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Bandenmäßiger Diebstahl von Smartphones und Tablets: Beute im großen Stil in Nordafrika wiederverkauft

Einen generalstabsmäßigen Banden-Handel mit geklauten Smartphones, Tablets etc. hat die Polizei in Dortmund abgewürgt. Die Tatverdächtigen: ein marokkanischer Hehler, als Geschäftsmann getarnt; zwei deutsche „Mitarbeiter“; sowie eine Reihe zumeist sehr junger Marokkaner und Algerier, die die Beutezüge ausführten. Die Ware wurde nach fachmännischer „Bearbeitung“ zum großen Teil in Nordafrika verkauft.

Monatelange Ermittlungen gingen dem konzertierten Zugriff voraus.

In einem Ladenlokal in der Nordstadt (Münsterstraße) kaufte der Inhaber, ein 52-jähriger Marokkaner, zusammen mit zwei Mitarbeitern (beide Deutsche) eifrig geklaute Elektronikartikel an. Anschließend wurden diese Geräte technisch so bearbeitet, dass sie zum Wiederverkauf an Dritte geeignet waren. Die Geräte wurden so geschickt manipuliert, dass sie selbst bei Kontrollen durch Polizei oder Zoll schwer als gestohlen zu identifizieren waren.

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Aufgrund des regen Handels mit den gestohlenen Geräten mauserte sich der Laden zum festen Anlaufpunkt für Taschendiebe, Auto-Aufbrecher und Straßenräuber. Diese waren zum großen Teil jugendliche oder heranwachsende Marokkaner oder Algerier, schreibt die Polizei. Sie nutzten für ihre Beutezüge gezielt die U-Bahnstationen der Innenstadt, den Hauptbahnhof und den belebten Westenhellweg.

Dort brachen die jugendlichen Kriminellen auch geparkte Pkw auf, um daraus die begehrten Tablets und Laptops für den Weiterverkauf zu entwenden. Ein weiterer, älterer Algerier (40) agierte als Hehler und Kurier für das Diebesgut ins Ausland. Die gestohlenen Geräte wurden vorrangig in Nordafrika wiederverkauft.

„Hintergrund dafür könnte sein, dass die Marktführer für Smartphones die Region Nordafrikas nicht mit Neuwaren oder aktuellen Smartphones und Tablets beliefern“, vermutet die Polizei. „Folglich hat sich dort für derart entwendete Geräte eine hohe Nachfrage entwickelt. In Einzelfällen erzielen solche ,Gebrauchtgeräte´ dort einen hohen Wiederverkaufswert.“

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Bei der geplanten Ausfuhr einer Vielzahl elektronischen Diebesgutes konnte der 40jährige Algerier von der Polizei dingfest gemacht werden. Die Beweislage reichte aus, um ihm dem Haftrichter vorzuführen. Der Mann sitzt in U-Haft.

Der marokkanische Ladeninhaber an der Münsterstraße und mutmaßliche Hehler wurde festgenommen und ebenfalls dem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl erlassen und unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Vier weitere mutmaßliche Taschendiebe aus Marokko und Algerien sitzen hinter Schloss und Riegel.

Die Ermittlungen dauern immer noch an.

In diesem Zusammenhang rät ihre Polizei:

Die Diebstähle erfolgen vorwiegend durch das sogenannte „Antanzen“. Hierbei agieren die Täter meistens zu zweit oder zu dritt und lenken das vermeintliche Opfer in arbeitsteiliger Vorgehensweise geschickt ab. Umarmen in vielen Fällen die Opfer durch einen fadenscheinigen Vorwand, um dann gezielt an Portemonnaies oder Handys zu gelangen. In Verdachts,- oder Schadensfällen rufen sie bitte umgehend die Polizei und erstatten Strafanzeige. Wichtig ist das Nachreichen der ausschreibungsrelevanten Daten von Handys, damit im Nachgang der Ermittlungen aufgefundene Geräte den Taten und Geschädigten zugeordnet werden können.

Kommentare (7)

  • Hans Bergmann

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    Zum Verkauf in Nordafrika…. programmiert mit bestimmter Software zur Nutzung durch Flüchtlinge ?!?

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  • Anja Seißer via Facebook

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    Zeitraum der Diebstähle über Jahre oder eher nahe Vergangenheit? Da weiss man nix drüber?

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  • Zwen Arn via Facebook

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    Die Ermittlungen waren sehr umfangreich und das Treiben dieser Leute schon sehr „frech“. Mich ärgert allein der Umstand, daß der Drahtzieher nicht in U Haft sitzt. Nicht das ich die andere Täter klein reden will, darunter befinden sich auch einige Minderjährige, letztlich haben die für den großen Macher gearbeitet, der jetzt unter Auflagen noch draußen ist. Ich sag mal so, da fasse ich mir an den Kopf, zumal ich einen Teil des Grundes kenne warum er unter Auflagen auf freiem Fuß ist. Aber was rede ich das jetzt schlecht. Es ist wirklich ein schöner Erfolg, der gute und akribische Arbeit voraus gegangen ist.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Über dieses „unter Auflagen auf freiem Fuß“ sind wir auch gestolpert, Svennze Kennze.

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    • Zwen Arn via Facebook

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      Sollte man auch, aber Entscheidung der Justiz. Aber es ging ja um die U Haft, hoffe in der Hauptverhandlung gibt’s dann ne ordentliche Strafe.

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