Rundblick-Unna » „Auf gutem Weg“: Optimismus für eine nette kleine Innenstadt-Fliegenkirmes

„Auf gutem Weg“: Optimismus für eine nette kleine Innenstadt-Fliegenkirmes

„Es läuft wieder an.“ – „Schöne Stimmung und wieder deutlich mehr Belebung als im vorigen Jahr. Das muss sich wieder herumsprechen. Dann etabliert sich hier eine nette kleine Innenstadtkirmes.“ Überwiegend wohlwollende bis zufriedene Stimmen gestern und heute zur Fröndenberger Fliegenkirmes, die sich an diesem Wochenende bewähren muss. Sozusagen eine Nagelprobe für den Traditionsrummel, der im vorigen Jahr zum Desaster wurde und seinen historischen Tiefpunkt erlebte.

Konnte es damit schon eigentlich nur noch besser werden? Die Diskussion lief vor der Kirmeseröffnung am Freitagnachmittag heiß: Greift das geänderte Konzept (mit neuen Schaustellern und einigen zusätzlichen Angeboten) ausreichend, damit ein Festhalten an dem Traditionsrummel zu vertreten ist? Oder rechtfertigt das Ergebnis (in Besuchern) einfach den hohen Aufwand nicht mehr?  Hier (bis zum Sonntagnachmittag eingefangen) „Stimmen zum Spiel“.

ZUNÄCHST zum fehlenden Getränkestand: Kein Biertempel und damit auch keine Limo und kein Wasser für den Durst zwischendurch. Ein Manko, kritisieren viele. Hubert Sallamon, Marktingleiter der Stadt, erklärt uns nach dem Grund gefragt: „Der Schäferhundeverein, der mit einem Bierstand eingeplant war, hatte abgesagt. Wir haben uns dann nicht mehr um einen Extrastand bemüht.“

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Auch, so ließ Sallamon durchblicken, um die anliegenden Gastronomen ein wenig zu pushen: Sowohl bei Eppi wie auch in der Pizzeria Rucola und beim Markgrafen draußen war an allen Tagen jede Menge los. Markgrafenwirt Christos sagte heute, er hätte auch noch mehr Stehtische für draußen besorgt, wenn er das denn etwas früher gewusst hätte. „Beim nächsten Mal“, grinst der sympathische Grieche augenzwinkernd.

Die Meinung der Schausteller:

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An „Deinert´s Kettenflieger“ auf dem Marktplatz herrscht am Sonntag pure Entspannung. „Hier in Fröndenberg ist der Chef immer sehr zufrieden“, sagt der ältere Mitarbeiter im Kassenhäuschen. „Der Regen kam am Samstag eine Stunde zu früh, das war schade, aber das Wetter kann man eben nicht beeinflussen. Vom Eröffnungstag sagte der Chef: Das war der beste Freitag, den er bisher hier erlebt hat. Na klar wird er wiederkommen.“

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Der „Break Dancer“, eines der beiden großen Fahrgeschäfte auf der Winschotener Straße, war am Samstagabend trotz Regens von Jugendlichen dicht belagert. Während die anderen Schausteller aufgrund der regenleeren Innenstadt bis 21 Uhr geschlossen hatten, wirbelten die Break Dancer-Gondeln noch bis nach 22 Uhr die juchzende Jugend mit Tempo im Kreis herum.

Der Abiturjahrgang der Fröndenberger Gesamtschule freute sich über eifriges Interesse an seinem Glücksrad, dessen Erlös die Abifeier mitfinanziern hilft. „Es läuft toll!“,  versicherten Arber und Fisnik Aliu am Sonntag anderthalb Stunden nach Eröffnung strahlend. „Wir möchten der Stadt großen Dank dafür aussprechen, dass wir diesen Stand hier kostenlos betreiben dürfen!“ Die Gewinne – kistenweise – haben heimische Unternehmen gespende, als Hauptsponsoren Kohlschein Optik und das Life Fitness Studio.

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Evelin Alexis vom Autoscooter sieht die Fliegenkirmes „auf einem guten Weg“. „Letztes Jahr war der Tiefpunkt, darüber muss man nicht mehr reden. Jetzt, wo es wieder belebt ist,  muss es sich wieder herumsprechen. Dann wird das eine kleine, gemütliche Innenstadtkirmes.“

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Viel Lob gab es am Vormittag von den Besuchern des erstmaligen Autoscooter-Gottesdienstes, den Pfarrin Runa Ahl unter das Motto „Herzklopfen“ gestellt hatte. (Für dieses Foto danken wir Hubert Sallamon.)

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Am Life Adventure-Simulator direkt an den Bahngleisen zwischen Autoscooter und Breakdancer bekommen wir auf unsere Nachfrage ein Nicken zur Antwort. „Es läuft recht gut. Wir sind zufrieden!“ So richtig eine Lanze für die Fliegenkirmes bricht Arno Heitmann in seiner Losbude. „Wir sind seit 40 Jahren jedes Jahr hier und IMMER zufrieden! Es ist eine schöne kleine Kirmes, ordentlich und sauber, wirklich gut! Das Gemecker von manchen verstehe ich nicht. Es ist keine Großstadt hier, die Kirmes passt genau zu einer Kleinstadt.“

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Deutlich weniger zufrieden äußert sich Andreas Hoster, der einige Schritte von Rossmann entfernt erstmals mit der „Amazonas Bahn“ in Fröndenberg ist. Der Schausteller aus Herford steht per Smartphone im ständigen Kontakt mit seinem Sohn, der zeitgleich an diesem Wochenende in Hilchenbach mit einem Fahrgeschäft präsent ist. „Hier fahren jetzt gerade 14 Leute mit, in Hilchenbach 40. Wir kennen Städte, da steht jeder dahinter, da hängen schon Monate vorher in allen Geschäften Plakate. Da werben die Städte auch im Internet, machen das Event über die sozialen Medien publik. Hier“, der Schausteller aus Ostwestfalen blickt kritisch auf den sich nun langsam füllenden Vorplatz, „müsste sonntags um 14 Uhr auch viel mehr los sein. Vom Besucheraufkommen würde hier ein Karussell reichen. Aber mit ein paar Plakaten an einzelnen Bäumen ist es eben nicht getan. Meine Meinung.“ Andreas Hoster fügt hinzu: „Beim Marketing viel Luft nach oben. Aber dann kann das schon was werden.“

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Als „nettes Völkchen“ haben schließlich Robert und Kevin aus Havelberg in Ostdeutschland die Fröndenberger an diesem Kirmeswochenende kennen gelernt. Mit einem Imbissstand der Maubach Event-Gastronomie sind beiden fröhlichen kontaktfreudigen jungen Männer ebenfalls erstmals bei der Fliegenkirmes. Die Stimmung und die Leute finden sie nett, locker, freundlich, vom Umsatz her allerdings „glauben wir eher nicht, dass uns der Chef nächstes Jahr nochmal hierher schickt.“ Dies war der Sachstand am (freilich verregneten) Samstagabend. Untergebracht hat der Chef sein Fliegenkirmes-Team übrigens in Hohenheide – „eine sehr nette Pension! Allerdings doch ein BISSCHEN weiter als gedacht, so ohne Auto…“, lachen die beiden jungen Männer. Am Freitagabend sind den Weg zurück marschiert, 42 Minuten!“ Doch am Samstag kam der Regen… „und da haben wir uns lieber doch auf halbem Weg ein Taxi genommen.“

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Und das meinen Besucher zur Fliegenkirmes 2016 (Stand: bis Sonntagmittag):

Karin Schumann: Aaaaslso. Wir haben gerade mal (am Freitag, d. Red.) eine schöne Runde mit unserem Kleinen über die Kirmes gedreht. Ich verstehe nicht, warum alle meckern. Es waren schon einige Fahrgeschäfte da, zwar keine 20 Stück, aber ich fand die Auswahl durchaus ok. Klar, wäre noch was zu machen von der Auswahl der Schausteller, aber wir fanden es für den Kurzen schön. Allerdings hat unser Knirps auch noch andere Ansprüche als ältere Kinder… 😉
Yvonne Leniger: Ich war am Freitag mit meinem Sohn da und seine Brüder kamen später auch noch dazu. Und die Jungs hatten ihren Spass. Ich mag die Fliegenkirmes. Und gestern Abend ab 18 Uhr wurde es ganz schön voll. Mein ältester Sohn hat mir heute morgen geschrieben das die Schausteller im übrigen nicht um 22 Uhr geschlossen haben. Gestern Nachmittag waren auch sehr viele Ältere Leute auf dem Marktplatz die sich das alles mal angesehen haben. Und ich muss sagen von den Gesichtern her hat es die nicht gestört mit der lauten Musik. Einmal Fliegenkirmes immer Fliegenkirmes. Egal ob sie kleiner ist als damals.
Jessica See: Also, wo wir um 20 Uhr dort aufgeschlagen sind, war der Marktplatz wie leer gefegt😰 hatte den Anschein, als hätte man schon das Beste verpasst…. Nach einer überschaubaren Runde und zum größten Teil Sichtung „alter“ Schausteller, hab ich mich gefragt, wo 40% Erneuerungen gewesen sind.
Klar, im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr, auch für die Teenies, aber eine alljährliche Attraktion, da streiten sich die Geschmäcker…
Manuela Romich:  Es wird besser. Alle bemühen sich – danke an alle die es organisieren. Man muss nicht alles schlecht reden – wir sind in keiner Großstadt! Und Leute die alles schlecht reden, können es selbst nicht besser organisieren.
Sascha Herrmann: Also ich finde die Kirmes im Vergleich zu den letzten Jahen, wirklich nett geworden 😉 Ich bekomme also kein Geld von der SPD dafür!!
Christin Camonita: Also meine Kinder hatten heute super viel Spaß. Natürlich wäre es schöner wenn es größer wäre aber es heißt ja nicht Elefantenkirmes sondern Fliegenkirmes 😜
Olaf Westhoff: Aber auch wenn die grobe Richtung stimmt, eine Veränderung in Form von Erweiterung, oder hinzunahme eines Oktoberfestes könnte der Kirmes nicht schaden…. Im Gegenteil sogar, bei einer guten Organisation eine Aufwertung bekommen. Schon allein weil ja komischer weise, jeder ein Oktoberfest feiern möchte….. Trendveranstaltung.
Daniela Poberzin: Also wir waren letztes Jahr auf der Kirmes und heute. Wir hatten super viel Spaß und wäre auch echt lange da. Ja es ist richtig, dass es keinen Bierstand gibt. Aber bei Eppi, Markgrafen oder La Rucola kann man auch gutes Bier gemütlich trinken. Ich finde es schade, dass alles so negativ geredet wird!!!
Romana Kollmann: Ich bin eine waschechte Fröndenbergerin, hier geboren und aufgewachsen. Ich kenne die Fliegemkirmes von früher und wie sie danach immer kleiner wurde und letztes Jahr einfach lächerlich war. Am Freitag waren wir dort alleine schon wegen des Feuerwerks, das wieder super war. Und ich muss sagen,  es ist dieses Mal schon viel besser, weiter so. Dann ist es wieder eine richtige Kirmes,  wie es sein muss. Wäre doch super, wenn für die 3 Tage die Alleestraße wieder belebt wird.
Andreas Stock: War heute da…..um ganz ehrlich zu sein,ich kann keinen grossen unterschied erkennen.der Platz vorm Markgrafen hätte wesentlich besser belegt werden können und müssen .
Andreas Biedermann: Also die Kirmes ist gar nicht schlecht , man sollte nicht immer gleich alles kaputt reden . Natürlich fehlt der Getränke stand oder das eine und das andere , aber wer sagt denn das immer gleich alles klappt man hat doch noch Potential hier und somit kann man auch nächstes Jahr noch beser werden.
Cornelia Pankau (Menden): So. Nun hab ich mir auch mal ein Bild gemacht. Natürlich klein, ein Getränkestand fehlt, aber höchst charmant. Den Autoscooter hätte ich fast nicht gefunden- wollte unbedingt am Gottesdienst teilnehmen, tolle Idee. Die Musik leitete mich dann hin. Und euer Café Melange ist höchst entzückend! Essen im Markgrafen gutbürgerlich und preisgünstig. Mir hat´s gefallen. Ich drohe an, wieder zu kommen.

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

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    Ich entnehme dem Beitrag, daß dieses Jahr Besser war als voriges. Es kann also nur Besser werden.

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  • Sabrina Herrmann

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    Ich fand die Kirmes dieses Jahr auch sehr gut. Ja, ein Getränkstand fehlte wirklich, aber wie viele andere auch schon sagten, musste ja trotzdem niemand verdursten, da wir 1 süßes kleines Café, 2 gemütliche Kneipen und 1 super Eisdiele vor Ort haben. Und Rossmann hatte schließlich auch geöffnet. Wenn ich bedenke, was mir alles erzählt wurde, wie die Fliegenkirmes früher war, ist sie mit heute absolut nicht zu vergleichen, aber wenn ich auch bedenke, wie sie letztes Jahr war, finde ich, dass es sich dieses Mal definitiv gelohnt hat, sich nach dem ganzen Gemecker im Vorfeld, ein eigenes Bild gemacht zu haben. Die Kinder, die Jugendlichen und auch viele Erwachsene hatten ihren Spaß, der Großteil der Schausteller war zufrieden und ich bin der Meinung, dass das das Wichtigste ist. Jetzt ist wieder 1 Jahr Zeit, um evtl. noch ein paar Verbesserungen zu organisieren und dann kann die Fliegenkirmes nächstes Jahr nur noch besser werden!

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