Rundblick-Unna » „Bei Nässe“… gilt seit heute Tempo 50 auf der kurvig-engen Ostbürener Straße

„Bei Nässe“… gilt seit heute Tempo 50 auf der kurvig-engen Ostbürener Straße

„19jähriger stirbt bei Unfall…“ Bereits der vierte Google-Eintrag unter „Ostbürener Straße Fröndenberg“ führt zur tragischen Unfallnacht  vom 10. April 2011, als ein junger Pkw-Fahrer der kurvigen, schmalen, eng von Bäumen gesäumten Kreisstraße zwischen Ostbüren und Fröndenberg-Mitte sein Leben verlor.

Hinter der Kurve „In den Telgen“ erinnert ein Holzkreuz bis heute an den schrecklichen Unfall. Immer wieder kracht es auf dieser Teilstrecke der K 24, zum Glück bisher nicht erneut mit tödlichem Ausgang.

Ostbürener Unfallkreuz

Der Kreis als „Hausherr“ der Ostbürener Straße (Kreissstraße K 24) will es tunlichst auch nicht so weit kommen lassen. Seit heute gilt auf der holprigen Serpentinenstrecke ein Tempolimit. Bei Nässe höchstens noch 50. Sonst sind weiterhin 70 km/h erlaubt.

Drei neue Doppelschilder in jeder Richtung weisen seit heute leuchtend weiß und rot reflektierend auf die neue Tempobegrenzung hin. Sie gilt von der Kreuzung Querweg/Im Schelk (hinter dem Neuland-Hof Eckei) in Richtung Eulenstraße bis zum Ortseingangsschild Fröndenberg (siehe Bilder unten).

Ostbürener VIII

Ostbürener Str. IIII


Constanze Rauert, Pressesprecherin des Kreises Unna, bestätigte auf unsere Nachfrage: Ja, der Kreis Unna hat die neuen Verkehrsschilder an der Ostbürener Straße aufgrund ihrer anhaltenden Gefahrenträchtigkeit aufgestellt.

„Hintergrund ist, dass es in dem Bereich trotz zahlreicher Gefahrzeichen und einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 70 km/h immer noch Unfälle gegeben hat – häufig bei Nässe“, erklärt Rauert. Zuletzt verunglückte eine junge Pkw-Fahrerin aus Menden vor ca. zwei Monaten auf nasser Fahrbahn genau in der Kurve „In den Telgen“, wo vor vier Jahren der tödliche Unfall geschah.

„Die Ausschilderung mit 50 km/h bei Nässe ist ein weiterer Schritt für mehr Verkehrssicherheit“, erklärt Constanze Rauert die Überlegungen des Kreises. Sie gibt einen nachdrücklichen Appell weiter, der nicht nur für die Ostbürener Straße gelten soll: „Weniger Gas bedeutet Fahren mit mehr Vernunft!“

Ostbürener Str. V

Vorsicht – scharfe Kurve. In dieser Scharfkehre an der Abzweigung In den Telgen krachte es schon häufig – tragischerweise auch mit tödlichem Ausgang.

Ostbürener VI

Die Warnung sollte auch bei staubtrockener Fahrbahn beherzigt werden.


Vorsicht: Die Straßenverkehrsordnung definiert „Nässe“ nicht

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist nicht konkret festgelegt, wann eine Fahrbahn als „nass“ genug für das Tempolimit gilt. Sie stellt lediglich fest, dass das „Zusatzzeichen zum Zeichen 274″ dem Fahrzeugführenden verbietet, „bei nasser Fahrbahn die angegebene Geschwindigkeit zu überschreiten.“

Höchstrichterlich wurde bereits 1977 vom Bundesgerichtshof der Begriff definiert (AZ: 4 StR 560/77): Bei „Nässe“ muss im Gegensatz zu bloßer „Feuchtigkeit“ die Fahrbahn „insgesamt mit einem Wasserfilm überzogen sein“. Dies dient seitdem als Basis für andere Gerichtsurteile.  Es genügt danach nicht, dass es regnet: Gerade im Sommer kann bei heißer Fahrbahndecke der Regen sofort verdampfen.Entscheidend ist, dass die Fahrbahn in ihrer gesamten Breite feucht ist: Als deutliches Zeichen gilt oft die Tatsache, dass andere Fahrzeuge eine sichtbare Gischt aufwirbeln. Ein deutlich sichtbarer Wasserfilm sollte zudem auch an Stellen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung für Autofahrer immer ein Alarmzeichen sein.

Kommentare (10)

  • Patrick Schwarz via Facebook

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    Mich hat es selbst schon dort erwischt – vernünftig!!!! Gerade für nicht ortskundige Autofahrer ein muss !!!!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Bei Trockenheit wäre eigentlich auch 50 angesagt – bei zehn Zentimetern tiefen Schlaglöchern und diesen mehrfachen 90 Grad-Kurven auf dieser engen Straße ist bei vernünftiger Fahrweise kaum mehr möglich. Aber wenn dort „70“ steht, glauben immer noch viele, das sei der Freischein für 80 oder sogar 90….

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  • Helmut Brune via Facebook

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    Wenn man darüber nachdenkt, müßten diese Maßnahmen eigentlich gar nicht Nötig sein bei einer so schlechten und kurvenreichen Straße. Da fährt man aus Sicherheitsgründen sowieso langsam. De Realität zeigt uns aber, daß es doch viele gibt, die das nicht einsehen wollen. Die eine Minute Zeitgewinn rechtfertigt doch keine Sicherheitsrisiken.

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  • Swen Dejoks via Facebook

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    Schilderquatsch! Wir waren alle in der Fahrschule und sollten wissen, wie man ein Auto zu fahren hat. Wenn nicht: ÖPNV! Weniger Schilder werden seit Jahren vom ADAC gefordert.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Komisch, ADAC-Experte Meintz höchstselbst sagte beim Kreiselverkleinerungsunfug in Unna am Kreishaus wörtlich: „Deutsche kommen mit Kreisverkehren nicht klar. Sie brauchen klare Regeln. Sie brauchen Schilder und Ampeln.“ 😉

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      …. und die Zahl der Unfälle auf dieser speziellen Straße singt ein Lied davon.

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    • Swen Dejoks via Facebook

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      Da vergleichen Sie Äpfel und Birnen.Die betreffende Straße ist mir gut bekannt. Wer Dort nicht ohne Hilfestellung klarkommt, sollte meiner Meinung nach über seine ‚Fahrtüchtigkeit nachdenken. Das ist vielleicht des Pudels Kern, jeder bekommt den Führerschein irgendwie, und darf ihn auch behalten, wenn die Gesundheit es nicht mehr zulässt.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Tja, so macht jeder seine eigenen Erfahrungen auf dieser Straße und weiteren.

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