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Aus kaputt wird neu, aus Arbeitslosigkeit Perspektive: IKEA und Werkstatt machen´s möglich

IKEA macht´s möglich, gemeinsam mit der Werkstatt und dem Jobcenter. Zwei Langzeitarbeitslose suchten einen Arbeitsplatz mit Perspektive – ein großes Möbelhaus fand Arbeitskräfte. Andre Gerg (30), Frank Mehmed (37) und IKEA haben sich gesucht und gefunden. Verkuppelt hat sie die Werkstatt im Kreis Unna.

„Wir haben die beiden gerne übernommen. Sie erfüllen unsere Anforderungen sehr gut und passen sehr gut in unser Team“, lobt der Verwaltungsleiter von IKEA Kamen, Erik Jacques. Eine „Super-Idee“ nennt sein Kollege Burak Bayar das Projekt mit der Werkstatt. Diese hat den beiden Männern zusammen mit dem Jobcenter den Weg geebnet.

Denn die beruflichen Voraussetzungen von Gerg und Mehmed waren wenig vielversprechend. Frank Mehmed war 14 Jahre ohne festen Job: „Ich bin dankbar, dass ich diese Chance bekomme – die Arbeit hier ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Ich fühle mich sauwohl“, sagt er aus tiefstem Herzen.

Ikea Werkstatt

Im vergangenen Jahr konnten er und Andre Gerd zusammen mit zwei anderen Bewerbern im IKEA-Haus zeigen, was sie wirklich können. „In der Arbeit zeigt sich, welche Fertigkeiten noch fehlen, um die Anforderungen zu bewältigen. Und: Es zeigt sich, ob Betrieb und Bewerber zueinander passen“, erklärt Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt.

Nach der erfolgreichen Premiere wird das Projekt fortgesetzt: Detlev Roßmeyer (49) arbeitet jetzt schon mit zwei weiteren Kollegen im IKEA-Training.

  IKEA und Werkstatt kooperieren im Rahmen des Landesprogramms „öffentlich geförderte Beschäftigung“ seit 2014 in einem innovativen Projekt, das ökologische und arbeitsmarktpolitische Ziele miteinander verbindet. Die Werkstatt arbeitet mit ehemals Arbeitslosen beschädigte oder unvollständige Möbelrückläufer von IKEA wieder auf und verkauft diese Regale oder Schränke dann im eigenen Sozialkaufhaus an Bedürftige.

Dabei können sich die vormals arbeitslosen Mitarbeiter beruflich weiterbilden und Qualifikationen nachholen, etwa einen Staplerschein. „Das nützt auch dem Nachhaltigkeitsgedanken – es wäre doch schade, wenn die Artikel im Abfall landen“, sagt IKEA-Profi Erik Jacques. Und das Jobcenter, das ebenso wie das Arbeitsministerium NRW und der Europäische Sozialfond das Projekt bezuschusst, lobt den Erfolg: „Wir freuen uns, wenn wir nachhaltige Perspektiven schaffen“, erklärt Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters.

Zum Hintergrund:  

IKEA

Der Ikea-Konzern betreibt über 300 Einrichtungshäuser in 44 Ländern, darunter 50 Häuser in Deutschland. Die Ikea Deutschland GmbH&Co KG schloss das Geschäftsjahr 2015 (1. September 2014 bis 31. August 2015) mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden Euro ab – das entspricht einem Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 17.000 Mitarbeiter zählt der Konzern in Deutschland. Das IKEA-Haus Kamen beschäftigt 380 Mitarbeiter, neben dem Verkauf bietet IKEA Arbeitsplätze im Bereich Logistik, Kommunikation und Einrichtung, Restaurant, und Kundenservice.

Ikea und Werktatt

 Werkstatt im Kreis Unna

Keine Lehrstelle – kein Arbeitsplatz? Bei dieser elementaren Frage mit oft weitreichenden persönlichen Folgen ist die Werkstatt im Kreis Unna die erste Adresse: Mehr als 60.000 Menschen haben in den vergangenen 30 Jahren die Angebote der größten regionalen Weiterbildungseinrichtung in Anspruch genommen.

1.100 Ausbildungs- und Weiterbildungsplätze bietet die Werkstatt im Kreis Unna heute an, sie erreicht damit jährlich rund 3.000 Menschen. Darüber hinaus kooperiert sie mit 25 Schulen. Mehr als 2.000 Schüler können sich so jedes Jahr mit Hilfe der Werkstatt beruflich orientieren. Ergänzt wird das Angebot durch das eigene Werkstatt-Berufskolleg. Die berufspraktische Qualifizierung findet in 20 Berufsfeldern statt. Das Spektrum erstreckt sich von gewerblich-technischen Bereichen (Zerspanungstechnik, Garten- und Landschaftsbau, Lager-Logistik) über kaufmännische bis hin zu sozialpflegerischen Berufsfeldern. Mit 1.500 Betrieben arbeitet die Werkstatt zusammen. Die Werkstatt aktiviert dafür jährlich zehn Millionen Euro Fördermittel, den größten Teil aus Mitteln des Jobcenters und der Bundesagentur für Arbeit sowie aus Landes-, Bundes- und EU-Arbeitsmarkttöpfen für die Region. 190 Beschäftigte sind bei der Werkstatt aktiv.

 Weitere Informationen gibt es unter www.werkstatt-im-kreis-unna.de.

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