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Ausstellung im Kunsttiegel

Das Kunstspektakel – oder die ewige Suche nach dem Sinn des Lebens ist der Titel der Ausstellung die am Samstag, den 21.Mai 2016 um 18.00 Uhr im Atelier / Galerie Kunsttiegel eröffnet wird.
Gezeigt werden Objekte, Malerei & Cherry Blossom – eine Red Balloon Installation des Baseler Künstlers Joey Schmidt-Muller.
Welche Themen kommen uns in den Bildern Joey Schmidt-Mullers entgegen? Die Sinne. Die Sinnlichkeit. Der Schmerz. Die Freude. Die Lust. Der Wahnsinn. Das Warten. Das Gefangensein. Das Sich-Befreien. Das Stummsein. Das Schreien. Die im Ausstellungstitel angespielte „ewige Suche nach dem Sinn des Lebens“ setzt unser Einverständnis voraus, dass wir den „Sinn“ nicht finden werden. Jedenfalls nicht als eindimensionale Antwort, mit der sich alle anderen Fragen erledigt hätten. Wäre der Schleier gänzlich gelüftet – wir würden es nicht ertragen!
Joey Schmidt-Muller findet seine Wege zum Sinn und zu seinem Blick auf die Welt in den eigenen Schmerzerfahrungen. Sein mythologisches Gegenüber ist der gefesselte Prometheus, der von Zeus an den Felsen des Kaukasus geschmiedete Rebell, der den Menschen das Feuer (und damit die Zivilisation) gebracht hat. Dafür soll er büßen! Jeden Tag kommt ein Adler und frisst an seiner Leber (seinem Leben!). Jede Nacht wächst die Wunde wieder zu. Die Götter sind nicht gerecht. Sie sind launenhaft, sadistisch, brutal. Sie erheben und zerstören. Einzelfallentscheidungen, ausgeführt von höheren Angestellten, den Moiren. Schicksalhaftes. Willkür.
Aber immerhin Kür.
Joey Schmidt-Mullers Bilder sind eine Zumutung.
Was könnte sonst als Kompliment taugen? Der Schmerz, die Folter, die Albträume und Ängste, die uns in diesen gequälten Kreaturen entgegenschreien, lösen etwas in uns aus. Lösen überhaupt etwas. Das Aushalten dieser Zumutung mündet eine überraschende Ermutigung. In diesem Sinne ist Joey Schmidt-Muller auch ein Entfesselungs-künstler. „Der Mensch ist frei, und wär’ er in Ketten geboren“, sagt Schiller … Prometheus unchained. Doch wir zahlen für die Freiheit immer einen Preis. Den Preis der Selbst-Verantwortung. An diesem kaukasischen Felsblock lassen uns die Körper und Figuren in Joey Schmidt-Mullers Bildern und Zeichnungen nicht vorbei.
Der entfesselte Prometheus schleppt seine Kette scheppernd durch die Welt. Sie rasselt, klirrt.
Text Wernfried Hübschmann ( Autor )
Die Austellung kann Donnerstags von 18:00 – 20:00 Uhr, Samstags von 11:00 – bis 16:00Uhr und nach Absprache besucht werden.
Am 05. Juni endet die Ausstellung mit einer Finissage . Beginn 11:30 Uhr.

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