Rundblick-Unna » Asylbewerber irrten am Rathaus umher – nur mit der Anweisung: Fahrt nach Unna

Asylbewerber irrten am Rathaus umher – nur mit der Anweisung: Fahrt nach Unna

Mit ratlosem Blick irrten die beiden dunkelhäutigen Männer am frühen Abend in der Bürgerhalle umher: „Can you help us, please?“, sprachen sie im gebrochenen Englisch eine Besucherin der gerade begonnen Ausschusssitzung im Ratssaal an, ja natürlich…

„We come here for Asyl“, verdeutlichten die Männer, zeigten um sich, „they told us, we must go here.“ Nein, „hier“ ins Unnaer Rathaus waren die frisch angekommenen Asylbewerber bestimmt nicht geschickt worden um diese Uhrzeit, zu der die Stadtämter bereits geschlossen hatten. „All closed..?“ Komplette Hilflosigkeit malte sich auf die Züge der Männer. Gekommen waren sie gerade „from Hacheney“, versuchten sie ihre Situation zu erklären, „they only told us: Go to Unna.“ Augenscheinlich hatten die Neuankömmlinge in der Erstaufnahme in Dortmund-Hacheney noch nicht einmal einen Zettel mit der Adresse ihres Zielortes erhalten.

Es konnte sich naheliegend nur um die Landesstelle Massen handeln. Glücklich über diese Auskunft und mit der säuberlich aufgeschriebenen Adresse ausgestattet, machten sich die beiden Männer auf den Weg zum Busbahnhof. Sie würden sich dort weiter durchfragen, welcher Bus nach Massen fahre. „Thank you so much, many many thank you.“ Vielleicht besser ein Taxi…? „No, sorry“, bedauerndes Kopfschütteln, „we don´t have any money.“

Irgendwann heute Abend werden die zwei an dem für sie bestimmten Ziel angekommen sein. Ohne Aussicht, dauerhaft bleiben zu können. Denn diese beiden Männer kamen aus Tunesien.

Gemäß EU-Recht sind tunesische Flüchtlinge keine „schutzbedürftigen Asylbewerber, die aufgrund politischer oder sonstiger Verfolgung ihr Heimatland verlassen haben“: Sie gelten vielmehr als „Wirtschaftsflüchtlinge“. Und für diese sieht das Asylrecht keinen Schutz vor. Obwohl die rein wirtschaftliche Lage in dem nordafrikanischen Land als aussichtslos gilt.

Die beiden in der Bürgerhalle gestrandeten jungen Männer warten damit ab dem heutigen Tag 1 in Unna  auf ihre Abschiebung.

Die Konferenz der Oberbürgermeister und Landräte des Reviers hat vor fünf Tagen in einem Hilfeappell an Land und Bund gefordert, dass Asylbewerber ohne Bleibeperspektive gar nicht erst an die Kommunen weitergeleitet werden. Landrat Michael Makiolla unterzeichnete für den Kreis Unna. Das Treffen fand in der Ökologiestation Bergkamen statt.

Kommentare (40)

  • Petter Uhlenbusch

    |

    Immer hereinspaziert, das Boot ist noch lage nicht voll… und wer „nur“ ein Jahr bleiben kann oder möchte, der macht sich mit dem Taschengeld mal ein paar schöne Monate
    bei „Mama Merkel“. Kost doch nix.

    Antworten

    • David Gausmann via Facebook

      |

      Entsetzlich dummes Zeug das Sie da von sich geben!

      Antworten

      • bernd mertens

        |

        finde ich ganicht,diese person hat volkommen recht. durfte gester erfaren wozu diese mänschen fähich sind auf .ntv n24, phönix 400 radalierenden füchtlinge ,6 poliziezten verprügel mobiljar zerschlagn fraun werden täglich vergewalticht,helferin mußte fliehn , drohn mit zotzial gerichten ,lagsam reicht es müßen erst deudsche mädchen undfraun dran glauben, bevor es richtich knalt in deudschland

        Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Auf uns wirkte Herr Uhlenbuschs Kommentar entsetzlich empathielos und grenzenlos verallgemeinernd.

      Antworten

    • Konrad

      |

      Hallo Petter,
      statt so selten komisches Zeug hier zu posten, sollten Sie sich lieber mal einen Duden kaufen und Ihre Muttersprache (?) ordentlich lernen. Das können die meisten Flüchtlinge nämlich in kurzer Zeit besser als Sie. Ich habe mir mal erlaubt Ihren Beitrag einer kleinen Korrektur zu unterziehen:

      Immer hereinspaziert, das Boot ist noch la[n]ge nicht voll… [U]und wer „nur“ ein Jahr bleiben kann oder möchte, der macht sich mit dem Taschengeld mal ein paar schöne Monate. [B]ei „Mama Merkel“ [.] [k]ost[et] [es] doch ni[chts].

      Gerade zum Ende hin schleichen sich bei Ihnen grobe Fehler ein, Petter! Bitte nachsitzen!

      Antworten

      • Fürst

        |

        So ein Blödsinn, Oberlehrer KONRAD. Tastatur-Tippfehler odere auch orthografische Fehler unterlaufen wohl jedem mal. Entscheidend sein sollte m.E. der Sinn einer hier gemachten Aussage. Und der von Petter stimme ich insgesamt zu. http://www.bild.de/regional/berlin/fluechtling/attackieren-sicherheitsleute-42678606,artgalid=30340124,clicked=1.bild.html

        Antworten

        • Konrad

          |

          Hallo Fürst,

          ich kann und will die deutsche Sprache auch im Internet nicht völlig aufgeben. Ihren, von der Tageszeitung „BILD“, verlinkten Artikel verstehe ich nicht im Zusammenhang mit den ursprünglichen Kommentaren. Wenn es Ihnen allerdings nur darum geht inflationär irgendwelche Berichte pro oder contra Flüchtlinge zu verbreiten, sind Sie bei mir an der falschen Adresse.

          Antworten

  • MAGGIE

    |

    ..wie traurig. Hat sie wenigstens jemand nach Massen gebracht?

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Sie gaben sich zuversichtlich, mit der Adresse und dem Hinweis auf den Busbahnhof klar zu kommen, Margarethe Strathoff.

      Antworten

  • Ananda Gotam Kaur via Facebook

    |

    natürlich, wie sollen sie es auch wissen !

    Antworten

  • Maggie

    |

    …ich wollte schreiben, wie traurig, dass sie keiner nach Massen begleitet oder so ein Taxi bestellt hat. Die paar Euros wären doch drin gewesen.

    Antworten

  • Margarethe Strathoff via Facebook

    |

    ..traurig, dass sie keiner nach Massen begleitet hat.

    Antworten

  • Re Gina via Facebook

    |

    vor ein paar Wochen am Unna Busbahnhof : Die Leuten waren wohl im Rathaus und sollten dann zusehen, wie sie nach Unna-Massen zur Lippestr. kommen. Sie hatten nur einen Bescheid vom Amt in der Hand, wo drauf stand Ort Lippestr. Die Leute hatten null Plan, mit welchen Bus sie fahren sollten; wussten ja nicht mal wo die Lippestr. ist und konnten sich fast gar nicht verständigen, geschweige dann mit unseren Busplänen klar zu kommen.

    Antworten

    • Rundblick Unna via Facebook

      |

      Ja, Re GIna, diese beiden Männer hatten noch nicht einmal einen Zettel „Lippestraße“, ihnen wurde gesagt: Unna. Und dann wendet man sich naheliegend ans Rathaus…

      Antworten

    • Margarethe Strathoff via Facebook

      |

      …einfach nur furchtbar

      Antworten

    • Re Gina via Facebook

      |

      die meisten Leute am Busbahnhof haben sich im Übrigen „weg gedreht“ als sie nach Hilfe gefragt wurden. Man kann doch wenigstens eine Antwort geben, finde ich.

      Antworten

  • Robert Rohmert via Facebook

    |

    Erinnert mich an meinen ersten Urlaub in Frankreich….

    Antworten

  • Dominik Brauckmann via Facebook

    |

    Die schaffen es 3000 Kilometer von tunesien hier hin und dann nicht von Dortmund nach unna? War das Navi im Handy kaputt?

    Antworten

  • Fürst

    |

    Bei aller Wut über die Ausländerflut, und triótz meiner eher rechtsgeneigten Gesinnung – Fremde im fremden Land: ich hätte beide kostenfrei nach Massen gefahren

    Antworten

  • Jama To via Facebook

    |

    Es dauert nicht mehr lange, und wir werden auch Flüchtlinge sein!
    Ob’s dann uns zum lachen und dumme Kommentare zu Mute wird! ???

    Antworten

    • Konrad

      |

      Hallo Jama To,

      auch bei Ihnen muss im Sinne der deutschen Sprache eingegriffen werden:

      Es dauert nicht mehr lange [,] und wir werden auch Flüchtlinge sein!
      Ob[‚s] uns dann zum [L]achen und [zu] dumme[n] Kommentare[n] zu Mute [sein] wird!? [??]

      Es scheint mir als hätten Sie erhebliche Mängel im Bereich Satzbau. Statt weiterhin Ihre verwirrten Kommentare abzugeben, sollten Sie sich nochmal ein Schulbuch im Fach Deutsch ansehen!

      Antworten

      • Cora

        |

        Hallo Konrad,
        Wie viele Fehler habe ich jetzt schon gemacht, oder schon jetzt gemacht? Habe leider keine Schule in Deutschland besucht.(Bin deutsche seit meiner Geburt, nicht eingebürgert). Darf ich dann nicht schreiben, weil es“ Fähler“ geben wird? Die Anderen stört es nicht so sehr.

        Antworten

        • Fürst

          |

          Hallo Cora,
          vor dem von Dir geschilderten Hintergrund meine Hochachtung für Dein Deutsch! Wir sind hier nicht in einer Schule. Dem Großteil der Leser/Kommentatoren wird es, wie mir, auf in sich insgesamt verständliche Aussagen ankommen. Auch dies eine Sache der Toleranz. Also schreib‘ – mit oder ohne „Fähler“. Grundsätzlich allerdings finde ich es schon sehr gut, daß sich „Konrad“ der Pflege der deutschen Sprache und Schrift angenommen hat, denn damit steht es leider ziemlich schlecht.

          Antworten

  • Chris Krain via Facebook

    |

    Sehr traurig manche Kommentare …

    Antworten

  • Lola Rennt via Facebook

    |

    Und wieder so ein Moment….
    Der mich wütend, traurig und sprachlos macht.
    Und wieder wird mir bewusst, für wie viele von uns doch das Wort: Nächstenliebe ein Fremdwort ist :-(

    Antworten

  • Sigrid Degner-Schulte via Facebook

    |

    Das gibt noch eine Katastrophe, der Krieg ist nicht mehr fern.

    Antworten

    • Fürst

      |

      Richtig. Ich fürchte, daß wir schon Kof-ab-Kämpfer der ISIS im lande haben.

      Antworten

  • Burkhard

    |

    Da fällt mir nichts mehr zu ein! Unsere Bürokraten kriegen es nicht einmal hin, die Menschen an die richtige Stelle zu bringen. Wie wäre es mal mit einem „Laufzettel“, da stehen normalerweise alle Stationen drauf, die ich durchlaufen muss. Eigentlich sind wir ja Weltmeister im organisieren, aber hier versagt Politik und Verwaltung total.
    Das ist doch ein Zeichen dafür, das unsere Gesellschaft hoffnungslos überfordert ist mit der Zahl der Migranten.

    Antworten

  • Jama To via Facebook

    |

    Wenn die Politiker mehr Handeln statt quatschen wäre viel Geld gespart!
    Aber Handeln bringt keine Spesen!
    Sitzung hier Sitzung da!
    All die Sitzungen kosten fast mehr als all die Flüchtlinge!

    Antworten

  • Fürst

    |

Kommentieren