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Autoschau mit beherrschendem Thema: „Ganz viele wollen ihren VW bei uns abgeben…“

„VW für die Welt“, verkündet das Nummernschild eines blitzenden Volkswagens auf dem Alten Markt, und das stimmt wahrlich, der Name des Wolfsburger Konzerns geht seit voriger Woche um die Welt. Aber in denkbar niederschmetternder Weise.

Der Skandal um die vielfach überhöhten Abgaswerte von VW-Dieselfahrzeugen beherrscht erwartungsgemäß auch die Autoschau in der Unnaer City, die an diesem wunderbar milden Herbstsamstag einen vielversprechenden Verlauf verhieß.

Morgen, zum Verkaufsoffenen,“wird es wieder richtig drubbelig in der Stadt. Vor allem, wenn das Wetter wie angesagt noch schöner wird“,  weiß Toyotahändler Manfred Muermann aus sattsamen Erfahrungen der vorigen Jahre. Und er weiß aus Händlersicht sehr eindeutig, was günstiger wäre: Lieber einen Tick weniger tolles Wetter und ein kleines bisschen weniger unübersichtliches Gedrängel.

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Zufrieden trotz geringeren Platzangebotes: Toyota-Händler Manfred Muermann und sein Sohn Matthias rückten in diesem Jahr zwischen Bahnhofstraße, Post und Katharinenkirche für Opel Jonas zusammen, dessen Stammplatz auf dem Museumsparkplatz von den Übergangsgebäuden der Sparkasse belegt ist. „Klappt gut“, zeigte sich Muermann kollegial.


„Sonst schieben sich die Leute mehr so an den Autos vorbei“, meint Muermann, doch „man will sicher nicht klagen!“ Entspannt blinzelt der Senior auf dem Bahnhofstraße zwischen Nordring und Post in die Sonne, während Junior Matthias einige Schritte weiter eifrig mit Kundschaft fachsimpelt. Zusammengerückt sind die Muermänner in diesem Jahr mit Opel Jonas,  dessen angestammter Platz vor dem Museum von den Übergangsgebäuden der Sparkasse belegt ist.  Denn wie berichtet, baut das Kreditinstitut ab Mitte Oktober seine Kundenhalle groß um und muss dazu den Kundenservice mitsamt Mitarbeitern bis zum März ausquartieren.

„Das ist aber okay“, meint Toyota-Händler Muermann. „Wir haben etwas weniger Platz als sonst, damit Jonas seine Wagen bis hinten Katharinenkirche stellen kann.“  Nein, klagen will man an diesem Wochenende sicherlich nicht als Autohändler bei der Open-Air-Autoschau in Unna-City.

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Ausgenommen als Händler mit VW-Emblem auf den Karossen. Nun ja, zum lautstarken Klagen und Lamentischreien kommen die Kunden heute nicht direkt her, aber viele wollen natürlich Erklärungen und diskutieren.

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Erklärungen zum Skandal über erhöhte Abgaswerte von VW-Dieselfahrzeugen können die Hülpert-Mitarbeiter den Fragenden schon deshalb nicht bieten, weil sie gar keine VW verkaufen,  sondern Skodas.  Der neue Superb wird an diesem Wochenende eingeführt, und die silberne Prachtlimousine zieht auf der Hülpert-Bühne schon sichtlich begierige Blicke auf sich.

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Unverdächtig getürkter Diesel-Abgaswerte: VWs berühmtester Oldie – der Käfer. Läuft – und läuft…


Die markant aufeinanderstehenden Buchstaben wirken seit Bekanntwerden der Abgaskrise fast wie ein Kainsmal, und eine Gruppe Rentner diskutiert auf dem Weg über die Massener Straße zum Alten Markt sogar hitzig die Frage, „na, ob sich VW heute überhaupt hertraut!“ Die Mitbewerber sehen in dem erdbebenartigen Skandal um den deutschen Autokonzern keinen Grund zur Schadenfreude, gar zum frohlockenden Händereiben. „Ganz viele Leute kommen seit genau einer Woche, um ihren VW bei uns zu verkaufen und statt dessen einen Ford zu kaufen. Ich finde das erschreckend“, erklärt Steffi Fehst, Inhaberin von Ford Scheve in Kamen. „Die VW-Händler vor Ort tun mir besonders leid. Sie trifft der Zorn der Kunden mit voller Wucht, obwohl sie nichts für diesen Skandal können.“

Jenseits der VW-Dieselkrise: Was gibt´s von der Autoschau in diesem Jahr Neues zu berichten? Ganz klar geht der Trend  zum praktischen, komfortablen Wagen mit viel Bequemlichkeit, schildet die Scheve-Chefin. „Höherer Einstieg wird auch von jüngeren Leuten gewünscht. Dazu das umfangreiche Sicherheitspaket.“

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„Sicherheit rundum bieten schon die Kleinsten – das schafft natürlich mehr Gewicht und erfordert höhere PS-Leistungen“: Steffi Fehst, Inhaberin von Ford Scheve Kamen, mit einem Focus in der vorjährigen Trendfarbe Weiß. „Jetzt geht es wieder bunter zu!“


Sicherheit rundum vom Seitenairbag bis zum Seitenaufprallschutz bieten inzwischen schon die ganz Kleinen, so Fords Focus oder das Toyota-Baby Aygo; woraus sich denn auch die relativ hohen PS-Zahlen schon dieser Winzlinge erklären: „Das bringt ja alles erhebliches Mehrgewicht“, weißt Steffi Fehst. Der Simplizissismus-Aygo, den Toyota in schlichtester Form ohne jedwedes Schnickschnack noch unter 10 000 Euro anbietet, kommt als einer von wenigen Kleinwagen noch mit knapp weniger als 70 Pferdestärken aus.

Autoschau auch am Sonntag, 11 bis 18 Uhr, ab 13 Uhr Verkaufsoffen – in der Innenstadt wie auch im Gewerbegebiet Feldstraße bei Zurbrüggen.

 

 

Kommentare (3)

  • Tim Ballast via Facebook

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    Man kann sich auch einscheissen

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Na na, Tim Ballast, das kann man aber auch geschmeidiger ausdrücken… 😉

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  • Mike

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    Unglaublich, anstelle die Leute aufzuklären und zu beruhigen, dass der Fehler mit einem Softwareupdate behoben werden kann zu erzählen Skoda hätte mit dem Skandal nichts zu tun, Skoda, Seat und Audi sind genauso betroffen das es eine gemeinsame Plattform. Einziger Unterschied, Skoda wird in den USA nicht verkauft

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