerade schnell den passenden Spitznamen weg: „Mullbindenmumie“. Eifrig wurde er gesucht, sogar mit Fahndungsplakaten, die Stadtteilbürger druckten und aufhängten, doch vergeblich.

Bis zum Morgen nach dem Banküberfall in Hemmerde. Dieser Überfall, bei dem der Räuber dilettantisch eine Spielzeugpistole benutzte und auf der Flucht vor der Polizei in einer Hecke in Stockum landete,  wurde dem Gesuchten zum Verhängnis. Ziemlich schnell danach war durch Fotovergleich glasklar: Der Hemmerder Pflaster-Räuber mit der Spielzeugknarre ist der gesuchte Mullbinden-Täter.

Denn, wie die Kreispolizeibehörde am Tag nach dem Überfall in einer Pressemitteilung bestätigte: „Dass der 32jährige Dortmunder gestern zu seiner „Vermummung“ Pflaster wählte, legte den Verdacht nahe, dass er aufgrund seiner offensichtlichen Affinität zu Verbandmaterial auch den Überfall vor einem Jahr in Dortmund begangen hat… “ Tja, und das gab dieser junge Herr mit der sonderlichen Neigung zu Verbandsmaterial schlussendlich bei seiner Vernehmung auch zu.

Als Sohn schwer reicher Eltern habe er diesen ein ebenso wohlhabenden Lebenswandel vortäuschen wollen, gab der Anklagte vor Gericht an. Er habe Vater und Mutter nicht enttäuschen wollen. Das  Geld, das er für seine Lügengeschichten brauchte, hätte er sich durch Überfälle beschafft. Statt jedoch tagaus, tagein in schicken Lokalen zu verkehren, teure Autos zu fahren und ein luxuriöses Leben zu führen, hatte er in Wahrheit sein Studium abgebrochen und war zeitweise sogar obdachlos gewesen.

Kommentieren