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AWO fordert völlig neue Kita-Finanzierung – Rasselbande-Leiter kritisiert Bürokratiewust und Personalmangel

Eine völlig neue Kita-Finanzierung muss her. Das fordert die Arbeiterwohlfahrt Kreis Unna. Zu einem Austausch trafen sich AWO-Vertreter gestern mit dem Massener SPD-Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke in der AWO-Kita Rasselbande in Königsborn. Anlass der Zusammenkunft: die nächste Änderung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz), die vor der Tür steht.

Das Land will u.a. die jährlichen Kindspauschalen erhöhen und das Geld, das durch den Wegfall des Betreuungsgeldes  frei wird -431 Mio. Euro – für frühkindliche Bildung einsetzen. So soll ein Viertel der Summe  ein Programm für zusätzliche Ü3-Plätze finanzieren. 

Das KiBiz wurde 2008 durch die CDU/FDP-Regierung mit großen Bedenken der Träger eingeführt und ist bisher zweimal revidiert worden. Gut und schön, meinte AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert. „Aber wir brauchen ein völlig neues Gesetz für die frühkindliche Bildung mit einem grundlegend veränderten Finanzierungssystem.“

Als Beispiel führte er die Entwicklung der Lohnkosten an: Seit Einführung des KiBiz sind sie um fast ein Drittel gestiegen, die Kindpauschalen aber lediglich um 12 %. Das System der Kindpauschalen und Stundenbuchungen führe aber auch zu Unsicherheiten bei der Personalplanung, da sich jährlich Änderungen ergeben würden. „Das betrifft auch die Lebensplanung der Mitarbeitenden“, unterstrich Goepfert.

Christoph Hoch, Leiter der Kita Rasselbande, verdeutlichte die gestiegenen Anforderungen und die hohen qualitativen Ansprüche in den vergangenen Jahren – u.a. durch den U3-Ausbau oder die Integration von Kindern mit Handicaps. „Damit ist auch immer mehr Verwaltungsaufwand verbunden. Verstärkt wird er durch die zahlreichen Förderprogramme und die damit verbundenen Dokumentationen.“ Jede Menge Bürokram also, die wertvolle Personalkräfte binde. „Das muss vereinfacht werden. Die Fachkraft-Kind-Relation muss verbessert werden“, betonte der Rasselbande-Leiter.

Hartmut Ganzke teilte viele Kritikpunkte. „Unser Ziel ist es,  zu Beginn der nächsten Legislaturperiode ein neues Gesetz für Bildung, Erziehung und Betreuung im Elementarbereich auf den Weg zu bringen“, versprach er.

Dazu muss Rotgrün aber zunächst einmal bei der  Landtagswahl im Mai 2017 ein entsprechendes Ergebnis einfahren, um weiter zusammen regieren zu können.

Kita Rasselbande

(v.l.n.r.): Landtagsabgeordneter Hartmut Ganzke mit AWO-Fachberaterin Miriam Kleinhans, der stellv. Kita-Leitung Nicole Schlüter-Isenbeck, AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert, Kita-Leiter Christoph Hoch und AWO-Fachbereichsleiterin Annette Schütte.)

Kommentare (2)

  • Jasmin Schhr via Facebook

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    Mandy Piep

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  • Wierumer

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    Was Du heute kannst besorgen dass verschiebe nicht auf Morgen…..
    Das Gesetz wurde 2008 mit dem Hinweis auf erforderliche Nachbesserungen beschlossen. Warum ist das in dem Umfang nicht passiert. NRW ist Schlusslicht in der staatlich geförderten Kleinkindbetreuung hat die schlechteste Quote der U3 Betreuung bundesweit. Aber unsere Landesregierung stellt offensichtlich 13 Monate vor der Wahl die Arbeit ein. Zitat: Hartmut Ganzke teilte viele Kritikpunkte. „Unser Ziel ist es,  zu Beginn der nächsten Legislaturperiode ein neues Gesetz für Bildung, Erziehung und Betreuung im Elementarbereich auf den Weg zu bringen“, versprach er. Zitat Ende
    Das schlimmste was NRW passieren kann ist dass bei der Landtagswahl 2017 wieder eine Rot / Grüne Regierung zu Stande kommt.

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