Rundblick-Unna » Aus vieler Kitas droht – Elternvereine ringen ums Überleben

Aus vieler Kitas droht – Elternvereine ringen ums Überleben

Kita-Elterninitiativen schlagen Alarm. Immer mehr Einrichtungen geht das Geld aus. Sie leiden unter drückenden Finanzierungsproblemen, die bis zur Existenzgefährdung gehen. Elternvertreter machten vorige Woche im NRW-Landtag auf ihre Sorgen aufmerksam.

Eine akute Ursache sind höhere Personalkosten. Bekanntlich stiegen nach den wochenlangen Kita-Streiks im vergangenen Jahr die Gehälter der Erziehungskräfte. Das war wichtig und zu begrüßen für die Erzieherinnen, stellt jedoch nach Information des Paritätischen Landesverbandes die Elterninitiativen vor immense Schwierigkeiten.

Einrichtungen im Ruhrgebiet greifen jetzt zu Notlösungen und sparen  zusätzliches Personal ein, wie z. B. Mitarbeiter des Bundesfreiwilligen-Dienstes (Bufdis). Damit gehe ein Stück guter Betreuung verloren, und das tue den Kitas natürlich weh, so der Verband. Aber so könne man wenigstens die  Stellen der Erzieherinnen erhalten und auch die höheren Gehälter zahlen. Vorerst.

Der Paritätische Landesverband NRW ist für die meisten Elterninitiativen Kooperationspartner. Das Hauptproblem sieht er in den zu geringen Zuschüssen für die Kita-Initiativen. Das zusätzliche Geld, das NRW den Kitas ab Sommer zahlen will (wir berichteten von der Ankündigung des Unnaer Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke, SPD, sei ein Tropfen auf den heißen Stein, werde für die Elternvereine hinten und vorne nicht reichen.

Es geht dabei um die sog. Kindpauschalen: Ihre Höhe der Pauschalen hängt vom Alter der Kinder, der Betreuungsdauer und der Gruppengröße ab. Bisher kletterte die Pauschale jährlich automatisch um 1,5 Prozent, ab Sommer immerhin um 3 Prozent.  Dennoch würden viele Elterninitiativen damit nicht auskommen, warnt der Paritätische Verband. Manche Kitas hätten jetzt Mehrkosten von 12-, 13-, 14000 Euro zu stemmen – für kleinere Vereine sei das schon kurzfristig nicht mehr zu stemmen.

Konkrete Zusagen für mehr Geld konnte auch Hartmut Ganzke bei seinem jüngsten Besuch im AWO-Kindergarten in Königsborn nicht machen. Er stellte ein völlig neues Finanzierungsmodell in Aussicht – dies werde die neue Landesregierung nach der Wahl 2017 auf den Weg bringen. Ob die SPD dann weiterhin zusammen mit den Grünen regieren wird, ist nach den aktuellen Umfragen allerdings mit einem Fragezeichen versehen. Vorige Woche kam die SPD bundesweit nur noch auf 19,5 Prozent – ein historischer Tiefstwert.

Die Arbeit von Elterninitiativen lebt „vom gemeinschaftlichen Gedanken und dem Engagement der Eltern, die ihre Kinder in der KiTa betreuen lassen“, schreibt z. B. der Elternverein „Kita Dürerstraße“ am EK Unna auf seiner Homepage.

Kommentare (37)

  • Hans Kammler via Facebook

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    Geht doch nur um unsere Kinder. Das Geld wird dringender für fremde benötigt.

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    • Dagmar Kuhn via Facebook

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      Weniger streik um höhere gehälter…wie wärs damit??

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    • Hans Kammler via Facebook

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      Ja genau. Weil ja hier jeder für nen Hungerlohn arbeiten soll!

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dagmar Kuhn: Erziehungskräfte bekommen nicht wirklich übermäßig viel Geld! :-/

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    • Dagmar Kuhn via Facebook

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      Ich bin selber erzieherin im schichtdienst.
      Was wollen erzieherinnen denn bitte vetdienen bzw mit welcher berechtigung?die anforderungen seien gestiegen?das ist nun mal so.im laufe der jahre ändert sich das leben,die bedingungen,es bleibt meistens nicht so wie es ist.
      Sollen sie,die von mo bis freitags arbeiten etwa gebauso viel verdienen wie ich im schichtdienst ?man muss schon auf dem boden bleiben.ausserdem weiss ich vorher um meine verdienstmöglichkeiten

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    • Hans Kammler via Facebook

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      Die Lebenshaltungskosten steigen ständig. Da gibt es die einen wie sie die alles akzeptieren, weil sich ja eh nie was ändert. Aber da mag es auch Leute geben die für mehr Lohn kämpfen, was ihr gutes Recht ist.

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    • Christiane Donner via Facebook

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      „Fremde“?

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Dagmar Kuhn mich würde mal interessieren, was eine Erzieherin denn verdient. Ernsthafte Frage, ich kenne die Gehälter nicht.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      @Sven Arnt: Erzieherinnen, die nach Tarif bezahlt werden, bekommen seit März vorigen Jahres 2366 Euro brutto im Monat als Einstiegsgehalt. Nach einem Jahr erhöht sich die Summe auf 2590 Euro. Allerdings arbeiten laut einer Studie der Bertelsmannstiftung rund 60 Prozent der Kita-Kräfte nur in Teilzeit, erreichen dieses volle Gehalt damit nicht.

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    • Alexandra Grahn via Facebook

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      Dagmar Kuhn ?

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Danke Rundblick! ? Gut wenn man halt primär halbtags arbeitet, darf man sich natürlich nicht beschweren, wenn am Ende nicht so viel Geld rauskommt.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Sven Arnt – kein Problem, uns freut ja eine interessierte Leserschaft! :-)

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Also das Einstiegsgehalt bei der Polizei liegt in etwa auch bei 2400-2500 € brutto. Gut jetzt bleibt natürlich am Ende netto mehr übrig weil man verbeamtet ist. Also, so ganz schlecht ist das Erzieherinnengehalt aus meiner Sicht jetzt nicht. Aber Gehälter sind dann ja auch relativ zu sehen.

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    • Katja Mette via Facebook

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      Als Erzieher in einer Elterninitiative wird man allerdings nicht nach Tarif bezahlt. Und dort kenne ich Kollegen/innen die nach 5 und mehr Jahren so viel verdienen wie diejenigen mit Tarif als Anfänger.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Katja Mette ja gut, aber ob das dann letztlich repräsentativ ist und bei dem Bedarf würde ich mir grundsätzlich die Frage stellen, ob man dann dort arbeiten muss bzw. warum man dem Arbeitgeber (Elterninitiative) nicht mal auf den Füßen steigt. Bei dem tariflichen Gehalt kommt eine Erzieherin im ersten Jahr mit ca. 1700€ netto nach Hause. Ganz ehrlich, dass ist jetzt wirklich nicht soooo schlecht.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Warum man dem Elternverein nicht auf die Füße steigt? Die Frage ist im Text beantwortet, Sven Arnt.

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    • Katja Mette via Facebook

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      Eben. Die haben selbst nicht genügend finanzielle Mittel. Und warum
      Man dort arbeitet ? Ich persönlich empfinde es z.B. familiärer als bei einem großen Träger. Ich habe 3 1/2 Jahre für eine Elterninitiative gearbeitet und habe meinen Job dort geliebt.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Rundblick Unna ok, im Text steht ja, dass die Zuschüsse für die aus Elterninitiativen betriebenen Kigas nicht ausreichend sind, um die Kosten zu decken, die durch eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen entstehen. Jetzt stellt sich mir halt die Frage, wie sich diese Kigas ansonsten finanzieren. Die bekommen Zuschüsse vom Land, so läuft das sicher bei den Kigas, bei denen Kommunen und/oder Kirchen die Träger sind vermutlich auch. Um da, neben der Kritik der Träger, ein klares Bild zu haben, wäre es wichtig zu wissen, wie die restliche Finanzierung läuft. Also, wie hoch sind die Beiträge für jedes Kind, zahlen die Kommunen noch Zuschüsse, welche Ausgaben gibt es für Miete oder Pacht…vielleicht sind Immobilien auch Eigentum der Elterninitiativen. Ich kenne mich da mit den individuellen Finanzierungsmodellen nicht aus. Daher mein Einwand. Es wäre ja zum Beispiel auch ein Weg Beiträge anzupassen. Das ist letztlich immer das zweischneidige Schwert, wenn höhere Löhne erstritten werden. Wie gesagt, ich finde knapp 1700 € netto als Gehalt für Erzieherinnen/Erzieher nicht so wahnsinnig schlecht. Ehrlich gesagt, habe ich gedacht das Gehalt wäre bedeutend geringer.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Rundblick Unna aber ich Google grade und schau mal :-) . Ist ja immer auch so eine Sache, ich will damit in keinem Fall die privaten Träger bzw. die Elterninitiativen schlecht machen. Grade bei solchen Einrichtungen wird ja sehr viel Engagement reingesteckt und aufgefangen, was Land und Kommune nicht gebacken bekommen….aus welchen Gründen auch immer.

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    • Alexandra Grahn via Facebook

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      ….ich denke, in erster Linie arbeitet man in diesem Job, weil es eine Herzensache ist und bestimmt nicht, weil es so tolle Gehaltsaussichten gibt. ?

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    • Sven Arnt via Facebook

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      So, ich habe gelesen. Natürlich bin ich jetzt sicher kein Experte…bevor mich hier einer ans Kreuz nagelt. Also, die Kigas bekommen ja zunächst die Sätze pro Kind und Betreuungszeit, die jede andere Kiga über die Kommune auch bezieht. Insofern also gleich. Dann läuft es aber von Kiag zu Kiga sehr unterschiedlich. Gemein ist allen, dass man Vereinsmitglied werden muss und sich dann zur Mithilfe verpflichtet und einen Beitrag entrichten muss. Da variieren die Kigas ganz erheblich. Bei einigen werden pro Kind zum Beispiel Zusatzbeiträge erhoben, teilweise dreistellige Beträge. Da bestünde aus meiner Sicht schon auch Spielraum. Was mir auch nicht ganz klar wird, beziehen sich die Fehlbeträge aus dem Artikel aufs Jahr oder pro Monat? Was ich insgesamt wirklich schlecht finde, sind die sehr uneinheitlichen Regelungen, nicht nur im Vergleich der Bundesländer, sondern auch unter den Kommunen. Da blickt ja kaum einer durch. Wenn man bedenkt, dass die privaten Initiativen die Kommunen und das Land bei ihrer Verpflichtung Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen, ganz deutlich entlasten….ein gesetzlicher Auftrag, nur so nebenbei. Ich denke, da müsste das gesamte System der Finanzierung mal bedarfsgerecht überdacht und vor allem vereinheitlicht werden, alleine um Chancengleichheit und Gerechtigkeit herzustellen. Trotz allem werden sich aber bei aller Sympathie, auch die kleinen Träger in Sachen Wirtschaftlichkeit messen lassen müssen. In unserer Kiga läuft auch vieles nicht ohne Spenden des Elternvereins und private Mitarbeit. Ist halt schon traurig, wie auch bei den Schulen, dass für sowas irgendwie nie Geld da sein soll bzw. schwer zu beschaffen…

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Alexandra Grahn das sollte ja grade in den Bereichen immer die Triebfeder sein und die Menschen, die ich in diesen Bereichen kenne, sind Idealisten. Ich meine das mit dem Gehalt auch nicht abwertend oder so, letztlich muss man bei Gehaltsvorstellungen auch realistisch sein. Grade bei Fragen des Gehaltes ist das halt immer schwierig zu beurteilen. Es gibt auch in meinem Job Situationen, die sind faktisch mit Geld nicht zu bezahlen. Ich würde mich fragen, wo sich Erzieherinnen und Erzieher selbst gern realistisch sehen mit dem eigenen Einkommen. Man sieht ja auch hier, die Frage der Finanzierbarkeit stellt sich dann ja schließlich auch.

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    • Sven Arnt via Facebook

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      Katja Mette das kann ich gut nachvollziehen und zeigt ja auch, das reines Gehalt an sich nicht allein bestimmend für die Arbeitszufriedenheit ist, dass kann ich so auch selbst bestätigen.

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  • Christiane Donner via Facebook

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    Unsere Kita auch…

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  • Pascal Kutz via Facebook

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    Das ist Deutschland

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  • Jama To via Facebook

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    Erst große Versprechen; Kindergarten Platz Zusicherung und jetzt??? Es ist langsam Zeit das sich Eltern, vor allem die, die keine Arbeitsverhältnis haben sich selbst um ihre eigene Kinder kümmern!!! Kita’s sind je nicht mehr sicher! Oder streiken die Beschäftigte, sind Dauer krank; oder werden Kita’s aus ??? Gründen zugemacht! Mein Vorschlag!!! Endlich mal wieder Familien Zusammenhalt!!! Nette Ersatz Omi! Oder von Facebook weg und selbst betreuen!!! Kinder richtige Liebe geben! Eine Kassierer/in muss auch mit 450 € Job auskommen!!! ….

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  • Alexandra Grahn via Facebook

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    Wie unglaublich „witzig“ es sich liest…dass jetzt die Erzieherinnen daran schuld seien sollen….so langsam fühle ich mich in meinem Job immer mehr wie ein Punshingball…?

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