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Asylverfahren beschleunigen: Neues „Entscheidungszentrum“ startet im Oktober in Unna

Um Asylverfahren zu beschleunigen und den Berg unbearbeiteter Asylanträge abzutragen, will das Migrations-Bundesamt vier neue „Entscheidungszentren“ aufbauen – eines davon soll nach Mitteilungen der Behörde nach Unna kommen. Anfang Oktober werden 50 Mitarbeiter ihre Arbeit in der Landesstelle Massen aufnehmen. Die Stellenausschreibung läuft.

Das Bundesamt will mit den beschleunigten Verfahren erreichen, dass Asylbewerber nicht mehr monatelang im Ungewissen schweben: Bisher verstreichen zwischen Antragsstellung und Entscheidung tatsächlich drei bis fünf Monate. Diese lange Zeit der Ungewissheit trieb Anfang Juni in Dortmund eine Gruppe syrischer Flüchtlinge buchstäblich auf die Straße, sie schlugen in Dortmund ein Protestcamp auf und demonstrierten acht Wochen lang für eine schnellere Bearbeitung ihrer Asylanträge. Denn erst als anerkannte Asylbewerber in Deutschland können die Männer, meist Familienväter, ihre Frauen und Kinder aus den Kriegsgebieten nachholen.

Entschieden werden sollen im neuen Entscheidungszentrum Unna vor allem Anträge von Asylbewerbern aus dem Irak, aus Syrien und Eritrea. Ihre Anträge werden zu nahezu 100 Prozent positiv beschieden – zum Vergleich: Asylbewerber aus dem Kosovo erhalten zu 97 Prozent eine Absage.

Im Falle der syrischen und irakischen Flüchtlinge entscheidet die Migrationsbehörde bereits nach einem verkürzten schriftlichen Verfahren, verzichtet somit auf eine sonst übliche Anhörung. Somit findet im neuen Entscheidungszentrum Unna auch kein Publikumsverkehr statt: Hier arbeiten die Mitarbeiter tatsächlich nur die anhängigen Verfahren ab.

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