Rundblick-Unna » „Bevor skrupellose Unfallflucht verjährt – machen Sie reinen Tisch!“ Offener Brief der Polizei an einen Todesfahrer

„Bevor skrupellose Unfallflucht verjährt – machen Sie reinen Tisch!“ Offener Brief der Polizei an einen Todesfahrer

Machen Sie reinen Tisch. Stellen Sie sich, bevor diese skrupellose Unfallflucht verjährt.“ In einem außergewöhnlichen – und sehr massiven – Aufruf wendet sich die Bochumer Polizei an einen unbekannten Todesfahrer, der in der Halloweennacht vor fünf Jahren Unfallflucht beging. Er – oder sie – hatte einen 20 jährigen Fußgänger angefahren und schwerst verletzt auf der Straße liegen lassen. Der junge Mann starb.

Am heutigen 2. November um Mitternacht verjährt die Tat. Die zuständige Polizeistelle Bochum wendet sich an den Todesfahrer mit einem offenen Brief.

„Sind Sie eine Frau oder ein Mann und wie soll ich Sie überhaupt anreden? Ich weiß es nicht! Ich weiß allerdings, dass Sie vor knapp fünf Jahren auf der Rüsbergstraße in Witten-Herbede einen Fußgänger, der erst 20 Jahre alt war, mit einem Pkw überrollt und getötet haben. Danach fuhren sie einfach weiter. Und ich weiß auch, dass es keine 72 Stunden mehr dauert, bis diese skrupellose Unfallflucht verjährt sein wird, die in der Bevölkerung immer noch Entsetzen und Empörung auslöst.

Sie werden durch die umfangreiche Berichterstattung der Fernseh- und Radiosender sowie der Printmedien Jahr für Jahr erfahren haben, dass der Verunglückte am 1. November 2010 nach einer Halloweenparty auf der Burg Blankenstein zu Fuß auf dem Heimweg war und zum Unfallzeitpunkt (04.25 Uhr) sein Elternhaus fast erreicht hatte. Dann haben Sie den Wittener überfahren, sich nicht um ihn gekümmert und sind weitergefahren. Wir wissen, dass sie in dieser Nacht mit einem Opel Corsa (Baujahr 2001-2006) unterwegs waren. Ermitteln konnten wir Sie trotz größter Bemühungen sowie einer ausgelobten Belohnung in Höhe von 5.000 EUR bislang nicht.

Wir gehen davon aus, dass Sie sich in den zurückliegenden Jahren bei Freunden oder Bekannten „offenbart“ haben. Aber Sie und Ihre Mitwisser haben unseren Appell, endlich bei der Polizei „reinen Tisch zu machen“, bislang nicht wahrgenommen.

Ja, Sie alle haben den Druck bislang ausgehalten, der seit fünf Jahren auf Ihnen lastet. Wie Sie sich in dieser Zeit gefühlt haben, wenn es an Ihrer Tür geschellt hat oder das Telefon klingelte – wir wissen es nicht!

Noch einmal, wir wissen aber sehr wohl, dass am 2. November, also in weniger als 72 Stunden, eine der schlimmsten Verkehrsunfallfluchten in der Geschichte des Bochumer Polizeipräsidiums verjährt sein wird.

Doch eins steht fest! Auch nach der Verjährung werden Sie Ihre Schuldgefühle sowie die Angst, verraten oder entdeckt zu werden, nie mehr loswerden. Und diese Angst verjährt nie! Können Sie und Ihre Mitwisser damit bis zum Ende des Lebens klarkommen? Wohl kaum!

Deshalb sollten Sie und Ihre „Vertrauten“ sich bis zum Ende des 1. November im Bochumer Verkehrskommissariat (Tel.: 0234 / 9099) oder in der Wittener Polizeiwache (Tel.: 02302 / 209-3821) melden.

Wie soll ich mich in diesem offenen Brief von Ihnen und Ihren Mitwissern verabschieden? Ich weiß es nicht – vielleicht mit einem „Bis bald“!“

Kommentare (11)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Wenn es nach mir ginge, würde sowas nicht verjähren.

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  • Anja Seißer via Facebook

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    Vorallem weiss ich nicht wie man mit sowas leben kann….

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  • Svense Kennze via Facebook

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    Der Fehler liegt meines Erachtens schon in der Verjährung. Aber gut zu wissen, daß die Bochumer Polizei nicht einfach aufgibt.

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  • Thomas R. MC-Germania via Facebook

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    Wow das ist hart da fährt man jemanden Tot und nach fünf jahren ist das verjährt . Das wußte ich auch noch nicht .

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  • Stefan Werner

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    Die deutsche Gesetzgebung ist und bleibt eine ebenso ärgerliche und im Grunde sehr traurige Lachnummer. Und dann beschwert sich die Justiz auch noch über mangelnde Respekterweisung seitens der Bürger. Das ist dann wohl Schizophrenie für Fortgeschrittene….

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  • Jama To via Facebook

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    Und was ist mit dem Gesetz geworden? ; Mord verjährt nicht!!!
    Und nach meinem Auffassung, wer Flucht ergreift, der tötet! Vielleicht hätte der verunglückte bei schnelle Hilfe überlebt!!!?

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    • Svense Kennze via Facebook

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      Es wird hier nicht um Mord gehen (da müsste man deutliche Hinweise zum subjektiven Tatbestand haben, sprich Tötungsabsicht, aus Habgier, niederen Beweggründen etc.), sondern um fahrlässige Tötung im Straßenverkehr. Da gibt es eine Verjährung.

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    • Cora

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      da bin ich ganz deiner Meinung

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    • Jama To via Facebook

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      Soweit weiss ich auch! Aber vielleicht hätte diese Mensch überleben können wenn derjenige statt zum flüchten erste Hilfe geleistet hätte!

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  • Tanni Krause via Facebook

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    Traurig das sowas verjährt!!!!

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