Rundblick-Unna » Begegnung am Marine-Schützenheim: Bei gutem Willen auf allen Seiten klappt es – das Miteinander

Begegnung am Marine-Schützenheim: Bei gutem Willen auf allen Seiten klappt es – das Miteinander

Fassungslosigkeit stand den syrischen und afghanischen Frauen ins Gesicht geschrieben, als vor ihren Augen Männer  – Männer!! –  zum Wischmopp griffen und ohne mit der Wimper zu zucken den Eingang zu schrubben begannen. „Die Frauen waren regelrecht empört“, berichtet Berthold Degenhardt lächelnd über diese Episode von neulich. „Sie hätten uns am liebsten Eimer und Wischtücher aus der Hand genommen. ,Männer putzen doch nicht!´“

– Aber ja“ „Natürlich putzen wir hier selbst, das haben wir immer getan!“, bekräftigt der Vorsitzende der Marinekameradschaft Fröndenberg.

Und eben dies erklärten die Männer dann freundlich auch den Flüchtlingsfrauen, mit denen sie seit einiger Zeit in gedeihlicher Nachbarschaft Wand an Wand zusammenwohnen,  Tür an Tür unterm grünen Dach des Marine-Schützenheims an der Graf-Adolf-Straße.

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Den Fronleichnamstag nutzte die Kameradschaft nicht wie sonst fürs vereininterne Grillen, sondern weitete ihr Event diesmal zu einem Begegnungsfest mit den neuen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern aus.  Gemeinsam heizten die Männer den Grill an, tischten Einheimische und Zugereiste Kuchen, Kaffee und Salate auf, kickten die Erwachsenne mit den Kindern auf dem Vorplatz eifrig den Ball.

„Entspannte Stimmung, nette Gespräche, freundliche Begegnung, klasse Wetter – und leckeres Essen. Alles bestens“, lobte Berthold Degenhardt mit Blick auf die voll besetzten Holzbänke rundum zufrieden. Besser ging´s eigentlich nicht.

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Das schlicht weiß verputzte Gebäude neben Sportplatz und Josefskirche nutzt die Stadt Fröndenberg seit einigen Monaten als Unterkunft für zugewiesene Asylbewerber. Ca. zwei Drittel des Gebäudes mietete sie befristetet von den Bürgerschützen an und quartierte Familien hier ein; aktuell aus den vier Herkunftsländern Syrien, Afghanistan, Albanien und Serbien, vorwiegend Frauen und Kinder, Jugendliche und einige Männer.

Die Marinekameradschaft bestand bei den Verhandlungen mit der Stadt erfolgreich darauf, dass sie ihren anstammten Versammlungsraum mit Theken- und Küchenbereich behalten konnte. „Wir heißen Menschen, die aus Krieg und Armut zu uns flüchten, ohne Wenn und Aber willkommen“, unterstreicht Degenhardt, der seit 35 Jahren Fröndenbergs „Seeleuten“ als Vereinschef vorsteht. „Wir sind kompromissbereit. Dasselbe erwarten wir aber auch von der Stadt. Das hat funktioniert.“

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Die multikulturelle „Hausgemeinschaft“ unterm Marine-Schützedach funktioniert aus Berthold Degenhardts Sicht deshalb so gut, weil sich beide Seiten von Beginn an um ein gutes Miteinander bemühten – sowie: weil mit den Marineleuten immer Ansprechpartner für die Zugereisten vor Ort sind. Insofern eine Art Idealmodell von Flüchtlingsunterkunft, bestätigt der Vorsitzende.

„Die Familien waren sehr dankbar, dass sie hier im Haus einziehen konnten. Einige von ihnen waren vorher in der Schulturnhalle untergebracht und haben hier natürlich einen viel größeren Privatbereich. Sie halten das Haus super-sauber und ordentlich“, lobt der 78Jährige, der – im Wechsel mit anderen Vereinskameraden – mehrmals in der Woche vor Ort am Haus ist, sich vergewissert, ob alles in Ordnung ist, und den Familien bei Bedarf als Ratgeber zur Verfügung steht. Bei scheinbar so simplen Geschichten wie der Mülltrennung fängt es an, weiß Degenhardt. „Man muss es eben zuerst mal erklären. Bei gutem Willen auf beiden Seiten klappt es, und es gibt keine Probleme.“

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Die Frage, ob das Gebäude generell für Geflüchtete und Zuwanderer bereit gestellt werden sollte, stellte sich für die Marinekameradschaft am allerwenigsten, erklärt der langjährige Vorsitzende die Tradition der Seeleute. „Auf einem Schiff brauche ich immer einen zweiten Mann. Ich brauche eine zweite Person, völlig egal, welche Nationalität sie hat und welche Farbe ihre Haut hat.“

Auf ihren Seefahrten früher seien sie in den Häfen, die sie ansteuerten, sehr unterschiedlich aufgenommen worden, schildert der maritim-affine Senior. „Oft wurden wir freundlich und mit großer Gastfreundschaft empfangen. Wir sind aber auch auf Ablehnung gestoßen. Das Positive, das wir bei fremden Kulturen erfahren haben, möchten wir weitergeben“, fasst Berthold Degenhardt den weltoffenen Ansatz seiner Kameradschaft zusammen. „Und unsere selbstverständliche Erwartung ist, dass sich unsere ausländischen Mitbewohner ebenso um ein gutes Miteinander bemühen und sich an unsere Gepflogenheiten anpassen.“ Was bisher im Marine-Schützenheim an der Graf-Adolf-Straße vorbildlich funktioniert.

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Kommentare (30)

  • Jos van Veghel via Facebook

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    Kein Kommentar sonst bin ich wieder ein Nazi!

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  • Rolf Simon via Facebook

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    Habe noch ein Zimmer frei :-)

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Zur Verdeutlichung: Auch innerhalb des Vereins gibt es Skepsis bzgl. der Flüchtlingspolitik. Doch man steht auf dem Standpunkt: Mit den Menschen, die nun mal hier sind, gehen wir respektvoll und freundlich um, und genau das erwarten wir auch umgekehrt. Was momentan in dieser kleinteiligen Unterkunft gut funktioniert.

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    • Rolf Simon via Facebook

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      Wird nicht funktionieren.

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    • Jos van Veghel via Facebook

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      Fakt ist doch die schließen Abends das Vereinsheim und haben Ihre Ruhe..zudem guckt nur 2x laut Artikel in der Woche jemand ob alles ok ist..

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    • Martin Wette via Facebook

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      Oh doch, funktioniert prima.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Laut Artikel guckt mitnichten nur zweimal in der Woche jemand, Jos van Veghel. Einfach mal richtig lesen. Und ja, momentan funktioniert es. Nicht mehr und nicht weniger ist derzeit das Ziel aller Beteiligten. :-)

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      — und abschließend von uns hier: positiv denken!

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    • Andreas Sueva

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      Respektvoll und freundlicher Umgang mit den Flüchtlingen….. Sehr löblich von den Verantwortlichen …. Sollte mal überdacht werden den erwähnten Respektvollen und freundlichen Umgang auch Fröndenbergern Mitbürgern zu Teil werden zu lassen !

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  • Sbstn Bhrns via Facebook

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    Na der Bericht wird bei vielen ja mal so gar nicht ins Weltbild passen…

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  • Dagmar Kuhn via Facebook

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    Komm jos…sags doch.wo is denn jetzt hier dein problem?es mag an bielen orten aus den unterschiedlichsten gründen nicht funktionieren.aber hier tut es das ja anscheinend.also,warum nicht drüber berichten?

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    • Jos van Veghel via Facebook

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      Lern erst mal Deutsche Rechtschreibung,mach ein vernünftiges Profilfoto rein dann diskutier ich das evt mit Dir aus! ?

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    • Dagmar Kuhn via Facebook

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      Genau.sagt der mit einem nicht gerade deutsch klingendem namen???danke.kein bedarf

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    • Jos van Veghel via Facebook

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      Ich beherrsche wenigstens die Deutsche Rechtschreibung..denk mal drüber nach Du Willkomensklatscherin 😉

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      • Cora

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        ich beherrsche die Deutsche Rechtschreibung auch, kein Problem mit Google aber Beleidigung gehört nicht hier. Nicht alle haben die Rechtschreibung mit der Schaufel gefressen.

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    • Dagmar Kuhn via Facebook

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      Aber mit einem ausländisch klingendem Namen gegen ausländische Menschen zu preschen macht sinn?.hast du mich an irgendeinem Bahnhof gesehen? Glaube kaum. Also behaupte nicht Dinge, die nicht der Wahrheit entsprechen. Ich frage mich, warum du dich- wie gesagt lt deinem ausländisch klingendem Namen-offenbar gegenüber anderen Ausländern, Zuwanderern,wie auch immer,für etwas besseres hälst. Denn das bist du nicht. Warum auch? Gibt es etwa gute und schlechte Zuwanderer? Es geht um Menschen, die Hilfe benötigen. Ich unterstelle mal, das du nicht aus einem Kriegsland kommst, richtig?? was sollen denn dann diese Andeutungen, wenn du diesen Inhalt kommentieren würdest, würde man dich als Nazi bezeichnen. Was hast du gegen hilfsbedürftige Menschen? Wird dir etwas weggenommen dadurch? Hast du weniger Geld ? Ich denke nicht. Also behalte deinen Kommentar besser für dich. Etwas fundiertes,sachliches kommt eh nicht dabei rum.

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      • fürst

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        Ich finde den Ausgangskommentar von Jos van Veghel vertretbar. Ich kenne einige Ausländer und Menschen mit ausländisch klingendem Namen, die selbst gegen die Ausländerflut sind, ohne sich dabei für etwas Besseres zu halten; sie können denken.-
        Und ja, Dagmar Kuhn, es gibt gute und schlechte Zuwanderer. Von den Guten hört und liest man nicht viel, sie integrieren sich. Die Schlechten machen ständig Schlagzeilen.
        Aber das bekommt man als „Willkommensklatscherin“ genannter „Gutmensch“ nicht so mit, weil „Gutmenschen“ den scheinheilgen Mantel der Liebe ausbreiten, ohne den es aber „kalt“ wird, wenn die Islamisten uns in all „ihrer Güte“ die Scharia bringen.-
        Und ja, Dagmar Kuhn, Jos van Veghel und uns allen, wird auch was weggenommen. Unsere freiheitliche und freizügige Kultur (z.B. müssen sich unsere Frauen und Kinder anders kleiden, um nicht Opfer irrer Sexualphantasien zu werden) und viel, viel Geld; das mögen wir im Moment nicht unmittelbar empfinden, aber alle fin. Aufwendungen für Zuwanderer werden irgendwann uns, dem Steuerzahler, auferlegt. Damit hat auch Jos van Veghel dannn tatsächlich weniger Geld. –
        Ihnen stimme ich nur darin zu, daß es wichtig ist, echten (!) Kriegsflüchtlingen zu helfen.
        Das auch schaffen wir, denn das sind nicht so viele. Sie aber unterstützen offenbar auch Schurken und Lumpen, machen sich willkommenstanzend zur Helferin des Islamismus.

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        • Dagmar Kuhn via Facebook

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          Ausgangskommentar:wenn ich meine Meinung äußere, werde ich als Nazi beschimpft. Dem ist ja nichts mehr hinzuzufügen,oder? Ich tanze und klatsche nirgendwo.ich habe einfach nur eine differenzierte Meinung zu gewissen Themen.

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          • fürst

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            Doch, dem ist was hinzuzufügen, Dagmar Kuhn.
            Ich denke, daß Jos van Veghel nicht unbedingt was Bösartiges (gegen Ausländer) zum Ausdruck bringen wollte.
            Unter Nazi-Verdacht gerät man ja schon, wenn man nur eine Meinung abseits des politisch Gewollten hat und vertritt.
            Jos van Veghel hat offenbar auch eine differenzierte Meinung, nämlich nicht die politisch Gewollte.

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            • Dagmar Kuhn via Facebook

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              Das ist übertrieben.wenn ich sachlich argumentiere,nennt mich auch keiner einen Nazi

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            • Jos van Veghel via Facebook

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              Sorry ist mir oft genug zu Ohren gekommen bei kritischen Kommentaren..und ich bin sicher kein Nazi..könnte ich mit meiner Herkunft alleine nicht vereinbaren ?

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              • fürst

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                Ich sehe mich aufgrund meiner rechtslastigen Meinungen ständig dem Vorwurf, Nazi zu sein, ausgesetzt. Ist mir aber auch gleichgültig. Nur, bitte, nichts links einordnen!

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        • Jos van Veghel via Facebook

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          Sinnlos mit Dir zu schwafeln hier..füg hinzu was Du meinst,interessiert hier eh nicht wirklich jemanden..

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  • fürst

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    Finde ich gut,
    bei aller grundsätzlichen Skepsis und Ablehnung.
    Daß es anscheinend gut läuft,
    mag an der geringen Anzahl/Abwesenheit von jungen Männern liegen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      @fürst, ja, es hat mit vielen Faktoren etwas zu tun: der Kleinteiiligkeit der Unterkunft, der Zusammensetzung der Familien und an der Bewohnerstruktur, zudem an den im Bericht genannten Faktoren. Dass diese Umstände nur selten in dieser Form zusammentreffen, bleibt unbestritten.

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Also, warum nicht mal ein positives Beispiel loben? Fakt ist, eine überschaubare Gruppe, sozial mehr oder minder ausgewogen in einem kleinteiligen Wohnobjekt eng betreut, ja das kann funktionieren! Ob die Leute später bleiben wollen/dürfen/können erst mal bei Seite gelassen. Es wird aber auch klar, die ungesteuerte, massive Migration meist junger, ungebildeter Männer aus einem bestimmten Kulturkreis kann so nicht aufgefangen werden. Daher wären Obergrenzen sinnvoll (gewesen).

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      In der Tat, Stefanus Maxus, wir haben mit diesem Wohnprojekt eine Art Idealzustand – der leider faktisch nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme darstellt. Nichtsdestoweniger – und dafür danke an dich – kann man das Gelingen dieses Projekts loben.

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