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Aufregung um neue Modalitäten für den Kurparkfest-Trödel

Der beliebte Kurparktrödel zum Mittsommernachtsfest Mitte Juni – Jung und Alt dürfen mit Waren querbeet mitmachen – erfährt in diesem Jahr eine Änderung. Und die hat bereits für heftige Irritationen gesorgt: Denn anders als gewohnt organisiert diesmal das Kinder-und Jugendbüro den Kurparkflohmarkt. Sein eigener Kindertrödel (sonst am Rathaus) doppelt sich terminlich mit dem Mittsommernachtsfest. Und da zwei Flohmärkte im Abstand von wenigen Kilometern wenig Sinn machen, wandert der Rathausflohmarkt kurzerhand in den Kurpark. 

Mittsommernacht Kurparkfest (15)

Und der Flohmarkt des Kinderbüros ist – wie der Name sagt – für Kinder gedacht.  Sind ältere Jugendliche und Erwachsene damit außen vor? Das heißt in diesem Jahr: Nur Kinder bis 16 Jahren dürfen mitmachen –  nur Spielwaren und -Bekleidung für Kinder bis zum 16. Lebensjahr sind erlaubt. Getrödelt werden darf nur auf Wolldecke, also keine Tische, keine Stühle, keine Zelte mehr… So schließt man viele Königsborner vom Trödel aus, z. B.  Jugendliche ab 17 Jahren und Erwachsene, die keine Kinder haben“, sorgte sich eine Leserin aus Königsborn.

Zwar ist es so nicht gedacht – der Kinder- soll den Kurparktrödel lediglich ergänzen, nicht ersetzen, betonte uns gegenüber die Stadt. Doch der Ärger hat schon Wogen geschlagen.

Unsere Leserin erfuhr im Kinder- und Jugendbüro, dass sie nicht die einzige ist, die sich über die neuartigen Modalitäten ärgert. „Es haben dort schon sehr viele Bürger angerufen und ihren Unmut darüber geäußert, dass das Stadtmarketing  mit solch einer Organisation den Königsbornern ,ihr Fest einfach umgestaltet“, berichtet sie.  Und sie sagt deutlich: „Und ich bin darüber auch empört, denn wir trödeln dort im Kurpark schon seit -zig Jahren mit. Wir dürften unsere Erwachsenenkleidung, Handtaschen, Frauenromane, Wohnungsdeko, DVD ab 18 Jahren, Haustier-Artikel usw. usw. dort auch nicht mehr anbieten. Und mein Sohn ist 16 Jahre alt und dürfte dann ab nächstes Jahr auch nicht mehr mittrödeln.“

Nikolauströdel

Volle Bürgerhalle jedes Jahr beim Niklauströdel in der Bürgerhalle.


Die Stadt sagt dazu Folgendes: (Information auf Anfrage von Bürgermeisterreferent Oliver Böer:)

Der Kindertrödelmarkt , den regelmäßig das Kinder- und Jugendbüro in der Innenstadt veranstaltet, wurde wegen der Termindoppelung mit dem Mittsommernachtsfest in diesem Jahr als Ergänzung zum bewährten Trödel im Kurpark in das Festprogramm integriert.  Die Regeln für den Kindertrödel sind dabei dieselben, die dort immer vorgegeben werden.

Eine Anmeldung sollte in diesem Jahr auch für den klassischen Kurparktrödel vorgesehen werden, um künftig besser planen zu können. Ansonsten bleibt es für diesen Teil der Veranstaltung bei den alten Regularien, die sich im Kurpark bewährt haben. Stadtmarketing als Veranstalter des Mittsommernachtsfestes und Kinder – und Jugendbüro stehen entsprechend im Kontakt.

 

Der Hintergrund der Aufregung:

Ob Stadtfest-Trödel, Trödel am Weltkindertag im September oder der  Niklauströdel im Dezember: Alle Flohmärkte in Unna sind altersbegrenzt für Kinder und jüngere Jugendliche, die Älteren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Theoretisch – denn gerade beim großen Stadtfesttrödelmarkt am Stadtfesttrödel sieht man immer reichlich Erwachsene mittrödeln, und das Stadtmarketing kneift diesbezüglich traditionell immer beide Augen zu. Schließlich kann streng genommen auch jeder Erwachsene freundlich flunkern: „Mein Kind ist gerade mal Pipi machen.“

Dennoch war der Trödel beim Mittsommernachtsfest immer der einzige in Unna, bei dem ganz legal jeder ohne Alters- und Warenbeschränkung mitmachen durfte. „Ohne irgendwelche Richtlinien und vor allem kostenlos“, merkt unsere Leserin an. „Bei anderen (kommerziellen) Flohmärkten sind Standgebühren fällig – z. B. pro Meter Tischlänge 10, auch mal 20 Euro. Und dieses Standgeld muss man erst einmal einnehmen, bevor man  ,Gewinne´ macht. Sozial schwache Familien könnten sich die Standgebühr  gar nicht erst leisten.“

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