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Beeindruckendes Finale für Thomas Hengstenberg: Langjähriger Kreis-Kulturchef sagt Ade

In einem bemerkenswerten Finale verabschiedet sich Thomas Hengstenberg, Ausstellungsmacher und Fachbereichsleiter Kultur beim Kreis, an diesem Wochenende aus seinem Amt. „Kunst ist eine historische Angelegenheit“ – unter diesem Titel hat Hengstenberg rund 100 Arbeiten des Malers, Zeichners und Grafikers Conrad Felixmüller zusammengestellt.

Zu sehen sind die Arbeiten, deren Titel sich auf ein Felixmüller-Zitat bezieht, bis zum 26. Februar in den Ausstellungsräumen im kreiseigenen Haus Opherdicke, Dorfstraße 29.

Thomas Hengstenberg hat der Kulturverwaltung des Kreises Unna seit 1979 vorgestanden und in dieser Zeit insbesondere viele beachtete Kunstausstellungen auf Schloss Cappenberg in Selm und auf Haus Opherdicke in Holzwickede kuratiert und organisiert. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Kreis Unna auf dem Feld der Ausstellungstätigkeit bundesweit mit in der ersten Liga spielt und überregionale Bekanntheit erlangt hat. Landrat Michael Makiolla verabschiedete ihn mit herzlichen Worten: „Vielen Dank, Thomas Hengstenberg, und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt!“

– Das Foto – Bildrechte beim Kreis Unna – zeigt Thomas Hengstenberg bei seiner Verabschiedung mit dem Landrat.

Zur letzten von Hengstenberg zusammengestellten Ausstellung:

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Zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit

Conrad Felixmüller (1897 bis 1977) gehört zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation. Zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit zeigen seine Bilder einfühlsame Porträts und spiegeln Szenen des Alltags wider, insbesondere sozialkritische Darstellungen des Arbeitermilieus.

Felixmüller ist 1991 Gründungsmitglied der Dresdner Sezession und Mitglied der Novembergruppe. 1920 wird ihm der sächsische Staatspreis verliehen, der mit einem Stipendium für einen zweijährigen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom verbunden ist. Er bittet darum, diese Zeit im Ruhrgebiet verbringen zu dürfen, um dort intensive Studien zu betreiben.

Conrad Felixmüller, Reproduktion

Als „entarteter Künstler“ von den Nazis verfolgt

1933 gerät Felixmüller in das Visier der Nationalsozialisten. Er wird mit 40 Werken in der Dresdener Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, mehr als 150 seiner Arbeiten werden bis 1939 vernichtet. Den Wiederaufbau nach 1945 erlebt der Künstler in der DDR. 1967 zieht er nach Berlin-Zehlendorf (Westberlin) um, wo er im März 1977 stirbt.

Mit bedeutenden Leihgaben aus der Familie und dem Freundeskreis des Künstlers sowie den Sammlungen Wilke, Brabant und Bunte wie auch dem P. A. Böckstiegel Freundeskreis und dem Von der Heydt-Museum zeigt die Ausstellung des Kreises auf Haus Opherdicke einen repräsentativen Querschnitt durch das Oeuvres dieses beeindruckenden Künstlers.

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